Guerilla Gardening statt Hundeklo

  • Wenn keine Blumen mehr wachsen, werden einfach Zierkürbisse ausgelegt.
    foto: tanja paar

    Wenn keine Blumen mehr wachsen, werden einfach Zierkürbisse ausgelegt.

Berlin versinkt im Dreck. Berlin ist aber auch ein Vorbild - gerade bei der Nutzung des öffentlichen Raumes. Was wir von Berlin lernen können

Berlin versinkt im Dreck. Die Stadtväter überlegen eine kommunale Sonderabgabe für Fast Food, damit Verpackungsmaterial nicht einfach auf die Straße geworfen wird.

Berlin ist aber auch ein Vorbild - gerade bei der Nutzung des öffentlichen Raumes. Die Gehsteige sind in der Regel viel breiter als in Wien, sehr viele Straßen sind von Alleen gesäumt. Das nutzen die Anwohner immer öfter für ein Guerilla Gardening, das seinesgleichen in Europa sucht.

Sogar jetzt im November werden nahezu alle Flächen um die Bäume liebevoll bepflanzt und gehätschelt. So entsteht alle paar Meter ein Miniziergarten, der nur der Initiative von Einzelnen zu verdanken ist, aber allen zugute kommt. Der Fantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt: vor einem spanischen Lokal ist ein Weinfass mit Efeu begrünt und wird so zum improvisierten Schanigarten.

Aber auch ohne finanzielles Interesse wird behübscht. Einmal zimmert einer aus Brettern eine bunte Bank um eine Akazie und lädt so zum Verweilen ein. Ein ander Mal werden, wenn keine Blumen mehr wachsen, einfach Zierkürbisse ausgelegt.

Das ist hübsch anzusehen und beschert dem Touristen wie Einwohner weit bessere Laune als mickrige Brachen, die zu Hundeklos verkommen. (Tanja Paar, derStandard.at, 14.11.2012)

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