Österreicher sehen die Selbstständigkeit skeptischer

13. November 2012, 11:23
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Für Österreicher bringt Selbstständigkeit bessere Vereinbarkeit von Freizeit, Familie und Beruf

Wien - Die Regierung hat soeben Maßnahmen beschlossen, Unternehmensgründungen in Österreich zu erleichtern. Wie wichtig das ist, zeigt eine Studie, die belegt, dass Österreicher der Selbstständigkeit nicht so positiv gegenüberstehen wie andere Europäer. 

Europaweit sehen 69 Prozent die Selbstständigkeit positiv, Österreich liegt mit 63 Prozent auf dem viertletzten Platz vor der Türkei, Deutschland und Ungarn.

Potenzial für Unternehmensgründer 

Von den Österreichern mit positiver Einstellung zur Selbstständigkeit können sich 25 Prozent vorstellen, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Unter den 15- bis 29-Jährigen liegt dieser Anteil sogar bei 35 Prozent. Europaweit ziehen vor allem die Griechen (50 Prozent), die Schweizer und die Türken (jeweils 48 Prozent) die Selbstständigkeit als Erwerbsform in Betracht.

Unabhängigkeit, Selbstverwirklichung und Zuverdienst sind im Europa-Durchschnitt die verlockendsten Gründe, sich selbstständig zu machen. In Österreich gesellt sich noch die bessere Vereinbarkeit von Freizeit, Familie und Beruf hinzu. Hindernisse sind vor allem das fehlende Startkapital, die unsichere wirtschaftliche Situation sowie Versagensängste. Auffällig ist, dass im europäischen Durchschnitt Versagensängste weitaus weniger wichtig sind als für die befragten Österreicher. 

Aus Sicht der Österreicher sind Selbstständige vor allem mutig, neue Wege zu gehen, sie haben die Möglichkeit, ihre Zeit flexibel einzuteilen und frei über den Arbeitsplatz zu entscheiden. (red, derStandard.at, 13.11.2012)

Studie

Das Marktforschungsinstitut GfK Nürnberg hat im Auftrag des Direktvertriebsunternehmens Amway in 16 europäischen Ländern 17.768 Personen über 14 Jahre zu ihrer Einstellung zur Selbständigkeit. Die Zusammensetzung des Panels war jeweils repräsentativ für die Wohnbevölkerung. In Österreich wurde von Mai bis Juni 2012 mittels Face to Face- und Telefoninterviews die Meinung von 1.000 Personen erhoben.

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