Uwe Eric Laufenberg inszeniert "Ring" in Linz

13. November 2012, 12:59

War seit 2009 Intendant der Oper Köln und wurde jetzt zum Intendanten des Staatstheaters Wiesbaden gekürt

Linz - Der soeben gekürte Intendant des Staatstheaters Wiesbaden ab 2014, Uwe Eric Laufenberg, wird den "Ring des Nibelungen" im derzeit noch in Bau befindlichen neuen Musiktheater in Linz inszenieren. Das gab Landestheater-Intendant Rainer Mennicken anlässlich einer "Bauprobe" für den Ring am Dienstag bekannt. Laufenberg war seit 2009 Intendant der Oper Köln. Nach einem heftigen Streit zwischen ihm und den Verantwortlichen über den Etat des Hauses hat man sich im August getrennt. Das überschattete die Auszeichnung zum "Opernhaus des Jahres" durch internationale Kritiker in der jährlichen Umfrage der Zeitschrift "Opernwelt".

Mitten in den Turbulenzen im Frühsommer in Köln konnte Mennicken Laufenberg für die Inszenierung in Linz verpflichten. Die Termine (gestartet wird am 26. Oktober 2013 mit "Rheingold", die übrigen drei Premieren folgen jeweils im Halbjahresabstand) seien auch trotz der neuen Aufgabe in Wiesbaden gesichert, erklärte er bei der Vorstellung des "Leitungsteams der Spitzenklasse" (Mennicken). Die musikalische Leitung wird der Chefdirigent des Landestheaters Dennis Russell Davies haben. Für die Bühne zeichnet Gisbert Jäkel verantwortlich, die Kostüme wird Antje Sternberg entwerfen. Verträge für die Besetzung seien bereits fix. Darunter sollen Künstler sein, "die nicht jeden Tag in Linz auftreten". Der andere Teil stammt aus dem eigenen Ensemble. Die Liste soll veröffentlicht werden, wenn sie komplett ist.

Der 51-jährige Laufenberg, der u.a. 2005 Smetanas "Die verkaufte Braut" an der Wiener Volksoper und 2008 die Zwölfton-Oper "Karl V." von Ernst Krenek bei den Bregenzer Festspielen inszeniert hatte, erzählte, seit seinem 16. Lebensjahr sei er von der Wagner-Tetralogie fasziniert, er habe inzwischen verschiedene Interpretationsmodelle erlebt. Er habe davon geträumt, ihn auch "zu machen" aber dabei immer überlegt, wann denn der richtige Zeitpunkt dafür sei. Es sei "glückhaft", dass er nun dafür verpflichtet worden sei. Der Ring zeige den Mythos von Wagner, er drücke seine Weltsicht aus. Es sei eine Geschichte der Zerstörung, aber auch der Hoffnung auf bessere Menschen und eine bessere Welt. Er wolle versuchen, die Vielschichtigkeit des Werkes zu zeigen und nicht eine schnelle Interpretation zu liefern. Die hervorragenden technischen Gegebenheiten des neuen Musiktheaters sollen voll ausgereizt werden. Jäkel sei sein "Lieblingsbühnenbildner", er könne den Mythos Wagners erzeugen. Dieser erklärte, er wolle dem Grundanliegen des Komponisten gerecht werden. Sternberg will mit ihren Kostümen "über die Zeiten gehen", von archaisch bis in die Zukunft.

Derzeit findet in der Baustelle des Musiktheaters eine zweitägige Bauprobe statt. Dabei werden mit möglichst einfachen Mitteln die Proportionen und Besonderheiten wie etwa verwendete Versenkungen, Auf- und Abtrittsmöglichkeiten auf der Bühne markiert. Damit soll der Bühnenentwurf auf Nutzbarkeit und auf die Sichtbarkeit von den einzelnen Sitzplätzen geprüft werden, bevor er von den Theaterwerkstätten realisiert wird.

Bei der Vermarktung des Ringes lässt das Landestheater nichts unversucht: Die Bäckerei "Ring" wird einen "Nibelungenring" in ihren 70 Geschäften den täglich 20.000 Kunden anbieten. Auch eine Kooperation mit der Vereinigung der Kaufleute in der Linzer Innenstadt "City Ring" ist im Gespräch. (APA, 13.11.2012)

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