Lesbische Filmtage Graz zwischen Vielfalt und Differenz

14. bis 17. November im Filmzentrum Rechbauer - sechs ausgewählte Streifen und Dokumentationen

Graz - "Eine einheitliche 'lesbische Identität' gibt es nicht" - dieser Feststellung wollen sich die sechsten "Lesbischen Filmtage Graz" (le.f.t) von 14. bis 17. November widmen. Zwischen Vielfalt und Differenz bewegen sich die sechs ausgewählten Streifen und Dokumentationen und sie sollen das Gemeinsame und Verbindende vermittlen, aber "auch einer differenzierten und dezentrierten Darstellungsweise Raum geben", so das Veranstaltungs-Trio Uma Höbel, Martina Kump und Eva Taxacher.

Eröffnet werden die le.f.t am Mittwoch mit dem Spielfilm "Cloudburst (Regie: Thom Fitzgerald, USA/Kanada 2011): In dem tragisch-komischen Roadmovie brennt das betagte lesbische Pärchen Dotty und Stella nach Kanada durch, um dort zu heiraten. Da Dotty aber eigentlich von ihrer Enkelin entmündigt wurde und in einem Altersheim sitzen sollte, ist die Polizei den beiden auf den Fersen.

Eine Uraufführung ist am Donnerstag zu sehen: Der Kurzfilm "Surfing" (Österreich 2012) von Britta Lang dreht sich "um nackte Tatsachen und zumindest zwei Geheimnisse". Danach wird der Dokumentarfilm "Yes, We Are" (Regie: Magda Wystub, Polen und Deutschland 2011) gezeigt, in dem es um das lesbische Leben, Homophobie und Widerstand in Polen geht.

Die Romantikkomödie "Jamie und Jessie sind nicht zusammen" (Regie: Wendy Jo Carlton, USA 2011) feiert am Freitag seine Österreichpremiere und "bürstet das klassische Liebesdrama gegen den Strich", meinen die Veranstalterinnen. Anschließend zeigen die le.f.t den Spielfilm "Romeos... anders als du denkst" (Regie: Sabine Bernardi, Deutschland 2011), in dem sich Lukas aus der Provinz nach seinem Coming-out den neuen Herausforderungen in Köln stellt.

Ebenfalls Österreichpremiere feiert am Samstag der Dokumentarfilm "Jan's Coming-out" (Regie: Carolyn Reid; Großbritannien 2011) und bildet damit den Abschluss der le.f.t 2012. Darin entdeckt Jan Walker, eine dreifache Mutter, mit 50 Jahren ihre lesbische Identität. Alle Filme werden im Filmzentrum Rechbauer gezeigt. Das Abschlussfest findet am 17. November ab 21.00 Uhr in der Max Mell Allee 11 (Universitätssportzentrum) gemeinsam mit "Welle Royal" statt. (APA, 12.11.2012)

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