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Ein neuer Hochleistungsrechner soll die Wettervorhersage sowie die Krisen- und Katastrophen-Information der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) schneller und präziser machen. Auf dem drei Millionen Euro teuren Gerät laufen die Berechnungen der Wettermodelle rund 15 bis 20 Mal schneller als auf dem alten System. Profitieren sollen davon neben der ZAMG auch Landeswarnzentralen, Lawinenwarndienste, Energieversorger, Winterdienste, etc. Am Montag wurde der Computer von ZAMG-Chef Michael Staudinger, Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle und der für Katastrophenschutz zuständigen Innenministerin Johanna Mikl-Leitner präsentiert.
Den Meteorologen stehen immer mehr Messdaten zur Verfügung und sie wissen immer mehr über die Vorgänge in der Atmosphäre. Vor allem in geografisch so stark gegliederten Regionen wie dem Alpenraum kann dieses Wissen aber nur mit sehr hoher Rechnerleistung für Vorhersagemodelle verwendet werden.
Globale Wettermodelle, die mit einer Auflösung von 15 Kilometer arbeiten, sind im Alpenraum zu ungenau, hier werden hochaufgelöste, regionale Vorhersagemodelle benötigt. Denn viele Schäden würden durch kleinräumige Ereignisse verursacht, die nur maximal zwei Stunden im Voraus zu prognostizieren seien, so Staudinger.
Das bisher vor allem verwendete regionale Vorhersagemodell ALARO (Auflösung: 4,8 Kilometer) wurde mit AROME (Application of Research to Operations at Mesoscale) weiter verfeinert. Dieses Modell läuft mit einer Auflösung von nur 2,5 Kilometer und kann selbst sehr regionale Extremereignisse wie Gewitter berücksichtigen.
Allerdings war mit dem bisherigen ZAMG-Rechner für AROME kein operationeller Betrieb möglich. Selbst das gröbere ALARO konnte nur vier Mal pro Tag eingesetzt werden, ein Durchlauf benötigte zwei Stunden. Am neuen Rechner wird AROME acht Mal pro Tag Vorhersagen für zwei Tage berechnen, und das in einer Rechenzeit von jeweils weniger als fünf Minuten. Damit lässt sich auch im Katastrophenfall etwa die Ausbreitung einer radioaktiven Wolke sechs Mal schneller berechnen. Und Zeit für Forschungsarbeiten am Rechner bleibt auch noch.
Mikl-Leitner verwies darauf, dass der Krisen- und Katastrophenschutz professionelle Informationen benötige, "zeitnahe Prognosen ermöglichen es, Vorkehrungen zu treffen und Katastrophen in den Griff zu bekommen". Die ZAMG soll dazu auch Zugriff auf den ausfallsicheren Digitalfunk erhalten.
Die Prognosen der Meteorologen seien oft lebensentscheidend, betonte Staudinger. "Um Wetterwarnungen umzusetzen, braucht es extrem viel Glaubwürdigkeit der beteiligten Institutionen", so der ZAMG-Chef.
Töchterle betonte, dass die ZAMG mit dem neuen Rechner auch ihre Rolle als Forschungspartner steigere, etwa bei der Klimaforschung. So erlaubt der Computer eine regionale Klimamodellierung mit einer Auflösung in Österreich von nur vier Kilometern und im städtischen Bereich sogar bis zu 100 Metern.
Der neue Rechner (SGI ICE X) des Herstellers Silicon Graphics International, ein Cluster von 252 Rechenknoten mit insgesamt 4.032 Rechenkernen, schafft 82 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde, das entspricht laut Staudinger eine Leistung von etwa 4.000 PC. Die vom Wissenschaftsministerium getragenen Kosten betrugen 1,5 Millionen Euro für den Rechner und 1,6 Millionen Euro für die notwendige Infrastruktur.(APA, 12.11.2012)
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