Initiative rückt dem Wiener Leerstand zu Leibe

  • Ein im "Leerstandsmelder" eingetragenes Objekt im 7. Bezirk: "Wird aufgrund der zentralen Lage oft angefragt, der Eigentümer/Nutzer reagiert bereits gereitzt [sic]", steht unter den "weiteren Infos".
    vergrößern 638x631
    screenshot: derstandard.at

    Ein im "Leerstandsmelder" eingetragenes Objekt im 7. Bezirk: "Wird aufgrund der zentralen Lage oft angefragt, der Eigentümer/Nutzer reagiert bereits gereitzt [sic]", steht unter den "weiteren Infos".

IG Kultur will den Leerstand ums Eck sichtbar machen und fühlt sich von der Stadt allein gelassen

Von der Stadt Wien wird in Sachen leerstehender Häuser, Geschäftslokale und Wohnungen zuwenig getan, kritisiert die IG Kultur. Deshalb wurde man nun selbst aktiv und hat nach deutschem Vorbild einen "Leerstandsmelder" ins Internet gestellt, in dem die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt ihre Beobachtungen mitteilen können. Erste Einträge können bereits angesehen werden (Link siehe unten), IG-Vorstandsmitglied Willi Hejda erwartet, "dass sich die Wiener Karte nun recht rasch füllt".

Der "Leerstand ums Eck" solle so "sichtbar, diskutierbar" gemacht werden. In Deutschland, wo es in Hamburg den ersten "Leerstandsmelder" gab und mittlerweile in vielen großen Städten gibt, funktioniere das System recht gut, so Hejda. Auch in der Schweiz stehe man kurz vor dem Start.

Die Website funktioniert ähnlich wie das allseits bekannte "Wiki"-System, jeder User kann selbst ein Objekt "melden" und auch gemeldete Objekte kommentieren, etwa wenn der dort eingetragene Leerstand bereits Geschichte ist oder es andere wichtige Infos dazu gibt. Um zu melden bzw. zu kommentieren muss man sich allerdings zunächst als User registrieren.

"Kulturressort redet nicht mit uns"

Von der Stadtpolitik fühlen sich die Betreiber allein gelassen: Die Installation einer "Zwischennutzungsagentur" sei zwar im rot-grünen Regierungsprogramm festgeschrieben, bisher sei dazu aber nichts passiert. Angesiedelt sei das Vorhaben im Ressort von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ), "die reden dort aber nicht mit uns", klagte Hejda am Dienstag.

Die Kulturabteilung der Stadt Wien hat allerdings immerhin eine Studie der TU Wien gefördert, die sich der "Perspektive Leerstand" widmet und deren zweiter (von drei) Teilen nun ebenfalls präsentiert wurde. Sie vergleicht die Situation in Wien mit jener in anderen europäischen Metropolen und spricht Empfehlungen aus, u.a. für ein "ressortübergreifendes" Leerstandsmanagement der Stadt. (map, derStandard.at, 13.11.2012)

Share if you care