Emirate: Hausangestellte von Chefin ermordet

12. November 2012, 17:29
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Gerichtsprozess gegen Frau, die ihr äthiopisches Dienstmädchen zu Tode gefoltert haben soll

Abu Dhabi - In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist eine äthiopische Hausangestellte von ihrer einheimischen Chefin zu Tode gefoltert worden. Wie die Zeitung "The National" aus Abu Dhabi am Montag berichtete, erschien die Frau am Sonntag vor einem Gericht in Abu Dhabi. Sie räumte demnach ein, ihre Angestellte gefoltert zu haben, bestritt aber eine Tötungsabsicht.

Diverse Misshandlungen

Dem Bericht zufolge gestand die Frau, die Äthiopierin zehn Tage vor deren Tod mit einem Kabel ausgepeitscht zu haben, "weil sie faul war". Laut dem Bericht übergoss sie die Angestellte auch mit kochendem Wasser und streute Pfeffer in ihre Augen.

Eines der Kinder der Chefin rief den Angaben zufolge schließlich die Polizei und gab an, ihre Mutter habe die Hausangestellte regelmäßig gefoltert, seit sie es im Sommer eingestellt habe. Nach Angaben eines in der Zeitung zitierten Arztes starb die Äthiopierin an Verbrennungen, die sich entzündet hatten. Die Augen der Frau hätten zudem Blutungen infolge der Folter aufgewiesen.

Menschenrechtsorganisationen weisen immer wieder auf die schlechte Behandlung von Hausangestellten in den Golfmonarchien hin, die zumeist in Folge der Arbeitsmigration in die Länder kommen. Millionen MigrantInnen, vor allem aus Asien, verrichten dort für die Einheimischen häusliche Dienste.

Erst am Montag machte ein ebenso brutaler Fall von Angestellten-Misshandlung in Abu Dhabi Schlagzeilen. Eine Frau wurde gemeinsam mit ihrem Nachbarn zu sieben Jahren Haft verurteilt, nachdem sie ihre Hausangestellte aus den Philippinen zu Tode gefoltert hatten. (APA/red, dieStandard.at, 12.11.2012)

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