Tattoo vibriert, wenn das Handy klingelt

13. November 2012, 10:25

Was könnten die Smartphones von morgen noch alles draufhaben?

Der Besitz von Patenten ist für Hersteller mobiler Geräte mittlerweile ein erprobtes Kampfmittel gegen die Konkurrenz geworden. Zahllose Patentklagen zeugen davon. Umso wichtiger ist es für Apple, Samsung und Co, neue, möglichst viele die Kunden begeisternde Techniken und Features als Erster beim Patentamt anzumelden. Ein Blick in die Patentregister verrät so, mit welchen Ideen für das Smartphone oder Tablet der Zukunft sie schwanger gehen.

Keine Rückmeldung

Einer der großen sichtbaren Trends sind haptische Displays. Berührt man derzeit das Display eines Smartphones, erhält man normalerweise keine Rückmeldung darüber, ob man jetzt auch tatsächlich die richtige "Taste" getroffen hat. Nicht unbekannt ist, dass Apple hier schon länger an Berührungseingaben arbeitet, die dem Nutzer ein haptisches Feedback geben. Im Mai dieses Jahres meldete der iPhone- und iPad-Produzent beim US-Patentamt eine weitere Entwicklung an, bei der auf dem Display auch die Struktur eins Bildes oder Buttons erfühlt werden kann.

Schon jetzt sind Smartphones Geräte, die wir gerne und immer griffbereit in unserer Nähe haben wollen. Falls es doch einmal in der Tasche liegt und wir es überhören, könnten wir künftig mittels vibrierender Tattoos über einlangende Anrufe, SMS oder den fast leeren Akku verständigt werden. Eingereicht und mittlerweile genehmigt bekommen hat dafür Nokia ein Patent. Funktionieren soll das Ganze mit ferromagnetischer Tinte, die dem Nutzer unter die Haut gespritzt werden könnte. Die Tinte reagiert auf die vom Handy ausgehenden Funksignale.

Check

Neben der Benachrichtigungsfunktion könnte die Körperzeichnung auch als Identitätscheck dienen, um sicherzustellen, dass nur der Besitzer Zugriff auf sein Gerät hat. Als Alternative soll es auch eine Pflastervariante geben. Nicht nur angesichts der generellen Probleme des finnischen Herstellers bleibt abzuwarten, ob diese Erfindung jemals realisiert wird.

Auch neue Stoffe könnten in Zukunft in mobilen Geräten verwendet werden. Wie etwa das 2004 von Forschern entdeckte Graphen, ein Kohlenstoff, der einmal Silizium ablösen könnte. Es leitet elektrischen Strom bei Raumtemperatur besser als alle anderen Stoffe. Nokia hat ein Patent für eine Entwicklung eingereicht, bei der Graphensensoren in Smartphonekameras dafür sorgen, dass bei sehr schwachem Licht geschossene Fotos in saubere Bilder verwandelt werden. Da Graphen stärker und flexibler als Stahl ist, könnten damit auch zusammenrollbare Smarthphones oder Tablets gebaut werden. (kat, DER STANDARD, 13.11. 2012))

 

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