Gewinnrückgang von Semperit beschleunigt sich

Das Ergebnis verringert sich im Quartal um über elf Prozent, der Überschuss sank sogar um ein Drittel

Wien - Der Gewinnrückgang beim börsenotierten Kunststoff- und Kautschukproduktehersteller Semperit AG Holding hat sich im 3. Quartal durch das konjunkturbedingt schwierige Marktumfeld beschleunigt. Das operative Ergebnis (EBIT) sank von Juli bis September im Jahresabstand um 12,6 Prozent auf 20,2 Mio. Euro, in den ersten neun Monaten gab es um 11,1 Prozent auf 57,7 Mio. Euro nach.

Unterm Strich blieb im 3. Quartal ein Periodenüberschuss von 11,5 Mio. Euro, um 24 Prozent weniger, während der Rückgang in den neun Monaten zusammen lediglich 13 Prozent auf 35,4 Mio. Euro ausmachte, wie aus dem Quartalsbericht hervorgeht.

Der Umsatz lag im 3. Quartal mit 205,8 Mio. um 6,5 Prozent unter Vorjahr, in den neun Monaten gesamt waren es mit 615,5 Mio. Euro um 1,7 Prozent weniger.

Trotz der aktuell angespannten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hält die Semperit-Gruppe aber unverändert an ihren mehrjährigen Wachstumszielen fest, wie betont wird. "Im Durchschnitt soll in den Jahren von 2010 bis einschließlich 2015 ein zweistelliges Umsatzwachstum erzielt und gleichzeitig eine EBIT-Marge von rund 10 Prozent erwirtschaftet werden", heißt es.

Keine rasche Nachfrage-Belebung

Das derzeit schwierige Umfeld lasse keine rasche Belebung der Nachfrage erwarten, erklärte Semperit im Ausblick. Das bestehende Auftragsniveau werde sich im 4. Quartal und auch im 1. Quartal 2013 fortsetzen. "Frühestens ab dem 2. Quartal könnte eine positive Dynamik eintreten", heißt es.

Der Umsatzrückgang von Jänner bis September resultierte vor allem aus Mengeneffekten im Segment "Semperflex" bei Industrieschläuchen und Elastomerplatten sowie aus Portfolio-Optimierungen im Segment "Sempertrans", so das Unternehmen.

Im "Sempermed"-Bereich habe man Mengensteigerungen bei Untersuchungs- und Operationshandschuhen realisieren können. Die Business Unit Hydraulikschläuche des Segments "Semperflex" hätten mengenmäßig an den konjunkturell starken Vorjahreszeitraum anschließen können. Und im Segment "Sempertrans" habe die Portfolio-Verschiebung von Textilbändern hin zu höherwertigen Metallbändern eine Fortsetzung des positiven Preiseffekts ermöglicht.

Ergebnisrückgang nach neun Monaten

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von Semperit sank in den ersten neun Monaten um 5,0 Prozent auf 82,3 Mio. Euro und verringerte sich im 3. Quartal um 6,1 Prozent auf 28,4 Mio. Euro.

Analog dem EBIT-Rückgang um 11,1 Prozent (Neun Monate) bzw. 12,6 Prozent (3. Quartal) verschlechterte sich die EBIT-Marge auf 9,4 (10,4) Prozent im Neunmonats-Zeitraum bzw. auf 9,8 (10,5) Prozent in Q3.

Die Ergebnisentwicklung - unterm Strich minus 24 Prozent von Jänner bis September bzw. -13 Prozent in Q3 - beruhte laut Semperit vor allem auf dem geringeren Beitrag des Bereichs "Sempermed". Dafür verantwortlich seien die verschärfte Wettbewerbssituation und eine unterdurchschnittliche Auslastung der Kapazitäten Anfang 2012 gewesen, heißt es.

Im Industriesektor konnte in Summe eine positive Ergebnisentwicklung verzeichnet und das hohe Ertragsniveau des Vorjahres verbessert werden. Allerdings wird in dem Bereich für die kommenden Monate eine leichte Abschwächung des Geschäftsverlaufs erwartet: "Mit einer Belebung der Nachfrage durch Konjunkturimpulse wird aktuell nicht gerechnet", heißt es.

Die Investitionen der Semperit-Gruppe lagen in den ersten drei Quartalen mit 29,6 Mio. unter Vorjahr (36,1 Mio.), Schwerpunkte waren der weitere Ausbau des neuen Werks in Thailand sowie Ersatz-und Erweiterungsinvestitionen bei Semperflex in Tschechien, Thailand und China.

Die Eigenkapitalquote lag per 30.9. bei 59,3 Prozent - nach 57,2 Prozent ein Jahr davor bzw. 60,4 Prozent Ende 2011 -, die Eigenkapitalrentabilität lag bei 11,8 Prozent, nach 15,2 Prozent im Vorjahr. Die liquiden Mittel legten im Jahresabstand um über 30 Prozent von 97,9 auf 127,5 Mio. Euro zu.

Die Mitarbeiter-Zahl der Semperit-Gruppe lag per 30.9. mit 8.113 um 4,3 Prozent tiefer als ein Jahr davor (8.480), Ende 2011 waren es 8.025 gewesen.

Bei der Übernahme des malaysischen Gummihandschuh-Produzenten Latexx Partners Berhad, die am 8. Oktober mitgeteilt wurde, liege der Fokus nach den bereits erfolgten Genehmigungen der Kartellbehörden nun auf der Umsetzung der Transaktion und dann auf der Integration. 2011 hatte Latexx Partners knapp über 100 Mio. Euro Umsatz erzielt. (APA, 13.11.2012)

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Viele Gründe für Probleme, nur der neue Chef, der kann nichts dafür.

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