Neue Spieler, bewährtes System

  • Das ÖFB-Team läuft quasi dem Spiel gegen die Elfenbeinküste entgegen.
    foto: apa/ expa/ reinhard eisenbauer

    Das ÖFB-Team läuft quasi dem Spiel gegen die Elfenbeinküste entgegen.

ÖFB-Teamchef plant gegen die Elfenbeinküste mehrere Umstellungen, verzichtet jedoch auf Experimente

Marcel Koller will seine Spielphilosophie auch am Mittwoch (20.30 Uhr/live ORF eins) im Test gegen die Elfenbeinküste durchziehen. Österreichs Fußball-Teamchef kündigte am Montag zwar mehrere personelle Umstellungen an, an der taktischen Gesamtausrichtung will er mangels Vorbereitungszeit aber nichts ändern. Nur drei Trainingseinheiten stehen dem Schweizer vor dem Länderspiel in Linz mit dem Nationalteam zur Verfügung.

"Es ist wichtig, dass wir eine eigene Identität haben", betonte Koller, der seinen 23-Mann-Kader gegenüber der WM-Qualifikation gegen Kasachstan (0:0, 4:0) kaum verändert hat. Der Teamchef hat seinen Stamm gefunden, setzt auch auf Spieler, bei denen es zuletzt nicht immer nach Wunsch gelaufen ist. "Die Philosophie, die wir beim Team mitgeben, das geht nicht von heute auf morgen", meinte Koller. "Eine gewisse Regelmäßigkeit ist wichtig. Und auch, dass wir den Spielern Vertrauen geben."

In der Startformation sollen mehreren Spieler eine Chance erhalten, die zuletzt in der Nationalmannschaft nicht regelmäßig zum Einsatz gekommen sind. "Von denen möchte ich sehen, dass sie die Berechtigung haben, hier zu sein", sagte Koller. "Es werden aber nicht elf Neue sein, sondern weniger als sieben oder acht." Auch das Wechselkontingent von sechs Spielern will der Schweizer ausschöpfen, das Resultat gegen die körperlich starken Afrikaner spielt für ihn dennoch eine Rolle.

Keine Zeit für Experimente

"Wir sind voll gefordert, um als Abschluss des Jahres ein positives Ergebnis zu erzielen", betonte Koller. "Das wird auch im Vordergrund stehen." Auf Experimente im taktischen Bereich will sich der Teamchef daher nicht einlassen. "Dafür fehlt auch die Zeit. In zwei Tagen neue Dinge einzuüben, das wäre utopisch", erinnerte der 52-Jährige. "Harakiri werden wir nicht machen. Ich will das Bewährte sehen, das wir zuletzt gepredigt haben."

Mehrere ÖFB-Legionäre haben sich am Wochenende mit starken Leistungen empfohlen. Einen Stammplatz stellte Koller aber auch Aston-Villa-Stürmer Andreas Weimann trotz seines Doppelpacks gegen Manchester United noch nicht in Aussicht. "Wir freuen uns, wenn ein Spieler Tore macht. Zwei gegen Manchester United macht man auch nicht jede Woche. Das ist aber nicht unsere erste Überlegung dafür, ob er dabei ist oder nicht", versicherte Koller.

Auch Jungstar David Alaba überzeugte bei Bayern München, wurde vom "kicker" ins Team der Runde gewählt und verwandelte gegen Frankfurt einen Elfmeter. Auch beim Nationalteam zählt der 20-Jährige zu den vorgesehenen Elferschützen. "Drei Spieler sind auf der Liste, da gehört er dazu", verriet Koller. Welcher Akteur tatsächlich zu einem allfälligen Strafstoß antreten würde, solle dann auf dem Spielfeld entschieden werden.

Beim ersten ÖFB-Training im Waldstadion in Pasching fehlten vorerst Martin Harnik (VfB Stuttgart) und György Garics (FC Bologna), die am Sonntag noch im Einsatz waren. Salzburg-Mittelfeldspieler Christoph Leitgeb erhielt eine Spezialbehandlung in der Kabine, könnte gegen die Ivorer dennoch zum Einsatz kommen. Im Tor scheint Robert Almer gesetzt. Eine Hälfte-Hälfte-Lösung mit zwei verschiedenen Schlussmännern hat Koller nicht angedacht, verfügt der Düsseldorf-Legionär doch ohnehin über wenig Spielpraxis.

Die Elfenbeinküste kam am Montagnachmittag beinahe in Bestbesetzung in Linz an. Auch die Topstars Didier Drogba und Yaya Toure waren an Bord, sollten am Abend in Traun ihr erstes Training absolvieren. "Es spricht für uns, dass sie mit ihrem Topaufgebot kommen. Das ist nicht selbstverständlich", meinte Koller. "Sie haben mehrere Weltklasse-Spieler. Es wird wichtig, wie wir gegen die auftreten." Ein echter Test für die im Frühjahr fortgesetzte WM-Qualifikation. (APA, 12.11.2012)

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