Obergrenze: Nur die halbe Miete

Kommentar |

Vassilakou hat ihre Hausaufgaben erledigt wie eine Einserschülerin - Fleißaufgabe Populismus inbegriffen

Als Maria Vassilakou als frisch angelobte Stadträtin gefordert hatte, die Wartefrist für Ausländer auf eine Gemeindewohnung zu streichen, kam vom roten Koalitionspartner mit scheinbarer Freundlichkeit verbrämte Herablassung. Mit der Vizebürgermeisterin sei halt ihr gutes Herz durchgegangen, tat Bürgermeister Michael Häupl den Vorstoß der Grünen damals ab. Vassilakou müsse sich eben noch einarbeiten, befand Wohnbaustadtrat Michael Ludwig gönnerhaft.

Bei ihrem jüngsten Vorstoß, die Mietobergrenze mit sieben Euro pro Quadratmeter zu deckeln, zeigt sich: Vassilakou hat ihre Hausaufgaben erledigt wie eine Einserschülerin - Fleißaufgabe Populismus inbegriffen. Vom Wiener Rathaus aus etwas zu fordern, das nur der Bund umsetzen kann, ist sonst eine Spezialdisziplin des Bürgermeisters.

Auch wenn ihr Vorstoß möglicherweise fern der wirtschaftlichen Realität ist, scheint Vassilakou einen Nerv getroffen zu haben. Oberösterreichs SP-Chef Josef Ackerl findet ihren Vorschlag gut, SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter überlegenswert. Will sie aber Druck auf den Bund ausüben, muss es der Grünen gelingen, auch andere Städte an ihre Seite zu holen. Die Mieten steigen in den Ballungsräumen überproportional, während die wirtschaftliche Situation der Menschen krisenbedingt schwieriger wird. Löst ihr Vorpreschen keine österreichweite Debatte aus, wäre das für Vassilakou nur die halbe Miete. (Bettina Fernsebner-Kokert, DER STANDARD, 13.11.2012)

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nur weil eine forderung populär ist, macht sie das noch nicht populistisch - und selbst das wäre nicht automatisch was schlimmes.

zwar eine "einserschülerin" beim populismus,

aber bei den grundrechnungarten und der logik ein "glattes" "nicht genügend"-setzen, der kandidat ist "durchgefallen"-und mit ihr fliegt der ackerl und der kräuter, die beiden sehr "phantasievollen", aber leider niiicht so intelligentenbuaschen auch gleich durch. ich habe mir ja mangels besserer alternativen wirklich überlegt bei den nächsten wahlen die grünen zu wählen-wer aber mit solch abstrusen, realitätsfernen ideen "populistisch" punkten will, ist ebenso unwählbar. die österreichische politik ist ein "versorgungslager" für korrupte und offensichtlich unfähige, anders ist das dargebotene nicht mehr erklärbar.

Ich hab mir sowas mal durchgerechnet. Auf vorhandenem aufgeschlossenen Grund etwas dazubauen zu lassen (also nur die Baukosten), auf Kredit, diesen bis zur Pensionierung (damals in ~25 Jahren) mit Miete zurückzuzahlen, und dann in der Pension ein Zusatzeinkommen zu haben. Fazit: ich habe es verworfen. Die Miete wäre von Einkommensteuer und Kreditzinsen soweit "gefressen" worden, das ich entweder zu viel vom Gehalt zuzahlen hätte müssen, oder eben exorbitante Mieten verlangen, plus das Risiko, daß es sich erst nicht ausgeht (langfristige Zinsentwicklung usw.). Wobei ich günstige Mieten gut fände, blos das Wohnraumschaffen, für Private zumindest, geht sich "kapitalistisch" gerechnet nicht aus. Nur als Anlage, wenn man "zuviel" Geld hat ;-)

einmal kurz gerechnet

X kauft um € 300.000.- einen 100 m² wohnung und will sie vermieten. max. € 7 bruttomiete, bedeuten wahrscheinlich ca. € 5.- netto miete. nimmt er also (ohne abnützung) € 6.000.- miete ein pro jahr, das sind dann 2% rendite. das ist grad mal ca. die inflation.

offensichtlich wollen die grünen den handel mit wohnungen killen, bzw. leute davon abhalten eigentumswohnungen zu kaufen, um sie dann mit 5% rendite zu vermieten, weil das wären dann wohl mindestens € 10.- netto miete pro m² (was im moment so der normalfall ist)

Man kanns aber auch umgekehrt sehen:
Sind 300.000 € für 100m² angemessen?

Oder wieder umgekehrt:
Viele Käufer zahlen wohl so einen Preis und wissen genau, dass sie da nie 5% Rendite erhalten. Dafür haben sie dann eine sehr sichere, inflationsgeschützte Wertanlage.

€ 5,- netto miete...

...siehe weiter unten... maximal € 3,- netto, eher weniger.

"Meiner Meinung nach sind Mietobergrenzen sehr sinnvoll und vor allem sollten Wohnungsbesitzer massivst besteuert werden wenn sie eine gekaufte Wohnung nach weniger als 10 Jahren verkaufen wollen.""

Der Gewinn aus der Veräußerung von Eigentumswohnungen innerhalb von 10 Jahren war bis dato mit 50% Steuer belegt.
Die SPÖ (+ÖVP) haben diesse Steuer auf 25% gesenkt. Die AK und Gewerkschaft haben den Mund gehalten.

Leider kann ich nur 1 rotes strichele geben. Soviel ?.... Auf einmal aber auch

dann gehören die wohnungen

eben einer firma auf den Channel Islands, die sie an eine andere firma auf den Virgin Islands verkauft (oder wahrscheinlich reicht es Luxembourg und Slowakei einzusetzen). treffen würde man nur die kleinen, die substandard wohnungen kaufen, herrichten, und wieder verkaufen. die preise steigen so und so, ausser man erhöht supply-side. die immo blasen in España oder USA platzten ja auch nur, weil plötzlich viel mehr supply als demand, das ist in Wien aber so überhaupt nicht der fall

London Berlin

Ich kann dem ganzen nur zustimmen. Bin erst vor kurzem nach ueber 8 Jahren London weggezogen. Der Immobilienmarkt dort ist ein Witz. Kapitalismus pur. Dort hat man sowas wie Mietobergrenzen vor 30 Jahren verabsaeumt. Meine letzte Wohnung hatte 16m2 fuer knapp unter 1000€/m
Meiner Meinung nach sind Mietobergrenzen sehr sinnvoll und vor allem sollten Wohnungsbesitzer massivst besteuert werden wenn sie eine gekaufte Wohnung nach weniger als 10 Jahren verkaufen wollen. Es sollten generall weniger Anreize bestehen fuer reiche Leute sich eine ETW nach der anderen zu kaufen. Das sieht man hervorragend am Beispiel Berlin: dort gehen Daenen, Schweden, Englaender auf Einkaufstour und die normalen Leut koennen sich die Miete nicht mehr leisten.

Was mir noch viel mehr...

... auf die Nerven geht: diese gesch.... Befristungen. Ich bin auf jeden Fall bereit, für gute Lagen und Extras mehr zu zahlen, aber ich bin doch nicht blöd mir nach 5 Jahre wieder was Neues suchen zu müssen!!! Und dann gleich wieder Maklerprovision abzulegen, und Umzug und der ganze Kram... "Ich möchte ja wissen wer da einzieht." Blabla... Liebe ein-bis-zwei-Wohnungen-Vermieter: gebt's die Immobilie einer Verwaltung, die regeln Alles für euch, inkl. Mahnungen, Klage, Räumung usw. und das Alles auch noch fristgerecht :-)

Diejenigen, die ständig von Miethaien sprechen, können sich ja eine Wohnung kaufen.
Um 120.000,- in der Peripherie sollte schon was brauchbares zu haben sein. Wenn man die Gebühren beim Kauf dazuhählt und man bei den Möbeln nicht so anspruchsvoll ist, hat man vielleicht einen Finanzierungsbedarf von 160.000,-. Bei den jetzigen niedrigen Zinsen dürften die Rückzahlungsraten pro Monat 25 Jahre lang 900,- ausmachen. Bei steigenden Zinsen eben mehr. Hinzu kommen Betriebskosten und Erhaltungsfond von 200,-, macht 1100,-im Monat. Kaputte Therme und andere Renovierungen trägt man auch selbst.

Ich gebe zu, da ist es bedeutend einfacher, die Wohnung zu mieten und eine Preisdeckelung auf 600 brutto zu fordern. Wer den Rest zahlt, ist einem ja egal!

Der soziale Fortschritt der letzten 40 Jahre:

Jungfamilien brauchen zwei Gehälter, um sich das Leben ohne Sozialhilfe finanzieren zu können.

Durchschnittsverdiener können sich die Mietwohnung nur noch mit Mietzinsbeihilfe leisten.

Kinder müssen ganztägig in kasernenartige Betreuungseinrichtungen abgeschoben werden, weil beide Elternteile in die Arbeit getrieben werden.

Diese Umstände unterstützen das Familienleben so nachhaltig, dass wir extrem hohe Scheidungsraten haben. Dies, obwohl die Jungen kaum noch heiraten, um den Sozialstaat besser ausnutzen zu können.

In dieser Zeit fast ständig allein- oder mitregierend: SPÖ ("Sozial?"-"demokratisch?")!

Aber man wundert sich über sinkende Geburtenzahlen.

Das Ziel der Politik sollte sein

den Bürgern ein Einkommen zu ermöglichen von dem die Wohnkosten bezahlt werden können und dies ohne Miet und Heizkostenzuschüsse.

... warum steigen Mieten ???

... weil Wien die Gebühren für Müll, Wasser, Kanal usw. erhöht hat, Strompreis nach wie vor steigt, die Grundsteuer erhöht werden soll ... bei all diesen Erhöhungen schwieg Frau Vassilakou, jetzt scheint sie schon Wahlkampf betreiben zu wollen.

Gebühren für Müll Wasser und Kanal sowie Strompreis hat mit Miete genau NICHTS zu tun, das sind die Betriebskosten, die sie ansprechen.

Bei den Gebühren hat sie nicht geschwiegen, aber erklärt: Sie sind entsprechend dem Gesetz und dem VPI valorisiert worden.

hohe Gebühren führen dazu

dass sich die Leute die betriebswirtschaftlich kalkulierten Mieten nicht mehr leisten können.

Stimmt. Aber eine Wohnung heute mit 80m² hat Mieten von ca. 500 Euro und BK von ca. 200 Euro. Wenn da nach 3-4 Jahren konstanter Preise die Gebühren um 6% angehoben wurden, dann macht das 12 Euro pro Monat - auch nicht nix, aber deswegen wird man nicht delogiert.

... der Mietpreis setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen, eben auch den BK des Miethauses, sowie MwSt, Verwaltungskosten, Rücklagen, dem NettoMietzins usw. Man kann ev. den Nettomietzins einfrieren, aber der Mietpreis steigt trotzdem.

Also ich kenn immer die Miete oder Mietzins als Preis für die Überlassung des Mietobjekts und ...

.. die zusätzlichen Betriebskosten als das was sie sind: Kosten unabhängig vom Vermieter.

Aber bitte soll sein, deswegen würde ich nicht diskutieren wollen.

Es wird nix mehr gebaut wenn der Mietpreis gedeckelt wird...

Interessant das hier viele Poster schon wissen wie Vorstände verschiedener Bauträger auf so eine Entwicklung reagieren werden. Ich hoffe mal für diese Unternehmen das deren Verantwortliche auf so eine Deckelung anders reagiern und nicht nur lapidar "dann bauen wir halt nicht mehr".

Für eine Immobilienentwicklungsgesellschaft ist es aber blöd wenn man nicht mehr baut. Was tut man dann? Na dann wechselt man einfach den Standort, soooo attraktiv ist Wien ja auch wieder nicht.

Dann konzentriert man sich halt entweder auf Stockerau, Retz und Güssing wo es fast genausoviel Nachfrage gibt - oder man geht nach Mailand, München, Berlin wo die Konkurrenz sich sicher auf einen freut.

Oder man akzeptiert doch das die Renditen etwas fallen.

Die 7 Euro

gelten dann Bundesweit ist nämlich ein Bundessgesetz - also nix mit Stockerau oder so

naja dort ist dann wenigstens der Grund ein bisserl billiger....

Renditen etwas fallen

ich glaube das wäre dann mehr als "etwas", denn angeblich meint die Frau V. dass die Bruttomiete mit EUR 7 gedeckelt werden soll und nicht die Nettomiete.
die Deckelung der Nettomiete würde nur den freien Markt betreffen, geförderte Wohnungen und Genossenschaftswohnungen liegen sowieso unter den EUR 7.

Das würde dann so enden dass die Eigentümer der Mietshäuser am freien Markt versuchen würden ihre Häuser leer zu bekommen um das Haus zu verkaufen, wir hätten dann jede Menge frei stehende Wohnungen, würden uns aber schwer tun eine zu finden, weil wer will schon zu Null oder zu einem Minus vermieten.

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