Sido schlägt Strache: ORF auf Abruf

  • Quotengarant auch in der TVthek: Rapper Sido.
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    Quotengarant auch in der TVthek: Rapper Sido.

  • Grafik: TVthek in Daten.
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    Grafik: TVthek in Daten.

Was rufen die täglich rund 70.000 Nutzer auf der TVthek des ORF ab? Überwiegend "ZiBs" und "Bundesland heute". Die Hitliste der ersten drei Jahre führt aber "Chili" an - mit Sidos Watsche für Dominic Heinzl

Wien - Sidos Ohrfeige in "Chili" schlägt als meistabgerufene Sendung etwas aus der Art: 60 Prozent der "Sichtungen" (Grafik) auf der TVthek des ORF zielen auf "ZiBs" und "Bundesland heute", sagt Thomas Prantner, für Online zuständiger Technikvizedirektor des ORF. Unter 130 Sendungen, auf die Prantner das Angebot seines wichtigsten Projekts in drei Jahren erweiterte. Demnächst beantragt der ORF die nächste Erweiterung bei der Medienbehörde.

Im Vorverfahren lehnten sie die Privatsender kategorisch ab. Wohl vor allem in ihre Richtung, sagt Prantner: "Fiction, US-Spielfilme oder Serien sind nicht auf der TVthek geplant." Das entspräche nicht "der Philosophie als öffentlich-rechtliches Videoportal".

Kooperation mit Verlegern

Der Zeitungsverband beurteilte das Projekt milde, mehr Inhalte und erstmals Werbung in der TVthek zu platzieren. Das Gegenangebot für die Verleger: Sie können Videocontent aus "ZiBs" und "Bundesland heute" auf ihren Webseiten zeigen und vermarkten. Freilich soll nach STANDARD-Infos nicht jede Zeitungsseite im Alleingang Werbung um die Beiträge verkaufen können.

Kolportierter Plan: Ein externer Vermarkter, ob mit oder ohne Beteiligung der Medienhäuser und des ORF, verkauft die Werbung um die ORF-Beiträge und teilt die Einnahmen nach den Zugriffen unter den Medien auf. Abgemacht ist nach diesen Infos noch nichts. Prantner sagt der APA dazu und zu möglichen Kartellfragen: "Jede Art von Kooperation muss auf rechtlich sicheren Beinen stehen. Weder soll etwas umgangen noch irgendein Gesetz verletzt werden."

690.000 im Monat, rund 70.000 pro Tag nutzen die TVthek, weniger als eineinhalb Prozent des TV-Publikums. Sie sei keine Konkurrenz für klassisches TV und ergänze es, betont Prantner. (fid, DER STANDARD, 13.11.2012)

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