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Jane Seaton
STANDARD: Die BBC steckt in einer Krise. Wie kommt sie da heraus?
Seaton: Das Führungspersonal muss jetzt rücksichtslose Korrektheit und Zielstrebigkeit demonstrieren. Dafür scheint mir Chris Patten der richtige Mann zu sein.
STANDARD: Gegen den Chairman des Rundfunkrates richtet sich aber ebenso Kritik wie gegen den bereits zurückgetretenen Generaldirektor George Entwistle.
Seaton: Ich halte es für übertrieben, die Krise um einen schweren journalistischen Schnitzer in eine existenzielle Krise der BBC hochzureden. Patten hat den Rundfunkrat geschickt zum Schutzengel des World Service gemacht, für den die BBC weltweit berühmt ist. Er scheint mir auch für die Zukunft der richtige Mann zu sein.
STANDARD: Wen wünschen Sie sich als Nachfolger für den zurückgetretenen General George Entwistle?
Seaton: Das muss jemand sein, der die BBC zwar im Blut hat, aber von außen kommt.
STANDARD: Was muss sich sofort ändern in der BBC?
Seaton: Mir schien Entwistle schlecht vorbereitet zu sein. Wozu hat die BBC eine Pressestelle? Deren Arbeit muss besser werden: den Chef gut vorbereiten, die eigenen Sendungen gut verkaufen. Aber bitte nicht die Sendungen von Konkurrenten schlechtreden.
STANDARD: Was meinen Sie?
Seaton: Nachdem "Newsnight" die Anschuldigungen gegen Savile nicht ausstrahlte, nahm sich ITV der Sache an. Und die BBC-Pressestelle stänkerte bei Medienjournalisten dagegen. Das gehört nicht zum Ethos eines öffentlich-rechtlichen Senders. (Sebastian Borger, DER STANDARD, 13.11.2012)
Jane Seaton lehrte Mediengeschichte an der Westminster University und ist als Historikerin der BBC derzeit mit den 1980er-Jahren beschäftigt.
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