Ein Deutscher in New York

11. November 2012, 17:43
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Nicht nur Sandy suchte die Stadt heim, nein, auch der deutsche Komiker Michael Mittermeier war da

Gemeine und missgünstige Menschen würden sagen: New York bleibt wirklich nichts erspart. Nicht nur Sandy suchte die Stadt heim, nein, auch der deutsche Komiker Michael Mittermeier war da.

Zusammen mit dem New Yorker Stand-up-Comedian Reggie Watts zog er am Samstag für Arte Durch die Nacht ... Bereits beim gemeinsamen Morgen-Kaffee ließen ihre Gespräche an einer Sache keinen Zweifel: Mittermeier ist ein Problemfall. Deutsche haben keinen Humor, weiß man ja. Und unglücklicherweise wissen das auch die Amerikaner.

Wie ein Veteran erzählte Mittermeier von Auftritten im angloamerikanischen Raum, von verständnislosen Gesichtern. Auf Dauer gingen sein ewiges Hausieren mit der eigenen Nationalität, seine vorauseilend gehorsame Selbstironie und die ganzen Hitler- und Griecheland-Witze dann aber ziemlich auf die Nerven.

Denn eigentlich, hatte man den Eindruck, war alles halb so wild: Außer Mittermeier selbst schien es irgendwie keiner so ungewöhnlich zu finden, dass ein Deutscher Comedy macht.

Natürlich war der New Yorker Watts sowohl im Impro-Theater-Trainingslager als auch im Comedy Club, in dem die beiden Herren zu späterer Stunde auftraten, der Lokalmatador. Mittermeier war der unbekannte Exot. Aber er machte als solcher nicht nur eine gute Figur, er wurde auch überall wohlwollend empfangen. Man fand ihn lustig.

Auch beim Impro-Theater am Nachmittag bewies er Geistesgegenwart und Witz. Zum Thema Autofahren riss er als rechts Sitzender gleich das imaginäre Lenkrad an sich: "Ich fahre, wir sind in England." Dabei war es doch auch in New York gar nicht so schlimm. (Andrea Heinz, DER STANDARD, 12.11.2012)

  • Michael Mittermeier zog mit Reggie Watts durch New York.
    foto: zdf

    Michael Mittermeier zog mit Reggie Watts durch New York.

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