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Ken Stringfellow ist ein umtriebiger Mann. Neben der mit John Auer betriebenen Band The Posies hat er jahrelang als Keyboarder für R.E.M. gearbeitet. Das hat ihm nicht nur Freunde eingebracht, aber das Thema ist seit der Auflösung der Band im Vorjahr ohnehin gegessen. Daneben hat der US-Amerikaner mit Lebensmittelpunkt Paris bei der letzten Inkarnation der legendären Band Big Star gespielt. Dazu kommt noch ein gutes Dutzend anderer Kollaborationen, für die hier gar nicht der Platz ist. Und nebenbei hat der 43-jährige Musiker fünf Soloalben aufgenommen. Das jüngste stammt aus dem heurigen Jahr und titelt mit Danzig in the Moonlight.
Das Werk stellt er diese Woche bei zwei Konzerten in Wien (13. 11., Chelsea, 21.00) und Graz (14. 11., Die Scherbe, 20.00) live und solo vor. Auf dem Album überrascht er mit einem breitgestreuten Stilmix. Ein Song wie Pray klingt wie ein verlorener Al-Green-Track, der sich stark am typischen Hi-Sound orientiert, den Greens Produzent Willie Mitchell für diesen entworfen hatte.
Das ist zwar ein exzen trischer Ausreißer, aber auch der Rest des Albums charmiert. Da gibt es die sehnsuchtsvolle Ballade 110 or 220 V, den großen Rock-Song, den elektronisch unterfütterten Pop-Song - Stringfellow schöpft aus dem Vollen. Was bei derlei Unterfangen oft passiert, umschifft er gekonnt. Das Album zerfällt nicht in seine Einzelteile, Stringfellow gelingt der große Bogen, unter dem er all seine Ideen zusammenhält.
Wesentlicher Bestandteil dabei ist die latente Melodieseligkeit, die sich durch sein Gesamtwerk zieht. Danzig in the Moonlight bildet da keine Ausnahme, der Power-Pop von Big Star und der Posies schimmert fast überall wie ein "good feeling" durch, selbst wenn der Mann angespeist über Shittalkers singt.
Man muss es sagen - tolles Album! (flu, DER STANDARD, 13.11.2012)
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