"Call of Duty: Black Ops 2": "Alte Grafik, gute Story, starker Multiplayer"

Kritiker loben Innovationsfreude und monieren alte Schwächen.

Auf das Wetter ist dank umweltverpestender Menschheit kaum noch verlass, glücklicher Weise gibt es andere Anhaltspunkte, um den Wechsel der Jahreszeiten festzustellen. Einer davon ist die jährliche Veröffentlichung eines weiteren Teils der Shooter-Serie "Call of Duty". Heuer entführt Activisions Studio Treyarch mit "Call of Duty: Black Ops 2" in die nahe Zukunft des Jahres 2025, in dem ein neuer Kalter Krieg das weltweite Geschehen prägt. Ein Terrorist provoziert einen Konflikt der über moderne Waffentechnologie, Drohnen und Robotik ausgetragen wird und dessen Wurzeln in den politischen Geschehnissen der Gegenwart liegen. Den Kritikern der Fachmagazine zufolge liefern die Entwickler erneut ein umfassendes Shooter-Erlebnis, das sich zwar ein paar Schnitzer erlaube, aber auch für einige Überraschungen sorge.

Geschichte mit Konsequenzen

Zu den größten Neuerungen der Serie gehört die Implementierung einer Handlung mit mehreren Ausgangsszenarien. "Treyarchs erzählerisches Können sorgt für eine spannende Kampagne.", sagt Gamespot. Die Handlungen der Spieler ziehen weitreichende Konsequenzen nach sich und können über Leben und Tod von Schlüsselcharakteren entscheiden.  "Spielerisch genauso flach wie die Vorgänger, waren die ersten Missionen der Kampagne darüber hinaus schlecht inszeniert. Die Einzelspielererfahrung wird von der Geschichte gerettet.", schreibt Gameswelt. "Die ist mit ihren zahlreichen Enden und unterschiedlichen Verläufen eine echte Überraschung." Keine allzu großen Hoffnungen sollte man sich hingegen in Bezug auf das Spielkonzept machen. Die Entwickler hätten am geradlinigen Leveldesign und den schnell sterbenden Gegnerhorden festgehalten. "Die künstliche Intelligenz der Gegner hat nichts dazugelernt und ist weiterhin Kanonenfutter.", so Gameswelt. Um das Geschehen aufzulockern, wurden optionale "Strike Force"-Missionen eingebaut, die taktisches Gespür erfordern. "Diese sind zweifellos das schwächste Elements der Einzelspielerkampagne.", urteilt Game Informer. "Die Idee, Sandkastenlevel mit einfachen Strategieelementen einzubauen, hätte aufgehen und das konventionelle Gameplay aufbrechen können. Doch anstelle dessen frustrieren diese Einsätze, weil man daran scheitert, seine Computer-Kollegen zu kommandieren."

Mehr Möglichkeiten im Multiplayer

Der Mehrspieler-Modus von "Black Ops 2" bietet einen überarbeiteten Klasseneditor und bringt das Nimm-10-System, mit dem eine Kombination aus zehn beliebigen Ausrüstungsgegenständen möglich ist. Das neue Punktesystem belohnt dafür, seinem Team zu helfen. In Liga-Spielen kann man seine Reputation online stärken und mit CODcasting und Live-Streaming kann man Matches zur Sportübertragung machen. "Der Mehrspielermodus ist wieder gewohnt umfangreich und dank der vielen Spielvarianten ein Zeitfresser.", meint Gameswelt. Die Anpassungen im Multiplayer-Modus korrigieren die kleinen Fehltritte, die in den letzten Teilen gemacht wurden.", sagt Consol.at. "Die Liga-Spiele könnten die bewährte, aber lange strapazierte Formel neu beleben.", so Gamespot. Für Polygon machen die Innovationen und Verbesserungen "Black Ops 2" sogar "zum besten Online-Shooter" am Markt. 

Der Zombie-Modus wurde weiter ausgebaut und enthält drei verschiedene Wege, die Apokalypse zu überleben. In Tranzit entschleiert man die Rätsel eines Weltuntergangsszenarios, im Überleben-Modus bekämpft man endlose Wellen von Untoten oder man tritt im neuen kooperativen Modus "Schmerz" an. Während die einen dem Zombie-Modus "Stagnation" vorhalten, betonen die anderen, dass er vor allem zu mehr nach wie vor "viel Freude" bereite.

Inkonsistent

Allgemeine Kritik übt Polygon an der schwankenden Qualität der einzelnen Angebote. "Black Ops 2 fügt sich aus so vielen unzusammenhängenden Elementen zusammen, dass es schwer zu glauben ist, dass alles von einem einzigen Studio entwickelt wurde." Die Tester monieren überdies das sichtlich gealterte Grafikgerüst des Spiels. "Es wird Zeit, dass die Entwickler auf eine neue Engine setzen. Die Texturen und Effekte sind schwach, die Umgebung bisweilen erschreckend öde.", so Gameswelt. "Gerade im Singleplayer (ist die Grafik) nicht mehr überzeugend, der Mutliplayer sieht dafür schöner aus.", resümiert Consol.at. (zw, derStandard.at, 13.11.2012)

("Call of Duty: Black Ops 2" ist für PC, PS3 und Xbox 360 erschienen. Die Version für Wii U folgt Ende November.)

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