Airline SAS spart 6.000 Stellen ein

Drastisches Sparprogramm sieht Gehaltskürzungen und Anteilsverkäufe vor

Stockholm - Im Kampf ums Überleben trennt sich die skandinavische Fluggesellschaft SAS von rund 6.000 Beschäftigten. Der massive Sparplan sieht zudem Gehaltskürzungen, Anteilsverkäufe und neuen staatliche Kreditlinien vor. "Das ist wirklich die letzte Chance, wenn es in Zukunft eine SAS geben soll", sagte Konzernchef Rickard Gustafson.

800 Stellen sollen gestrichen werden. Zudem soll die Mitarbeiterzahl durch den Verkauf der Regionallinie Wideroe und des Bodendienstleisters um mindestens 5000 auf 9.000 sinken. Der 1951 gegründeten Airline machen Billiganbieter wie Ryanair oder Norwegian schwer zu schaffen. Seit 2007 hat das Unternehmen keinen Jahresgewinn mehr erwirtschaftet.

Insgesamt will SAS mit den Einsparungen den Gewinn um drei Mrd. schwedische Kronen (350 Mio. Euro) erhöhen und sich einen Kredit über 3,5 Mrd. Kronen sichern. Dieser wird von sieben Banken sowie den Anteilseignern Dänemark, Schweden und Norwegen gestellt, ist aber vorbehaltlich einer Einigung mit den Gewerkschaften und Zustimmung der Parlamente, wo nötig. Bis Sonntag müsse man mit den Gewerkschaften übereinkommen, erklärte Gustafson.

Konzernchef kürzt eigenes Gehalt

Der Lohn des Kabinenpersonals soll im Schnitt um zwölf Prozent gesenkt werden, in anderen Teilen des Unternehmens um bis zu 17 Prozent. "Ich weiß, dass wir von unseren Mitarbeitern viel verlangen, aber es geht nicht anders", sagte Gustafson. Er selbst will auf 20 Prozent seines Gehaltes verzichten. SAS ist nicht die einzige Gesellschaft, die derzeit massiv Arbeitsplätze abbaut: Bei der spanischen Iberia sollen 4.500 Stellen wegfallen.

SAS leidet unter strukturell hohen Kosten. So mussten die Besatzungen der SAS-Flugzeuge bisher das Verhältnis der staatlichen Eigentümer widerspiegeln. "Heute würde man eine Fluggesellschaft anders aufbauen", sagte Branchenexperte Ole Kirchert Christensen vom Beratungsunternehmen TravelBroker. Ob die Airline mit dem Sparprogramm unabhängig überleben kann, wird bezweifelt. "Am Ende dürfte sie von einem größeren Konzern geschluckt werden", prognostizierte Analyst Hans Erik Jacobsen von der Swedbank First Securities. (APA/Reuters, 12.11.2012)

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