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Die Unsterblichkeit ist nach einigen religiösen Vorstellungen wesentlicher Bestandteil paradiesischer Verhältnisse im Jenseits. Der US-Philosoph John Martin Fischer sieht für das Diesseits auch Schattenseiten eines möglichen Lebens ohne Tod. (Bild: Lucas Cranach der Ältere, "Das goldene Zeitalter", um 1530)
Auf den ersten Blick klingt der Gedanke verlockend: Was könnte man nicht alles anfangen, wenn man ewig leben würde? Doch der Menschheitstraum von der Unsterblichkeit hat aus philosophischer Sicht auch seine Schattenseiten. Der US-Philosoph John Martin Fischer von der Universität Kalifornien, Riverside, beschäftigt sich bereits seit Jahren intensiv mit den theoretischen Folgen einer Medizin, die den Tod aus der Gesellschaft eliminiert hat. Am 19. November hält er an der Universität Münster einen Vortrag über die Frage "Würden wir ewig leben wollen, wenn wir könnten?"
Obwohl Unsterblichkeit bislang nicht möglich ist, hält der Philosoph aus Kalifornien die Diskussion für zeitgemäß. "Trotz ständiger Bedrohung durch Krankheiten leben die Menschen durch den wissenschaftlichen Fortschritt immer länger. Mein Blick geht in eine mögliche Zukunft, in der die Medizin soweit fortgeschritten ist, dass sie ein Leben ohne Tod erlaubt." Die Menschen müssten sich früh damit auseinandersetzen, ob sie eine solche Form des ewigen Lebens wünschten und ob Unsterblichkeit Fluch oder Segen sei.
Zur Förderung seiner Forschungen über Tod und Unsterblichkeit erhielt der Experte im Juli fünf Millionen Dollar von der amerikanischen John Templeton Foundation. Damit will er das Thema fächerübergreifend beleuchten: aus der Sicht der Philosophie, Theologie, Biologie und Psychologie. Ein Augenmerk legt der Forscher auch auf Nahtoderfahrungen. Er will untersuchen, warum diese bei Menschen in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Bilder hervorrufen. "Westliche Menschen, die wiederbelebt wurden, berichten oft über Licht am Ende eines dunklen Tunnels. Japaner hingegen beobachten sich in derselben Situation häufig bei der Pflege eines Steingartens."
Der Tod treibt uns an
Der Tod habe durchaus positive Auswirkungen auf das Leben, betonte der Philosoph. "Die Angst vor dem eigenen Ende treibt uns an wie ein Motor." Viele Menschen handelten im Diesseits moralischer, weil sie göttliche Strafe im Jenseits fürchteten. "Unter bestimmten Bedingungen wie sinnvollen Aufgaben und dauerhaften Beziehungen kann das Leben aber auch ohne Tod kostbar und voller Schönheit, Sinn und Moral sein."
Man dürfe aber auch die Schattenseiten nicht außer acht lassen: "Es würde langweilig und einsam, wenn ein unsterblicher Mensch im Diesseits keine Beziehungen zu anderen Unsterblichen hätte", erläutert Fischer. "Quälend würde es auch, wenn ein ewig lebender Mensch keine sinnvolle Aufgabe hätte, nicht gesund wäre und keine ewig stabile Persönlichkeit hätte", so der Philosoph.
Der Wunsch nach Unsterblichkeit im Diesseits ist Fischer zufolge keineswegs neu: "Menschen haben schon immer das ewige Leben erstrebt - in der Religion, Philosophie und Medizin. Es ist auch eines der wichtigsten Themen der Weltliteratur." Das reiche vom babylonischen Gilgamesch-Epos über die biblische Geschichte von Adam und Eva bis zu John Miltons "Paradise Lost" und Goethes "Faust". Auch die Science Fiction-Literatur greife das Thema auf. "Das Genre des 'Cyberpunk' spielt mit der Idee, der Verstand eines Menschen könnte in Computersysteme hochgeladen und dort unsterblich werden." Science Fiction setze sich meist offener und positiver mit Unsterblichkeit auseinander als die meisten Philosophen, hob der Forscher hervor.
Unsterblichkeit im Jenseits
Der Wissenschafter befasst sich zugleich mit Vorstellungen von Unsterblichkeit im Jenseits. "Der Mensch hat ein tiefes Bedürfnis danach, herauszufinden, was mit ihm nach dem Tod passiert. Eine große Rolle spielt dabei die Angst vor dem Unbekannten." Die meisten Jenseitsvorstellungen seien religiös begründet. Die Ideen unterscheiden sich demnach nicht nur von Religion zu Religion, sondern auch innerhalb jeder Religion. "Manche Christen glauben etwa, dass nur die Seele unsterblich sei, für andere spielt Körperlichkeit weiterhin eine große Rolle. Was die ekstatische und glückselige Einheit mit Gott im islamischen Paradies genau bedeutet, ist auch unter Muslimen umstritten." (red, derstandard.at, 13.11.2012)
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in anderen Kulturen sind ein starker Hinweis, dass es sich im eigenen Gehirn abspielt und nicht ein Tor zu einem Jenseits öffnet (wie immer es auch aussehen mag). Das wird wohl stimmen, polynesischen Völkern welche noch keinen Kontakt zur Aussenwelt hatten ist auch noch nie Maria erschienen. Das gibt es nur in tiefkatholischen Ländern, entspringt also wohl auch dem eigenen Gehirn. Conclusio: ich würde mich nicht auf das Glückserlebnis etc. beim Sterben verlassen.
Auch wenn diese aus faktischer Sicht unmöglich ist. Zwar ist das biologische Altern durchaus zu stoppen, und vielleicht sogar umkehrbar, aber trotzdem wird es Morde und Unfälle geben. Aber die Ewigkeit könnte man durchaus sinnnvoll füllen. Man stelle sich vor: Miterleben wie die erste Kolonie auf dem Mars entsteht. Wie die ersten Schiffe der Menschheit Alpha Centauri erreichen. Ich könnte mir wesentlich schlimmmeres vorstellen.
Nur würden wir erhebliche Probleme mit der Bevölkerungszunahme kriegen. Und lustig ist es nur, wenn man auch gesund bleibt - sonst ist es eine ewige Qual. Schließlich ergeben sich auch ethische Fragen: erst ist es eine Sensation, wenn die Menschen endlos leben, dann wird es eine Selbstverständlichkeit und schließlich hat es keinen besonderen Stellenwert mehr.
So war es noch bei jeder Errungenschaft der Menschheit. Wir sind zu blöd, unsere Fortschritte auf Dauer wertzuschätzen.
Aber ist das wirklich schlecht? Schließlich war nicht zuletzt dieses Streben und diese Unzufriedenheit daran beteiligt, dass wir zur führenden Spezies auf diesem Planeten wurden. Bei der Bevölkerungsproblematik gebe ich Ihnen Recht. Aber ich fürchte, dass sollte jemals ein Weg zur biologischen Unsterblichkeit gefunden werden, das Mittel so teuer wäre, dass sich die Zahl der nutzer auf ein Minimum beschränken würde. Was wiederum zu anderen Problemen führen würde. Ein schöner Traum bleibt es aber. Ich würde zugerne sehen wie sich die Menschheit in den nächsten 500 Jahren entwickelt.
PS: Passend zum Thema: http://www.sens.org/ und http://www.youtube.com/watch?v=HTMNfU7zftQ (beide in Englisch)
1) Ein "unendliches" Leben müsste mit dem verbinden bzw. dem rückgängig machen von Alterserscheinungen zusammentreten.
2) Einem freiwilligen Tod steht nichts entgegen. Ich denke auch, dass die meisten Menschen, wenn sie denn lange genug gelebt hätten, sich den Tod wünschen würden und ihn dann auch herbeiführen würden.
3) Wäre dies wahrscheinlich eine Blütezeit für einfach alles. Wenn denn die Sterblichkeit entfallen würde, der Mensch müsste sich auf sich selbst besinnen
4) Man müsste deswegen nicht immer arbeiten. Ab einem gewissen Zeitpunkt würde man schlicht alles haben, bzw. genügend verdient haben. Aber unsere Form der Wirtschaft wäre dann sowieso obsolet, da ein Wachstum unnötig geworden wäre.
5) Kinder wären ein Problem!
Im Vergleich zur Unendlichkeit macht jede beliebige endliche Zeitspanne, exakt 0% aus. Wenn man also, sagen wir, 13 Milliarden Jahre hinter sich hat (so alt ist das Universum grad ungefähr) ist der Progress-Bar immer noch auf 0%.
Nach 1000 Billionen Milliarden Jahren hat er sich kein bisschen weiterbewegt.
Nach einer Billion Billionen Billionen Billionen Jahren immer noch nix: 0%
Usw.
Inzwischen ist der Geist so beschränkt wie er immer war: alles gedacht, alles gemacht, alles gesehen.
Unsterblichkeit egal wo, würde die ärgste Hölle sein.
Glücklicherweise ist es ein Märchen das sich etwas naive Menschen gerne erzählen.
Ich dachte, jedes Kind wüsste das.
Nach Douglas Adams hat eine der wenigen wirklich unsterblichen Lebensformen des Universums es sich zur Aufgabe gemacht, jeden einzelnen Organismus im gesamten Universum zu besuchen und in dessen jeweiliger Muttersprache persönlich zu beleidigen- und zwar in alphabetischer Reihenfolge. Das dürfte ihn schon eine Weile beschäftigt haben.
... aber nur unter der prämisse des beschränkten geistes. dann wird es irgendwann klarerweise öde.
allerdings stellt sich die frage, ob nicht auch die probleme die sich unserem geist tagtäglich aus neue stellen unendlich sind. ob es eben nicht doch "unendlich neues" zu entdecken gibt.
Gerade weil der Geist endlich ist, wäre es eben nicht die absolute Hölle.
Alles gedacht, alles gemacht, alles gesehen- und das Meiste wieder vergessen.
Oder ist es für sie quälend, wie winzig klein sie im Vergleich zum Universum sind? Da ist der Progress- Bar wohl auch auf 0%...
mich wunderts immer wieder, dass nur wenige das problem mit den pensionen und der steigenden lebenserwartung erwähnen.
ja, jeder möchte lange leben, vielleicht auch für immer. aber was ist mit den jungen? sollten die nur noch für das wohl der alten hackeln gehen? vielleicht...
hätten wir die Struldbrugs aus Gullivers Reisen, das würde kaum einer wollen, Tatsächlich wird die ganze Pensionsgeschichte ja heute schon zusehends absurd (viele und immer mehr unserer "Arbeiten" kann auch noch ein gesunder 90jähriger ausüben) und ist das einzige tatsächliche Problem die gesellschaftlich leider tolerierte Altersdiskriminierung (und damit verbunden der Mangel an Jobs, der auch für das Pensionssystem relevanter ist als der wohl im Frieden niemals mehr eintretende Mangel an Arbeitsfähigen).
Es braucht eine Versorgung für Erwerbsunfähige/lose und es braucht - und da liegen die tatsächlichen Herausforderungen und heute vieles im Argen - Pflege bei Pflegebedürftigkeit. Pensionen als solche sind an sich entbehrlich, Luxus.
scheinbar für die meisten doch, sonst würden jene religionen und das sind fast alle die ewiges leben versprechen nicht so erfolgreich sein!
aber das ist halt auch nur eine selbstteuschung.
die chemisch, elektrische maschine mensch stirbt irgendwann (durchschnittlich so mit 82 oder ähnlich) und damit ist auch nichts mehr vorhanden was irgendeinen gedanken oder sonstwas weitererhält.
keine ahnung warum so viele diese realität verweigern.
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