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Wien - Die Sozialversicherung - PVA und Krankenkassen - will in die psychische Gesundheit, die Behandlung von Erkrankten und die Rehabilitation investieren. Auf der Basis der Entwicklungen ab dem Jahr 2007 hat sie die Strategie "Psychische Gesundheit" entwickelt. Während die Zahl der Erkrankungen weiter steige, scheine sich das Bemühungen der Pensionsversicherung um mehr Rehabilitation erstmals auszuwirken, hieß es am Montagabend in Wien.
"900.000 Menschen erhielten im Jahr 2009 Leistungen der Krankenversicherung wegen psychischen Erkrankungen. Knapp mehr als die Hälfte waren älter als 60 Jahre", sagte Christoph Klein, stellvertretender Generaldirektor des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger. Für Krankenbehandlung wurden zwischen 450 bis 500 Millionen Euro ausgegeben, davon allein für Psychopharmaka 250 Millionen und für Psychotherapie 63 Millionen Euro. An Krankengeld kamen noch 71 Millionen Euro hinzu, zusätzlich weitere 280 Millionen Euro an Kassengeldern für die stationäre Behandlung von Patienten.
Die aktuellen Daten der Krankenversicherung: Von 2009 auf 2010 stiegen die Krankenstände mit psychischen Diagnosen nach einem Plus von knapp 22 Prozent in den Jahren 2007 bis 2009 noch einmal um 12,13 Prozent an, jene mit körperlichen Diagnosen blieben stabil (minus 0,01 Prozent). Bei den Medikamentenverordnungen gab es insgesamt zwischen 2009 und 2011 eine Steigerung um 0,91 Prozent, bei den Psychopharmaka (exklusive der Demenz-Arzneimittel) um 5,74 Prozent.
Besser "fährt" da offenbar bereits die Pensionsversicherungsanstalt mit gezielten Rehabilitationsangeboten. Die stellvertretende Generaldirektorin Gabriele Eichhorn sagte: "Wir hatten 700 Rehabilitationsplätze (2006 und früher pro Jahr, Anm.) für Menschen mit psychischen Erkrankungen, jetzt haben wir 5.500 - und es sind noch immer nicht genug."
Während im Jahr 2004 33.570 Personen in Österreich krankheitshalber in Frühpension gingen, waren es im vergangenen Jahr 28.273. Bei den Frühpensionierungen wegen psychischer Erkrankungen stieg die Zahl von 7.808 im Jahr 2004 auf 9.070 im Jahr 2011. Doch die Kurve flachte sich etwa mit dem Jahr 2008 deutlich ab, ist stabil. Lag der Anteil der Frühpensionierungen beispielsweise im Jahr 2010 bei 31,7 Prozent, so stieg er bis 2011 nur noch auf 32,1 Prozent. Im Jahr 2000 hatte dieser Anteil 21,1 Prozent betragen.
"Niemand geht wegen psychischer Erkrankungen 'leicht' in Frühpension", so Eichhorn. "Die Frauen mit durchschnittlich 47,3 Jahren und im Durchschnitt weiteren 20,1 Jahren an Pensionserwartung, die Männer mit durchschnittlich 48,7 Jahren und einer weiteren Lebenserwartung von 14,2 Jahren. Die Männer erreichen damit nicht einmal das reguläre Pensionsalter."
Die neue Strategie setzt vor allem auf Prävention, bessere Versorgung der Kranken und gezielte Rehabilitation. In der Versorgung sollen vor allem die Allgemeinmediziner via Ausbildung und angepasste Honorarkataloge gefördert werden. Immerhin sind 90 Prozent der psychisch Kranken beim Hausarzt in Behandlung. Insgesamt will man eine lückenlose Versorgungskette von der niedergelassenen Praxis bis zur Klinik und wieder zurück organisieren helfen.
Die Psychotherapie-Angebote (je nach Zahler bisher bis zu fünf Monate Wartezeit) sollen weiter verbessert werden. Das gilt auch für die Psychotherapie bei Kindern. Derzeit werden pro Jahr rund 500.000 Therapiestunden von den Krankenkassen als Sachleistung finanziert, hinzu kommen noch einmal so viele Stunden mit Zuschuss. (APA, 13.11.2012)
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Interessant, daß die Privatwirtschaft eher darauf reagiert als der öffentliche Dienst.
Leider ist Menschenführung mittels Angst und Intrige zum Normalfall geworden.
entspricht genau jenem kostentreibenden Prinzip, an dem unser Gesundheitssystem schon ewig krankt.
Anstatt die kostengünstige, dafür längerfristig nachhaltige wohnortnahe ambulante sozialpsychiatrische Versorgung auszubauen, wird die Krankenhauslobby bedient.
Das kostet enorm viel und bringt den Patienten nur kurzfristig etwas. Es ist eine Utopie zu glauben, man könne psychische Erkrankungen in einer Sechswochen-Reha mehr als "antherapieren"...
ich weiß auch nicht, warum man das nicht einsieht, aber würde man die schwierigen Sachen schon im Schulalter behandeln, würde man sich Unsummen sparen. Wie viel kostet ein stationärer Therapieplatz? 2.000 Euro die Woche? Damit können sie auch 1/2 Jahr intensive Psychotherapie finanzieren und die hat eine ganz andere Wirkung. Man kann es nicht oft genug sagen, aber es muss ganz ganz früh eingegriffen werden.
können Teenager und sogar Kinder treffen, Bsp. Depression; die Schizophrenien schlagen sehr häufig ca. mit dem 20. Lebensjahr erst so richtig zu. Es braucht also niemanden von der SV oder der PVA wundern, wenn solche Patienten mit 50 _erst_ und in solchen Zeiten in Berufsunfähigkeitspension gehen.
Das 'Argument' der herabgesetzten Lebenserwartung habe ich schon mal thematisiert:
1) darf ich doch deutlich auf schlechte(re) Bedingungen durch finanzielle Enge u.a. hinweisen?
(z.B. Wohn-, egal wie fad das Thema schon ist - im Übrigen kommt es mir so vor, als schallt es selbst von der SPÖ "Ab in betreute Wohngemeinschaften!" zurück, dies sehen wir bei Anträgen auf Gemeindewohnung - untreu geworden?)
2) kurz gefaßt: es gibt Schlimmeres.
Verweigert teilweise die Zuschüsse für Psychotherapie, geschweige denn die Übernahme der Kosten dafür (wozu sie eigentlich gesetzlich verpflichtet wäre) und kommt dann mit so einer Propaganda daher.
Äußerst glaubwürdig.
Geht es um Psychotherapeuten mit Kassenvertrag, freie Psychotherapeuten mit Berufsbefähigung (Kostenrückerstattung lt. Honorarordnung), oder freie Psychotherapeuten ohne Berufsbefähigung (kein Kostenersatz)?
Oder schwafeln Sie nur etwas daher?
http://derstandard.at/133963916... ehr-zahlen
http://derstandard.at/133963947... ahlen-will
Der Zuschuss zur Psychotherapie in Höhe von 21,80 Euro ist seit Jahren unverändert.
Die Kassen brechen seit ca. 20 Jahren geltendes Recht, weil sie zu einem Vertragsabschluss mit den Therapeuten verpflichtet wurden, diesem aber nicht nachkommen - Psychotherapie ist nämlich rechtlich einer ärztlichen Behandlung gleichgestellt.
Die Patienten, die gegen die Einstellung des Zuschusses klagen werden durch Sachverständige beurteilt, die nichts mit dem Gebiet zu tun haben.
(Neurologen als Sachverständige!)
Reicht fürs Erste.
Unsere Sozialversicherungen glaubt ja bis heute noch, daß Zahnersatz und Zahnhygiene Kosmetikprodukte sind, daß Brillengläser dem technischen Stand der 60er-Jahre zu entsprechen haben und daß chirurgische Visuskorrekturen sowie Kontaktlinsen nur der Eitelkeit der Patienten entspringen. Da soll ich allen Ernstes glauben, daß die ausgerechnet im Psychosektor irgendwas auf die Reihe kriegen...
Gegenvorschlag: Reduzieren wir die Sozialversicherungen auf eine einzige mit identem Leistungskatalog für alle Einwohner und schlanker Administration, dann können wir uns all das und noch viel mehr von unseren Abgaben leisten.
Auch wenn die Ursachen für die Zunahme psychischer Erkrankungen von Erwebstätigen zu einem guten Teil (aber nicht ausschließlich) auf immer unmenschlicher werdende Arbeitsverhältnisse zurückzuführen ist: Ein echter Anspruch auf kostenlose Psychotherapie im Falle einer psychischen Erkrankung bzw. einer klinisch-psychologischen Behandlung im Falle akuter psychischer Belastungen und Krisen wäre eine ernst gemeinte Investition in psychische Gesundheit. Eine neue Kostenstelle für Hausärzte schaffen ist eine reine Alibimassnahme.
Noch schlechter ist natürlich eine Vermischung psychischer Rehabilitation mit AMS-Zwangsmassnahmen, wie sie teilweise in den BBRZ-Zentren stattfindet - in so einem Klima kann keine Unterstützung stattfinden.
Wo sind bitte die 5500 Rehaplätze für psychisch Kranke? Patienten warten teils ohne Aussicht ein Jahr auf eine sogen. ambulante Reha (2mal/Woche therapeutische Begleitung, an sich ein Witz) nach Klinikaufenthalt. Rückfall ist programmiert, ebenso die Drehtür in die Klinik. Die einzige Rehaabteilung für schwer psychisch Kranke in ganz Österreich in Mauer wurde ersatzlos geschlossen. Die neuen Rehaeinrichtungen sind mit 6 Wochen nur für "Gesunde" geeignet. Außerdem kommen sie zu spät, nämlich erst, wenn wegen Chronifizierung die IVPension "droht".
HAb auch oft gehört dass psych. Kranke lange auf Klinikplätze warten müssen (halbes Jahr und mehr). Da ein naher Verwandter selbst an Depressionen, Angststörung, "extremen" Stimmungsschwankungen (ob tatsächlich bipolar ist zweifelhaft) leidet und nie lange warten müsste würden mich die Kriterien interessieren. Er bekam immer (2 mal) recht schnell einen Platz bzw. hat die GKK einen Aufenthalt/Reha genehmigt.Aufjedenfall weniger als 1-2 Monate Wartezeit. Hat ihn bzw. wundert uns sehr. Er ist übrigens Anfang 30 und Akademiker. Kanns sein, dass die Genehmigung/Wartezeit auch von Faktoren wie Alter,Ausbildung abhängen und nicht nur von Vordiagnosen? Laut ihm waren da noch andere unter 30 die sofort nen Platz bekamen und Ältere die ewig warteten
für Klinik - eher nicht, weil kaum ein Betroffener freiwillig kommt, sondern meist bis zur Katastrophe, d.h. Parere, wartet (so wie die Angehörigen gezwungenermaßen), und da winkt die geschlossene Akutstation.
Für die stationäre 6-Wochen-Reha nach der Klinik gibt es unterschiedliche Wartezeiten - eher Zufallsprinzip, aber eher kürzer bei vorheriger Berufsausbildung und nicht Psychosen, sicher nach Bundesländer verschieden.
Ganz schlecht dran sind Patienten, die in jungen Jahren erkranken und deshalb keine qualifizierte Ausbildung haben, für die sind die Rehamöglichkeiten in A gleich null (Ausnahme Pension Bettina in Wien), weder stationär noch ambulant möglich. Psychotherapie, auch zu wenig, macht noch keine Reha!
gegen Leute im Gange, die in befristeter Pension sind! Nach mehr als 2 Jahren werden solche dann aufs AMS zurückgeschickt, weil einfach nicht mehr krank und punkt! Erlebe ich grade in meinem Bekanntenkreis. Die Frau ist 57 Jahre als und soll sich jetzt weiterhin vom AMS schikanieren lassen, denn einen Job kriegt die sicher nicht!
ABER HAUPTSACHE DIE KASSE STIMMT - DIE STATISTIKEN PASSEN - DIE SALAMITAKTIK DES SOZIALRAUBES FUNKTIONIERT!
RASTERFAHNDUNG PUR!
...man soll selbstbewuste, aufgeklärte Menschen erziehen, welchen lassen nicht alles fallen; wie Mob, Erpressung, Zwänge....
Sich artikulieren können, gesunde Beurteillungsvermögen erlernen. Statt Ängste und Untertanigkeit sich mit selbstwertgefühl peresentieren, und dementsprechend handeln können. Für die Jungen Perspektiven zeigen und nicht ins Resignation drängen...
Bin völlig Deiner Meinung - nur befürchte ich, dass beispielsweise in der Schizophrenie-Früherkennung das Gegenteil der Fall sein wird. Denn es könnte leicht sein, dass grundsätzlich die baldestmögliche berufliche Eingliederung alleine bei der Behandlung federführend sein wird. Das kann herauskommen, wenn man die Belange des Staates (oder das, was als solche dargestellt wird) mit den Anliegen einer wahrhaftigeren Psychiatrie vermischt bzw. erstere im Vordergrund sind.
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