Das 21er Haus füllt sich

Artothek verankert - Besucherzahlen ausbaufähig

Wien - Als Betriebswirtin freue sie das Einsparpotenzial, aber die Sichtbarkeit der Kunst freue sie noch viel mehr, so Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) am Montag bei einer Pressekonferenz. Anlass zur Freude gibt ihr die 2010 beschlossene und nun vollzogene "Verankerung" der Artothek des Bundes im 21er Haus, verwaltet vom Belvedere.

Die 36.000 seit den 1950ern gesammelten Werke werden nun im 21er Haus verwahrt; die Infrastruktur wie Depots und Verwaltung wurden bereits beim Umbau des 21er Haus eingeplant (3,7 von 31,9 Millionen Gesamtkosten). Bedingt durch Übersiedlung, Digitalisierung und Übergangslösungen mit jenem Verein, der bisher die Artothek betreute, ist die Kostenreduktion heuer noch nicht ersichtlich. Künftig seien die Verwaltungskosten mit 211.000 Euro kalkuliert, sagte die Ministerin.

Das Budget für Ankäufe beträgt jedes Jahr 500.000 Euro. Gut für das Belvedere, schließlich ist das Museum privilegiert, wenn es gilt, Arbeiten aus der Artothek in hauseigene Präsentationen zu integrieren. Dieser Synergieeffekt wurde bei der ebenfalls am Montag präsentierten zweiten Neuhängung der Sammlung sichtbar: In trauter Eintracht etwa die Begründer des österreichischen Informel, Maria Lassnig und Arnulf Rainer. Weitere Arbeiten der Artothek aus den 1950er- und 1960er-Jahren stammen von Markus Prachensky, Wolfgang Hollegha und Max Weiler. Bei den jüngeren Zeitgenossen erweitern etwa Positionen von Flora Neuwirth oder Anita Leisz die hauseigene Kollektion. Neu geschaffen wurde auch ein " Raum im Raum", der jungen Künstlern als Erstauftrittsfläche dienen soll (aktuell Andy Boot).

Publikumswirksam wird das erst, wenn das 21er Haus seine Besucherzahlen steigern kann. Denn da gibt es laut Belvedere-Direktorin Agnes Husslein " room for improvement". Derzeit rangiere man bei durchschnittlich 150 Besuchern pro Tag, also hochgerechnet 40.000 im ersten Jahr. (kafe, DER STANDARD, 13.11.2012)

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