Versuchsmiliz startet erste Übung

11. November 2012, 17:33
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Noch Freiwillige gesucht - Heeresbudget sinkt weiter

Wien - Am Montag startet jene Versuchsmiliz mit ihrer ersten Übung, die Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) im Zuge seiner Pilotprojekte für ein Berufsheer erproben will. Bisher haben sich zwar nicht genug Freiwillige gemeldet, um die zwei vorgesehenen Miliz-Pionierkompanien ausreichend zu befüllen, das Ministerium gibt sich aber dennoch zuversichtlich, genug Milizsoldaten zu bekommen. Die Pionierkompanien werden in Niederösterreich und Salzburg aufgestellt.

Jene in Niederösterreich hält ab heute, Montag, eine erste Formierungsübung am Truppenübungsplatz Allentsteig ab, die eine Woche lang dauern wird. Ziel dieser Übung ist laut Verteidigungsressort das Kennenlernen der Funktionen und die Ausbildung an den Geräten und Werkzeugen. Die Formierungsübung der Pionierkompanie Salzburg findet erst Anfang Dezember statt.

Jede Kompanie soll insgesamt aus 115 Soldaten und zwölf Soldaten als Personalreserve bestehen. Ziel ist es, bis Ende des Jahres die beiden Kompanien mit je 90 Prozent (103 Soldaten) und bis Ende 2013 mit 110 Prozent zu befüllen.

Die Werbung für die Freiwilligen begann Ende Jänner. Bis Anfang November haben sich etwas mehr als 2100 Interessenten gemeldet, davon wurden 149 für geeignet befunden. Damit sind die beiden Kompanien zusammen erst zu 65 Prozent befüllt.

Das Projekt "Profimiliz" soll drei Jahre dauern, die Soldaten erhalten 5000 Euro Prämie im Jahr und verpflichten sich, zwei bis drei Wochen im Jahr zu üben. Die Übungen selbst und etwaige Einsätze werden noch extra bezahlt.

Bescheidenes Budget

Das Verteidigungsbudget wird im Jahr 2014 die Grenze von zwei Milliarden Euro unterschreiten. Die große Bundesheer-Reformkommission unter dem mittlerweile verstorbenen Helmut Zilk hatte zwar eine Erhöhung der Militärausgaben auf mindestens ein Prozent des BIPs gefordert. In den letzten Jahren haben die Ausgaben jedoch einen Tiefstand von 0,6 Prozent erreicht, nun droht eine weitere Reduktion in Richtung 0,5 Prozent.

Damit gehört Österreichs Verteidigungsbudget zu den niedrigsten in Europa - neben dem von Irland, Luxemburg und Malta. Über zwei Prozent des BIPs lagen 2010 die Militärausgaben der Nato-Staaten Großbritannien, Griechenland und Frankreich. Die Ausgaben aller anderen europäischen Länder lagen zwischen einem und zwei Prozent. (APA, red, DER STANDARD, 12.211.2012)

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