Alaba trifft vom Punkt, Scharner fliegt vom Platz

10. November 2012, 17:35
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Junuzovic und Fuchs mit Assists bei Schalkes 2:1 gegen Bremen - Dortmund gibt sich keine Blöße in Augsburg, Bayern siegen

Nicht geglänzt - und doch gewonnen: Bayern München dominiert die Bundesliga auch an schwächeren Tagen. Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes bezwang Verfolger Eintracht Frankfurt in einem rasanten Topspiel nach zähem Ringen mit 2:0 (1:0).

Das Abstaubertor von Franck Ribéry (44.) erlöste vor der Pause die Bayern, die nicht an die 6:1-Gala gegen Lille anknüpfen konnten. Den zehnten Sieg im elften Spiel brachte David Alaba mit seinem Foulelfmeter perfekt (77.). Mit 30 Punkten führen die Münchner damit die Tabelle weiter souverän an. Die Eintracht, die eine sehr couragierte Leistung bot, droht Rang drei an Bayer Leverkusen zu verlieren, das am Sonntag beim VfL Wolfsburg spielt.

Erster gegen Dritter, bester Starter gegen besten Aufsteiger der Geschichte - was sich im Vorfeld nach einem Duell auf Augenhöhe anhörte, war auch eins. Die giftigen Frankfurter spielten ihren gewohnt schnellen, schnörkellosen Stil und bereiteten den Bayern damit einige Probleme. Der Rekordmeister hätte sich nicht beschweren dürfen, wäre er vor 71.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena in Rückstand geraten. Auch nach dem 0:1 wehrten sich die Hessen tapfer, Anderson köpfte bei der besten Ausgleichschance an die Latte (50.).

Die erste Torgelegenheit in einem flotten, unterhaltsamen Spiel hatten jedoch die Bayern nach einer wunderbaren Kombination über Alaba, Ribéry und Toni Kroos, den Heynckes anstelle von Thomas Müller aufgeboten hatte. Doch Kroos' Pass war für Arjen Robben einen Tick zu lang, der Niederländer traf nur das Außennnetz (9.). Nach Vorarbeit des starken Ribéry tauchte kurz darauf Alaba frei vor SGE-Torwart Kevin Trapp auf, doch Claudio Pizarro störte seinen Mitspieler beim Abschluss - und Trapp parierte. Ribéry bekam nach dieser Szene einen mittelschweren Tobsuchtsanfall.

Mit zunehmender Spieldauer rückte der glänzend aufgelegte Trapp mehr und mehr in den Mittelpunkt. Er entschärfte einen Freistoß von Alaba (20.), parierte gegen Bastian Schweinsteiger (25.) und sehr stark mit dem Fuß gegen Ribéry (26.). Machtlos war er beim Tor von Ribéry nach Vorlage von 40-Millionen-Mann Javi Martínez. Das zweikampfstarke Mittelfeld der Eintracht mit Kapitän Pirmin Schwegler und Rode hinderte die Münchner auch in Hälfte zwei häufig geschickt am Spielaufbau. Nur sehr langsam befreiten sich die Stars des Favoriten aus diesem Klammergriff. Kroos (55.) und Pizarro (56.) hätten die Nerven der Bayern-Bosse frühzeitig beruhigen müssen. Doch so blieb Frankfurt - auch mit dem für Aigner eingewechselten Occéan (58.) - dran. Alabas Tor nach einem Foul von Vadim Demidov sorgte dann für die Entscheidung.

Werder unterliegt auf Schalke

Nach den Wechselgerüchten um Manager Klaus Allofs geriet Werder Bremen aus der Erfolgsspur. Die Hanseaten verloren bei Schalke 04 etwas unglücklich 1:2 (1:0) und kassierten damit nach drei Spielen erstmals wieder eine Niederlage. Die Königsblauen bleiben dank Siegtorschütze Julian Draxler (69.) als Tabellenzweiter Spitzenreiter Bayern München auf den Fersen.

Der erneut starke Aaron Hunt, der bereits beim 2:1-Sieg gegen den FSV Mainz 05 beide Treffer seiner Mannschaft erzielt hatte, hatte die starken Bremer in der 16. Minute in Führung geschossen. Roman Neustädter, der unter der Woche von Bundestrainer Joachim Löw erstmals in die Nationalmannschaft berufen worden war, glich in der 59. Minute für die Gastgeber aus.

Schalke zeigte bis Mitte der zweiten Halbzeit eine der schwächsten Saisonleistungen und war im Vergleich zur tollen Aufholjagd beim 2:2 gegen den FC Arsenal in der Champions League auch wegen des starken Gegners zunächst kaum wiederzuerkennen. Dabei hatten die Gastgeber vor 61.673 Zuschauern in der ausverkaufen Arena einen Blitzstart erwischt und eine frühe Führung nur knapp verpasst. Nach nur 38 Sekunden zwang der in der Folgezeit enttäuschende Torjäger Klaas-Jan Huntelaar nach einem Pass von Lewis Holtby mit der Hacke Werder-Schlussmann Sebastian Mielitz zu einer Parade.

Danach ging es langatmig weiter. Schalke tat sich mit flüssigem Kombinationsspiel schwer, weil es den kompakten Bremern zumeist gelang, mit einer dicht gestaffelten Mittelfeldkette die Angriffe der Königsblauen zu stören. Werder - in der Abwehrzentrale erhielt Assani Lukimya den Vorzug vor dem zuletzt leicht verletzten Sebastian Prödl, der erst in der Schlussphase zum Einsatz kam - kam erst nach einer Viertelstunde zu ersten Entlastungsangriffen - und war gleich gefährlich.

Schalke dreht Spiel

Zunächst bediente Hunt mit einem Flachpass von links Marko Arnautovic, der in aussichtsreicher Position von seinem österreichischen Landsmann Christian Fuchs bedrängt zu Fall kam. Er forderte vergeblich Strafstoß (16.). Nur eine Minute später schloss Hunt nach Zuspiel von Zlatko Junuzovic vom linken Strafraumeck selbst ab und überwand Schalkes Torwart Lars Unnerstall mit einem Flachschuss. Auch danach blieb Bremen konzentriert und gefährlicher: Sokratis (30.) traf per Kopf nur die Latte, ebenso Kevin de Bruyne mit seinem Eckstoß zwei Minuten später.

Nach der Pause bissen sich die umständlich agierenden Schalker weiter die Zähne an den Bremern aus, die ihrerseits bei Kontern gefährlich blieben. Nur am zwingenden Torabschluss fehlte es. Schalke brauchte eine Standardsituation zum Ausgleich. Einen Freistoß von Fuchs köpfte Neustädter unhaltbar für Mielitz ein. Erst danach ließen die Bremer nach, und Schalke legte zu. Draxler, zur Halbzeit für Ibrahim Afellay eingewchelt, kam nach einer Unachtsamkeit der Werder-Deckung frei auf halblinks zum Schuss und erzielte das 2:1. Werder hatte noch in der 93. Minute Pech, als Holtby nach einer Ecke auf der Linie per Kopf klärte.

Scharner nach 35 Minuten ausgeschlossen

Beim 0:0 zwischen Freiburg und dem Hamburger SV feierte Ex-ÖFB-Teamspieler Paul Scharner nur kurz sein Startelf-Debüt. Nach wiederholtem Foulspiel sah der Innenverteidiger bereits in der 35. Minute die Gelb-Rote Karte und musste unter die Dusche. Seine Mannschaft brachte dank hervorragender Leistung von Keeper Rene Adler den Punkt trotzdem nach hause.

Für Meister Dortmund gab es nach dem 2:2 unter der Woche bei Real Madrid in Augsburg wieder Hausmannskost zu verdauen. Die Borussen setzten sich dabei dank einem Doppelpack von Robert Lewandowski und einem Tor von Marco Reus souverän mit 3:1 durch und bleiben damit elf Punkte hinter Tabellenführer Bayern.

Beim 1:1 zwischen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf und Hoffenheim saß ÖFB-Teamkeeper Robert Almer einmal mehr nur auf der Bank. (sid/red, 10.11.2012)

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    David Alaba lässt sich und sein entscheidendes Elfmetertor im Spitzenspiel gegen Frankfurt feiern.

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