Tourismusbranche sucht Personal in Griechenland

13. November 2012, 11:09
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Es haben sich bereits 139 zum Teil hoch qualifizierte Bewerber für offene Stellen gemelde

Linz/Athen - Die Personalsuche in Griechenland für den Tourismus im Salzkammergut ist angelaufen. 139 zum Teil hoch qualifizierte Bewerber haben sich für offene Stellen gemeldet, berichteten die Leiterin des AMS Gmunden, Jacqueline Beyer, und der Altwirt des Weißen Rössl in St. Wolfgang, Helmut Peter, in einer Pressekonferenz am Montag in Gmunden. In den nächsten Tagen sollen ihre Lebensläufe den interessierten Betrieben zur Verfügung gestellt werden.

Der Tourismus im Salzkammergut kann die freien Arbeitsplätze nicht mehr besetzen. Laut AMS waren Ende Oktober 160 offene Stellen im Gastronomiebereich gemeldet, weiters 47 offene Lehrstellen. Robert Oberfrank von der Wirtschaftskammer in Gmunden spricht von einer großen Dunkelziffer, denn viele Wirte und Hoteliers würden die offenen Stellen erst gar nicht mehr melden, da sie trotz größter Anstrengungen des AMS nicht mit heimischem Personal besetzt werden könnten, obwohl dieses Vorrang hätte. Die Tourismus-Vertreter weisen die Begründung mit schlechten Arbeitsbedingungen und Entlohnung zurück, wenn auch eingestanden wird, dass es Nachteile wie Wochenend- und Abenddienste gebe.

Für die Personalsuche in Griechenland gab es von mehreren Betrieben den konkreten Auftrag, Kellner, Köche, Jungköche, Hilfskräfte und Lehrlinge ab 18 Jahren aufzutreiben. Dazu wurden zwei Jobbörsen in Rethymno auf Kreta und in Thessaloniki aufgezogen. Das griechische AMS-Pendant half angesichts der hohen Arbeitslosigkeit im Lande mit. Es sieht die Aktion auch nicht als Abwerbung, weil seine Klienten entweder nur in der Wintersaison im Ausland arbeiten oder sich damit insgesamt besser qualifizieren wollen. Bei den Oberösterreichern wurden nach eigenen Angaben ihre Erwartungen an die sprachlichen und fachlichen Fähigkeiten sogar teilweise übertroffen. Immerhin befanden sich unter den Bewerbern auch Personen, von denen ein Elternteil aus einem deutschsprachigen Land kommt. Eine Frau hat eine Ausbildung im Tourismus in Deutschland absolviert und dort gearbeitet, ist aber in Griechenland schon seit zwei Jahren arbeitslos.

Jetzt werden die Lebensläufe der Bewerber den suchenden Betrieben übermittelt. Etliche griechische Arbeitssuchende erklärten, sie würden sofort nach Österreich fahren. Unter ihnen befanden sich mehr Rezeptionisten als im Salzkammergut benötigt werden, sie sollen auch in andere Bundesländer vermittelt werden. Peter geht davon aus, wenn erst einmal die Brücke zwischen Griechenland und Österreich gebaut ist, werde der Arbeitskräftefluss schon einsetzen. (APA, 13.11.2012)

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