Ist die innere Uhr verstellt, kann Übergewicht die Folge sein

  • Ist die innere Uhr kaputt, dann kann dies zu Übergewicht führen - zumindest haben dies Untersuchungen an Mäusen gezeigt.
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    foto: georgios paschos phd, perelman school of medicine, university of pennsylvania

    Ist die innere Uhr kaputt, dann kann dies zu Übergewicht führen - zumindest haben dies Untersuchungen an Mäusen gezeigt.

Forscher zerstörten den genetischen Zeitgeber in Fettzellen von Mäusen, worauf diese trotz gleichbleibender Nahrungsmenge dick wurden

Philadelphia/New York - Ist die innere Uhr durcheinander, führt das unter Umständen zu Übergewicht, selbst wenn man nicht mehr als üblich isst. Diesen Zusammenhang haben US-Wissenschafter zumindest bei Mäusen feststellen können. Gesteuert wird unsere tägliche Nahrungsaufnahme unter anderem von einem Uhr-Gen, das in der Schaltzentrale des Gehirns, dem Hypothalamus, die Lust aufs Essen auslöst. Wenn dieser genetische Zeitmesser gestört ist, bringt das den Rhythmus der Nahrungsaufnahme durcheinander.

Wie das Team um Georgios Paschos und Garret FitzGerald von der Universität Pennsylvania im Fachjournal "Nature Medicine" schreibt, haben die Forscher das Uhr-Gen namens "Arntl" in den Fettzellen der Versuchstiere zerstört, woraufhin die Mäuse bei gleicher Nahrungsmenge übergewichtig wurden. Dies wirft nach Ansicht der Wissenschafter neues Licht auf die Entstehung von Übergewicht bei Menschen.

Übergewicht trotz gleichbleibender Nahrungsmenge

Die Studie liefere zwei wichtige Erkenntnisse: "Die erste ist, dass eine relativ geringe Veränderung der Essenszeiten das Speichern zusätzlicher Energie begünstigen kann", erläuterte Paschos. "Unsere Mäuse wurden übergewichtig, obwohl sie nicht mehr Kalorien zu sich genommen haben." Diese Verhaltensänderung ähnele nächtlichen Fressattacken des Menschen, die ebenfalls in Zusammenhang mit Übergewicht stehen, wie der Wissenschafter Albert Stunkard schon 1955 bewies.

Die zweite Beobachtung der Wissenschafter betrifft unsere biologische Uhr. Traditionell orientieren sich die Taktgeber in äußeren Geweben an der "Hauptuhr" im Gehirn - ähnlich wie die Mitglieder eines Orchesters dem Dirigenten folgen. "Wir wissen schon lange, dass die peripheren Uhren unabhängig von der Hauptuhr funktionieren können - schließlich kann ein Schlagzeuger auch ohne Anweisungen des Dirigenten trommeln - aber hier sehen wir jetzt, dass ein anderer Rhythmus der Nebenuhren sogar die Hauptuhr beeinflussen kann" erklärt FitzGerald.

Die Störung der inneren Uhr kann nach Angaben der Forscher außerdem zu dauerhaften Stoffwechselstörungen führen. Beispielsweise seien Menschen, die nachts arbeiten, viel anfälliger für Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen. Patienten mit Schlafstörungen leiden ebenfalls schneller an Übergewicht. (APA/red, derstandard.at, 12.11.2012)

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