Sparen bei der Zahnbürste: Köpfchen, wechsle dich

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  • Schaut jetzt nicht sonderlich stylish aus die Wechselkopfbürste, bringt aber ein gutes Gewissen und einige Nachhaltigkeitspunkte.
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    foto: matthias cremer

    Schaut jetzt nicht sonderlich stylish aus die Wechselkopfbürste, bringt aber ein gutes Gewissen und einige Nachhaltigkeitspunkte.

Wie man sogar bei der Wahl der Zahnbürste neben Geld auch Ressourcen, Verpackung und Energie sparen kann

Wie bitte? Das Zahnbürstl nach ökologischen Kriterien auswählen? Na, haben wir keine anderen Sorgen? Genau genommen: Nein. Aber vielleicht ist die Frage des richtigen Beißer-Putzers gar nicht so lächerlich, wie es im ersten Moment erscheint.

An sich sind wir es ja seit jeher gewohnt: Wir schrubben mit dem Bürstel so lange, bis es ziemlich zerfranst und ungustiös aussieht, und dann kaufen wir einfach ein neues. Und greifen vielleicht zu Zahnbürste und Pasta, die uns ständig von Werbemännern in weißen Mänteln eingebläut werden, weil sie "in der Taaaat" um so viel besser seien. Elastischer Kopf, der Paradeiserhäute schont, Borsten, die zwischen den Zähnen sauber schrubben und, und, und...

Nur die Borsten wechseln

Und dann sind wir wieder einmal in unserem Biogeschäft unserer Wahl, stöbern durch die Regale - und sehen eine ganz andere Zahnbürste: Schlicht schaut sie aus, einfach designt - schon fast bis zur Fadesse.

Dennoch bietet sie etwas vollkommen Ungewöhnliches: Sind die (Natur-)Borsten verwuselt, wirft man nicht gleich das ganze Ding weg, sondern nur den Kopf der Zahnbürste, der mit einem Klick aufgesteckt und wieder abgenommen werden kann. Wie bei einer elektrischen Zahnbürste - nur dass beim Bürsteln nicht extra Strom verbraucht werden muss.

Weg vom Modell "Zungenfrisch"

Und das bringt's? Wir haben nachgemessen und nachgerechnet. Die herkömmlich verwendete Zahnbürste kostete 3,39 Euro und hörte auf die Spezialbezeichnung "Zungenfrisch". Ihr Gewicht: 18 Gramm. Die wurde bisher zwei, drei Monate lang verwendet und dann als Ganzes weggeworfen.

Die neue Zahnbürste hingegen wiegt an sich schon einmal weniger - nämlich nur zwölf Gramm. Sind die Borsten unansehnlich, wird nur der Kopf ausgewechselt - und der wiegt gerade einmal zwei Gramm. Wir sparen also pro Tausch 16 Gramm. Nehmen wir einmal an, wir wechseln vier- bis sechsmal im Jahr, dann sind das 64 bis 96 Gramm weniger Kunststoff pro Jahr. Pro Person. Nehmen wir weiters an, es würden gerade einmal 100.000 Österreicher auf so eine Zahnbürste umsteigen, wären das ... Eben.

Der Kostenvergleich

Und die Kosten? Die Wechselkopf-Zahnbürste ist an sich schon billiger - sie kostet nämlich nur 2,19 Euro. Okay, es gäbe auch "normale" Zahnbürsten um 1,59 Euro; es muss ja nicht gleich das Luxusmodell "Zungenfrisch" sein. Aber: Kauft man für das neue Öko-Modell dann die Wechselköpfe, sind die zwar im Ganzen ein bisschen teurer und kosten 2,99 Euro. Allerdings: Um diese knapp drei Euro bekommt man gleich drei Bürstenköpfe. Das heißt: De facto kostet dann ein neues Zahnbürstl nicht einmal einen Euro.

Zum Vergleich die Elektro-Zahnbürste: Wir sehen im Geschäft ein oral-b-Set um 29,90 Euro. Für die vier Ersatz-Wechselköpfe sind dann wieder 19,99 Euro zu berappen. Und bei jedem Bürsteln heißt es dann überdies: Stromverbrauch.

Sparen auf lange Sicht

Ein kleines Detail am Rande liegt in der Verpackung. Das "Starter-Set" der neuen Bio-Zahnbürste inklusive Stiel ist in etwa genauso verpackt wie eine konventionelle Komplett-Wegwerf-Zahnbürste. Sobald man aber das erste Mal nachrüstet, spart man auch hier: Die Ersatz-Bürstenköpfe brauchen nur rund die Hälfte Verpackungsmaterial einer Normalo-Bürste. (Roman David-Freihsl, derStandard.at, 13.11.2012)

Lesen sie mehr zum Thema in der nächsten Öko-STANDARD-Beilage, die am 24. November erscheint.

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