Chefkonstrukteur von Russlands Satelliten-Navigationssystem entlassen

Polizei ermittelt seit Jahren wegen Veruntreuung bei Glonass

Vor dem Hintergrund von Ermittlungen zur Veruntreuung öffentlicher Gelder ist der Chefkonstrukteur von Russlands Satelliten-Navigationssystem Glonass entlassen worden. Juri Urlitschitsch sei durch die zuständige Regierungskommission von seinen Aufgaben entbunden worden, berichteten russische Nachrichtenagenturen übereinstimmend am Sonntag. Vor wenigen Tagen hatten russischen Medien berichtet, dass über die Jahre in dem Programm umgerechnet 162 Millionen Euro veruntreut worden sein sollen.

Konkurrenz zu GPS und Galileo

Mit Glonass will Russland dem US-System GPS sowie dem im Aufbau befindlichen europäischen System Galileo Konkurrenz machen. Die Polizei geht seit mehreren Jahren Vorwürfen nach, dass es beim Aufbau von Glonass zu finanziellen Unregelmäßigkeiten gekommen ist. Die Ermittlungen richteten sich vor allem gegen Manager der Gesellschaft für russische Raumfahrtsysteme (RKS), die für die Entwicklung von Glonass zuständig ist. Urlitschitsch behält laut der Agentur ITAR-TASS zunächst seinen Posten als Generaldirektor von RKS.(APA/AFP, 11.11.2012)

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