Walmarts Mobile-Chef glaubt nicht an NFC

Bargeld und Kreditkarten sollen auch zukünftig als Bezahlmittel ausreichen

Walmart testet aktuell ein System, das Kunden die Möglichkeit gibt, Produkte in den Geschäften per Smartphone schnell zu finden. Getestet wird dieses in einem Store im kalifornischen San Jose. Während man bei der Handelskette also durchaus an den Nutzen mobiler Technologien im Einzelhandel glaubt, hält man von NFC und Mobile Payment nicht besonders viel.

Diesen Rückschluss lassen Aussagen des Digital- und Mobile-Chefs des Unternehmens, Gibu Thomas, gegenüber Fierce Mobile zu.

Bargeld und Kreditkarten reichen

So sagt dieser, dass man keinen großen Wert in der NFC-Technologie sieht. Seiner Ansicht nach brauchen die Kunden des weltgrößten Retailers keine Telefone zum Bezahlen, weil Bargeld und Kreditkarten auch zukünftig ausreichen werden. Stattdessen will man mobile Lösungen nutzen, um Kunden direkt beim Einkaufen zu helfen.

Fokus auf andere Mobil-Lösungen

Eine Walmart-App erlaubt den Besuchern der Geschäfte etwa das Erstellen von Einkaufslisten im Rahmen eines vorgegebenen Budgets. Um den Bezahlvorgang zu verkürzen, wird angeblich auch ein System getestet, bei dem Kunden die Barcodes auf den Produkten selbst mit ihrem Telefon scannen und auf diesem Weg schneller bei der Selfcheckout-Kassa bezahlen können.

Nach eigenen Analysen besitzen rund 50 Prozent der Kundschaft mittlerweile ein Smartphone. Ein Potenzial, dass man mit einem „dramatischen" Ausbau der eigenen Mobilangebote besser nutzen möchte.

Auch Google Wallet und Co. keine Option

Man verzichtet auch auf Drittsysteme, wie etwa Google Wallet, die Pionierarbeit im Bereich Mobile Payment leisten. Grund: Walmart will keinen Mittelsmann zwischen sich und den Kunden stellen. „Wenn man hier mehr mitnaschen, steigen die Kosten pro Transaktion", so Thomas. Er sagt, dass ein Retailer wie Walmart „sein Schicksal in der eigenen Hand" haben sollte.

Ganz vom Tisch ist das Thema aber nicht. Nach eigenen Angaben wird der Mobile Payment-Sektor genau beobachtet. Ein Eintritt in diesem Markt ist nicht ausgeschlossen. (red, derStandard.at, 13.11.2012)

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