EU will die Ökostrom-Förderung prüfen

EU-Kommissar Günther Oettinger missfallen der hohe Strompreis und der Wildwuchs bei der Ökostromförderung, deren Kosten kritische Grenzen überschreiten

Brüssel - EU-Kommissar Günther Oettinger gefällt der wachsende Nationalismus hinter der Steckdose nicht. Brüssel sind auch die rasant steigenden Strompreise ein Dorn im Auge. Deswegen plant die EU laut einem Bericht der "Süddeutsche Zeitung" weitreichende Eingriffe in die Energiepolitik der 27 EU-Mitgliedstaaten.

Der Strommarkt soll demnach stärker europäisiert und die bisherigen Fördersysteme der nationalen Regierungen für einzelne Energieträger harmonisiert werden. Vor allem der Wildwuchs bei der Ökostromförderung missfällt dem Kommissar. Deren Kosten hätten kritische Grenzen überschritten.

Oettinger will laut dem Zeitungsbericht die Pläne noch in dieser Woche in Brüssel vorstellen. Die EU werde Leitlinien für eine europaweite Reform der nationalen Fördersysteme erarbeiten, heißt es in einem Papier des Kommissars, das der Zeitung vorliegt.

Demnach will die EU den zersplitterten europäischen Energiemarkt bis 2014 einen und den Umbau der Energiewirtschaft forcieren. Innerhalb von drei Jahren sollen Strom und Gas in allen Teilen der EU ohne Grenzen fließen können. Die Gesamtkosten für die nötige Erneuerung des europäischen Energiesystems - etwa bei Kraftwerken sowie Strom- und Gasleitungen - beziffere die EU auf eine Billion Euro, heißt es in dem Bericht. (red, derStandard.at, 13.11.2012)

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