Guerilla Gardening statt Hundeklo

Tanja Paar
14. November 2012, 11:28
  • Wenn keine Blumen mehr wachsen, werden einfach Zierkürbisse ausgelegt.
    foto: tanja paar

    Wenn keine Blumen mehr wachsen, werden einfach Zierkürbisse ausgelegt.

Berlin versinkt im Dreck. Berlin ist aber auch ein Vorbild - gerade bei der Nutzung des öffentlichen Raumes. Was wir von Berlin lernen können

Berlin versinkt im Dreck. Die Stadtväter überlegen eine kommunale Sonderabgabe für Fast Food, damit Verpackungsmaterial nicht einfach auf die Straße geworfen wird.

Berlin ist aber auch ein Vorbild - gerade bei der Nutzung des öffentlichen Raumes. Die Gehsteige sind in der Regel viel breiter als in Wien, sehr viele Straßen sind von Alleen gesäumt. Das nutzen die Anwohner immer öfter für ein Guerilla Gardening, das seinesgleichen in Europa sucht.

Sogar jetzt im November werden nahezu alle Flächen um die Bäume liebevoll bepflanzt und gehätschelt. So entsteht alle paar Meter ein Miniziergarten, der nur der Initiative von Einzelnen zu verdanken ist, aber allen zugute kommt. Der Fantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt: vor einem spanischen Lokal ist ein Weinfass mit Efeu begrünt und wird so zum improvisierten Schanigarten.

Aber auch ohne finanzielles Interesse wird behübscht. Einmal zimmert einer aus Brettern eine bunte Bank um eine Akazie und lädt so zum Verweilen ein. Ein ander Mal werden, wenn keine Blumen mehr wachsen, einfach Zierkürbisse ausgelegt.

Das ist hübsch anzusehen und beschert dem Touristen wie Einwohner weit bessere Laune als mickrige Brachen, die zu Hundeklos verkommen. (Tanja Paar, derStandard.at, 14.11.2012)

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19 Postings

wie soll eine sonderabgabe verhindern, dass fastfood-verpackungen irgendwo weggeworfen werden und nicht im mülleimer landen?

Manchmal denk ich mir aber auch es sei Gorilla Gardening ...

... und in Kopenhagen wird der "Dreck" versenkt

siehe "In der Stadt der ertrunkenen Fahrräder"
http://www.rokitansky-unterwegs.at

Strick-Deko

Wir haben in der Stadt Leute, die Pfosten und Parkbanklehnen mit Strickzeug verschönern. Sieht hübsch aus & gibt einem das Gefühl, dass es jemandem wichtig ist, den Ort zu verschönern.

Ist die bestrickte Banklehne nach einem Regenschauer, dann nicht unnötig lang nass?

Daran habe ich gar nicht gedacht - wird aber leider wohl so sein...

Guerilla Gardening ist nun nicht mehr neu. Der Trend ist schon seit ein paar Jahren da. Auch in Ö. Die Idee find ich sehr gut! Möcht zwar nicht den Kürbis essen müssen, der neben der Fahrbahn gewachsen ist, aber es freut das Auge.

Zierkürbisse NIE essen

Zierkürbisse dürfen Sie NIE essen, die sind nämlich extrem giftig! Ganuz unabhängig davon, ob sie neben einer viel befahrenen Straße oder auf dem ländlichen Misthaufen wachsen. Ich hab´s am eigenen Leib erlebt, musste mit der Rettung ins Krankenhaus.

einfach übertrieben

weder versinkt Berlin im Dreck, noch wird jede freie Ecke zur Gestaltung und Bepflanzung genutzt.
Beides gibt es in Berlin, wahrscheinlich auch mehr als in vergleichbaren Städten, aber ausserhalb von den touristischen HotSpots gibts auch nicht mehr Dreck. Einige Ecken werden sicher liebevoll gestaltet, trotzdem gibts auch in Berlin reichlich Hundstrümmel auf den Gehsteigen.

So scheints mir auch. Und eine Berliner Besonderheit: die magere Straßenbeleuchtung. Da geht man abends durch Viertel die wirklich hart an der Grenze zu Stockdunkel sind. Das wird halt am fehlenden Geld liegen;) - Kreativ war die Stadt natürlich schon immer. Aber so an jeder freien Ecke findets auch nicht statt.

Ziemlich verklärter Bericht.
Wien pflegt seine Grünflächen tausendmal besser als Berlin.

Insbesondere die Vorbildwirkung mit breiteren Gehsteigen und so - wer Berlin ein bisschen durchquert merkt einfach wie riesig die Fläche ist. Wenn man Wien auf die dreifache Fläche verteilt dann bleibt auch jede Menge Platz für Gehsteige :)

schon - aber die berliner zeigen wahrscheinlich mehr kreativität und eigeninitiative - hat auch irgendwie charme.

ging ja hier auch kaum....

.....zierkürbis auslegen - 75euro für illegale müllentsorgung. usw.... da wett ich drauf.....

Aus der Not heraus.
Da hab ich lieber keine Not.

Klar, dass die Bewohner selbst dafür sorgen, wenn's sonst niemand tut. Hier macht's die Stadt selbst, da ist's eigentlich kaum erforderlich, um einen Baum ein paar Zierkürbisse zu legen...

Dennoch: wäre schön, wenn man in der Wiener Stadt mehr kreativ aktiv seinen direkten Lebensraum resp Lebensumfeld gestalten würde...vorstellen kann' man sichs halt mal, vereinzelt an Orten sieht man, dass es auch gemacht wird.
PS: Die Pankahytn ist der sichtbarste Ort für eine Gestaltung.

Also die Pankahytn mit dem, was in diesem Bericht geschrieben wird, zu vergleichen, halte ich für weit hergeholt...

Das ist richtig...ist ein extremes Beispiel

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