Das 21er Haus füllt sich

13. November 2012, 08:25

Artothek verankert - Besucherzahlen ausbaufähig

Wien - Als Betriebswirtin freue sie das Einsparpotenzial, aber die Sichtbarkeit der Kunst freue sie noch viel mehr, so Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) am Montag bei einer Pressekonferenz. Anlass zur Freude gibt ihr die 2010 beschlossene und nun vollzogene "Verankerung" der Artothek des Bundes im 21er Haus, verwaltet vom Belvedere.

Die 36.000 seit den 1950ern gesammelten Werke werden nun im 21er Haus verwahrt; die Infrastruktur wie Depots und Verwaltung wurden bereits beim Umbau des 21er Haus eingeplant (3,7 von 31,9 Millionen Gesamtkosten). Bedingt durch Übersiedlung, Digitalisierung und Übergangslösungen mit jenem Verein, der bisher die Artothek betreute, ist die Kostenreduktion heuer noch nicht ersichtlich. Künftig seien die Verwaltungskosten mit 211.000 Euro kalkuliert, sagte die Ministerin.

Das Budget für Ankäufe beträgt jedes Jahr 500.000 Euro. Gut für das Belvedere, schließlich ist das Museum privilegiert, wenn es gilt, Arbeiten aus der Artothek in hauseigene Präsentationen zu integrieren. Dieser Synergieeffekt wurde bei der ebenfalls am Montag präsentierten zweiten Neuhängung der Sammlung sichtbar: In trauter Eintracht etwa die Begründer des österreichischen Informel, Maria Lassnig und Arnulf Rainer. Weitere Arbeiten der Artothek aus den 1950er- und 1960er-Jahren stammen von Markus Prachensky, Wolfgang Hollegha und Max Weiler. Bei den jüngeren Zeitgenossen erweitern etwa Positionen von Flora Neuwirth oder Anita Leisz die hauseigene Kollektion. Neu geschaffen wurde auch ein " Raum im Raum", der jungen Künstlern als Erstauftrittsfläche dienen soll (aktuell Andy Boot).

Publikumswirksam wird das erst, wenn das 21er Haus seine Besucherzahlen steigern kann. Denn da gibt es laut Belvedere-Direktorin Agnes Husslein " room for improvement". Derzeit rangiere man bei durchschnittlich 150 Besuchern pro Tag, also hochgerechnet 40.000 im ersten Jahr. (kafe, DER STANDARD, 13.11.2012)

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3 Postings

Das -im Sinne heutiger Sicht auf die Moderne doch nostalgische- Gebäude scheint bisher weder als Architekturkörper noch als Behälter anspruchsvoller Inhalte von den betreibenden KuratorInnen bisher in den Griff gebracht worden zu sein. Einzig die Buchhandlung von Bernhard Cella schafft es uns nahezulegen, dass wir es mit einem tatsächlichen Ort der Kunst des 21. Jahrhunderts zu tun haben. Vielleicht zukünftig auch das Kino. Und eventuell -das ist zu hoffen- auch in absehbarer Zeit der gläserne Kubus selbst. Im Format von Ausstellungen..

voriges jahr war ich bei der eröffnung -

und war da irgendwas dazwischen, wovon zu reden war?

Das 21er Haus füllt sich

mit heißer Luft, denn heuer wird geheizt.

Was da aber als aktuelle Gegenwartskunst gezeigt wird, bedarf allerdings noch der Kuratierung. Oder zumindest einer Überlegung, wieweit dies eine Aussage über Kurator oder kuratierte Kunst zulässt.

Und im Abstellkeller grundelt das Wotruba-Archiv herum, Exponate lieblos aufgestellt.

Vorschlag: Mangels einer gut vorbereiteten Gegenwartskunst eher eine Wotruba-Retrospektive?

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