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Die Stichwahl gegen Amtsinhaber Danilo Türk ist in drei Wochen.
Ljubljana/Zagreb - Sie galt im Vorfeld als die langweiligste Wahl seit langem. Doch seit am Sonntag der slowenische Expremier Borut Pahor entgegen aller Meinungsumfragen den amtierenden Präsidenten und Favoriten Danilo Türk in der ersten Runde überholte, ist sie wirklich spannend geworden. Es ist völlig offen, wer nach der Stichwahl am 2. Dezember Staatsoberhaupt sein wird. Pahor bekam am Sonntag 40 Prozent, Türk 36 Prozent und der Kandidat der konservativen Regierung, Martin Zver, 24 Prozent der Stimmen.
Pahor standen Erleichterung und ein wenig Triumph ins Gesicht geschrieben. Der Sozialdemokrat hatte einen unkonventionellen Wahlkampf geführt und etwa Bauern beim Ernten geholfen. Von seiner Partei hatte er hingegen wenig Unterstützung. Der Sieg in der ersten Runde ist für ihn ein Ticket zurück in die Politik. Denn nachdem Pahor als Premier 2011 an einem Misstrauensvotum scheiterte und die Sozialdemokraten bei den darauffolgenden Wahlen fast zwei Drittel der Parlamentssitze verloren, glaubte niemand mehr so recht an ihn.
Türk, dessen Wiederwahl fix erschien, war am Sonntag "ein wenig enttäuscht". Beobachter führen das Ergebnis auch auf die für Slowenien extrem niedrige Wahlbeteiligung von 47,7 Prozent zurück. Offensichtlich sind viele potenzielle Türk-Wähler zu Hause geblieben.
"Bei der Stichwahl wird es auch darum gehen, wie viele Leute diesmal hingehen", sagt der Politologe Milan Brglez von der Universität Ljubljana. Wenn die Wähler ein klares Signal gegen die Sparmaßnahmen abgeben wollten, habe Türk die besseren Chancen, so Brglez. Denn Türk gilt als ausgewiesener Kritiker der Regierung unter Janez Janša, Pahor hingegen als moderater und kompromiss bereit.
Entscheidend werden auch die rechten Wähler sein, die diesmal Zver gewählt haben und die eher zu Pahor tendieren dürften. "Türk bekommt mehr Stimmen von der traditionellen Linken", so Brglez. Der Kampf zwischen den beiden linken Kandidaten verweist auf den "fortdauernden Krieg unter der Linken", der typisch für Slowenien ist. Die Sozialdemokraten sind nun gestärkt, während der Führungsanspruch von Zoran Jankovic, der mit seiner Partei Positives Slowenien die letzten Parlamentswahlen gewonnen hat, unter der Linken nun nicht mehr so sicher scheint. "Pahor ist zurück, und er ist in Form", sagt Brglez. (Adelheid Wölfl /DER STANDARD, 13.11.2012)
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