CIA-Chef Petraeus wurde Gmail zum Verhängnis

Untersuchung sei durch "verdächtige E-Mails" von Petraeus-Biografin Broadwell ausgelöst worden

Nach dem überraschenden Rücktritt von CIA-Chef David Petraeus werden immer mehr Details zum Hintergrund bekannt. So habe die Petraeus-Geliebte Paula Broadwell eine Frau im Umfeld des hochdekorierten Ex-Generals bedroht, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Samstag (Ortszeit) aus Kreisen der Ermittlungs- und Sicherheitsbehörden. Die Untersuchung der Bundespolizei FBI sei durch "verdächtige E-Mails" von Broadwell ausgelöst worden. Im Laufe der Ermittlungen sei der Name von Petraeus dann unerwartet aufgetaucht.

"Droh-Mails"

Die Untersuchungen hätten begonnen, nachdem Broadwell in E-Mails eine Frau im Umfeld des Geheimdienst-Chefs bedroht habe und diese daraufhin das FBI einschaltete, hieß es in Sicherheitskreisen. Die Beziehung der Frau zu Petraeus und der Inhalt der Droh-Mails waren unklar. Die "Washington Post" berichtete, das FBI sei dann auf "eindeutige E-Mails" zwischen Petraeus und Broadwell über Petraeus' privaten Gmail-Account gestoßen, die auch dessen Biografie geschrieben hatte. Petraeus hatte seinen Rücktritt mit der außerehelichen Affäre begründet. Broadwell war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Weder das FBI noch die CIA wollten sich dazu äußern.

Erst seit 2011 CIA-Chef

Petraeus hatte erst im September vergangenen Jahres das Amt des CIA-Chefs von Leon Panetta übernommen, der an die Spitze des Verteidigungsministeriums wechselte. Zuvor befehligte der international anerkannte Kommandant unter anderem die US-Soldaten im Irak und führte die ISAF-Truppen im Kampf gegen die Taliban in Afghanistan an. Petraeus verließ die Armee als Vier-Sterne-General. (APA/Reuters, 11.11.2012)

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