Tiefsinn in plakativer Umgebung

  • Pianist und Dirigent Daniel Barenboim feierte Jubiläum.
    foto: apa

    Pianist und Dirigent Daniel Barenboim feierte Jubiläum.

Jubilar Daniel Barenboim gastierte im Konzerthaus

Wien - So eine Dosis an Gefühlsromantik reicht eigentlich für einen ganzen Konzertmonat: Zwar lässt es Dirigent Daniel Harding zu Beginn, bei Chopins 1. Klavierkonzert, dramatisch scheppern, als wärs eine Freiluftaufführung. Im weiter Verlauf jedoch wird der süße Klang der Wiener Philharmoniker (im tendenziell immer gemächlichen Tempo) zu einer trägen Masse, die besonders im 2. Satz regelrecht erstarrt - natürlich mitbegünstigt durch den nicht sehr wendigen Orchestersatz dieses Werkes.

In diesem Ambiente ist Solist Daniel Barenboim von Beginn an eine Art freundlich kommunizierender Kontrapunkt: Mit unsentimentaler Klarheit glänzt das Thema im 1. Satz, und an den Solostellen des 2. Satzes ist er jener immer überraschende Gestalter des Poetischen (das ins Helle, Grelle umschlagen kann), der sich im 3. Satz vom Orchesterteppich " tänzelnd" abgrenzt. Barenboim feierte mit diesem Konzert sein 60-jähriges Konzerthaus-Jubiläum also als jener höchst musikalische Kontrastkünstler, der es versteht, Linien eine ganz eigene Tiefe und Logik zu verleihen (am 3. November 1952 hatte er als Neunjähriger sein Debüt mit dem Kammerorchester der Konzerthausgesellschaft).

Dass Harding nicht unbedingt der ideale Partner für dieses Repertoire war, wurde auch bei Tschaikowskis 1. Klavierkonzert evident. Allzu vordergründig sind seine romantischen Ansichten, allzu sehr auf deftige Effekte hin angelegt. Was Wunder, dass auch hier jene Passagen überzeugten, da Barenboim einsam die ganze Bandbreite seiner Ausdrucksideen entfalten konnte.

Bis es dann zum Schluss hin wieder opulent anschwoll und mit einem überdeftigen Orchesterkracher so zu Ende ging, wie es begonnen hatte. Standing Ovations für Barenboim, den Universalisten, der am 15. November seinen 70er feiert. Mit einem Konzert in Berlin - zusammen mit Freund und Dirigent Zubin Mehta. (Ljubisa Tosic, DER STANDARD, 13.11.2012)

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Bärenbaum ?

Barenboim ist nicht nur als Pianist, auch als
Dirigent ist überschätzt.Hat aber gute Förderer.
Bei Mezzo " fliesst aus jedem Hahn " Barenboim.
Nicht lustig.

Können Sie es besser?

aha, ein witzbold!

Bleiben drei Fragen:

Wie begründen Sie Ihr "Urteil"?
Sie kennen "gute Förderer" des Siebzigjährigen?
Entspricht "Bärenbaum" ihrer Intoleranz?
Wo Sie recht haben: lustig ist es nicht.

natürlich hat Barenboim seine Förderer

mit entsprechenden Beziehungen. Aber das haben andere Dirigenten auch.

Barenboim ist ein überschätzter Pianist

seit Jahren spielt er sein Repertoire immer gleich, es spielt kaum eine Rolle, welches Orchster sich ihm anpassen muss. Das wird von guten Orchestern meist nicht geschätzt.

Ein Repertoire

immer wieder neu zu interpretieren (wäre wohl weltweit einmalig)...wird von "guten Orchestern" geschätzt?
Wollen Sie ernst genommen werden?

Wäre nicht einmalig, sondern ein Zeichen von Musikalität

und ein Orchester schätzt es, wenn seine Kompetenzen wahrgenommen werden. Gute Dirigenten und Solisten schaffen das.

Ach ja,

die großen Sprüche mit geringstem Hintergrund.
Wir reden nicht vom Jazz: Interpretation ist Kopfsache, sprich: Philosophie--Musikalität auf diesem Niveau obligatorisches Handwerk.
Andersrum brennend interessant: eine unablässige Neuinterpretierung innerhalb einer 60jährigen Karriere sind, bitteschön, Merkmale welcher "guter" Dirigenten und Solisten, Herr Musikus?

Auch wenn das die groupies nicht gerne hören

ein Konzert lebt von der Interaktion zwischen Dirigent, Orchester, Chor, Solist und Publikum

Niemand weiß,

welchem Konzert Sie ihre laute Stimme leihen...aber die Interaktion mit dem Chor war an diesem Abend aus einem sehr wichtigen Grund nicht beeindruckend.

Sind Sie so engstirnig oder tun Sie nur so - hoffe ich doch

es geht nicht nur um diesen einen Abend. Aber da liegen die Unterschiede zwischen Musikliebhabern und Fans - Sie gehören zu letzteren, auch in Ordnung.

Und danke für die laute Stimme .-)

Jansons, Haitink, Harnoncourt, Boulez, Sanderling, Wand, Abbado,...

Uchida, Pires, Mutter, ...

Und kommen Sie jetzt nicht mit dem Spruch, dass es noch nicht alle auf 60 Jahre gebracht haben!

Wie kann man Ihnen da raus helfen..

Mit Harnoncourt nennen Sie ausgerechnet die versteinertste Legende der sog. "Historischen Aufführungspraxis" bezogen auf die Alte Musik, die interpretatorische Freiheiten bis auf ein paar übliche Verzierungen gar nicht zuläßt.
Pierre Boulez, und hier wird wohl zum Quantensprung angesetzt, hat lediglich seine eigenen! Werke immer wieder neu angerichtet.
Und Günter Wand war ja gerade berühmt für konsequente Werktreue.
Insofern lassen sich ihre Einlassungen wohl eher ironisch deuten.
Trotzdem: Bißchen dünne bis hierher oder auch..Quatsch mit Soße.

Nützt's nichts so schadet es zumindest nicht

Was glauben Sie, warum Wand so werktreu war? Wei er sich immer wieder mit den Werken auseinandergesetzt hat, dass Thielemann und Barenboim groupies bei Harnoncourt aufheulen, war mir beim schreiben schon bewusst und dass Sie bei Boulez vermutlich nie etwas gehört haben, kann ich mir schon vorstellen. Da trauen Sie sich wohl gar nicht hin, weil man bei diesen Konzerten was Denken muss.

Völlig richtig,

eine weitergehende Diskussion ist so überflüssig wie ihr Kropf.
Was dennoch für ewig bleiben wird (weil nicht alle Selbsttore so stümperhaft fallen): Euer Merkwürden anerkennt die besondere Werktreue eines Günter Wand...und fällt sich damit selbst in den Rücken.
Danke für dieses kleine Amusement.

Ich habe unter Wand gespielt

Zitat G. Wand (1998): Wir müssen immer weiter suchen, um uns der Partitur anzunähern.
Das verstehe ich unter musikalischer Arbeit und Weiterentwicklung, aber - und jetzt ohne Lachanfall bedingte Tippfehler - das verstehst du wohl kaum.

Was auffällt:

nachdem Sie behauptet haben, "im Orchester (unter Barenboim) gewesen zu sein" und "noch im Orchester gebraucht zu werden", schreiben Sie hier munter Mails...genau zu einer Uhrzeit, während der Ihr! Orchester ein Konzert unter Andris Nelsons in München gibt.
Braucht man Sie nicht mehr oder
haben ein paar Gläschen zuviel ihre Wünsche mit der Wirklichkeit kollidieren lassen?

Nein, kein Dienst und mit Grippe im Bett, darum Zeit für depperte Poster

Ach geh Schtzchen, lies dein donald Duck, von Partituren verstehst du eh nix

Erst Denken, Hören und dann Posten - aber eben: engstirnig oder wie Sie zu sagen pflegen: versteinert

ein richtig nerviges cookie eben. Diskussion überflüssig.

dieses konzert war nur dank barenboim ein erlebnis, die wr. philharmoniker fad wie immer!

an die rotstrichler, bitte posen sie nur, wenn sie dabei waren im publikum nicht auf der bühne!

ich war im publikum, gebe aber weder rot noch grün.

tja, so ist das ergebnis, wenn lauter dilettanten am werk sind. die tun halt, was der dirigent ihnen anschafft.

War im Orchester, gebe Barenboim Rot

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