Kyoto-Preis für Informatiker, Molekularbiologen und Literaturwissenschafterin

10. November 2012, 13:05

Ivan Sutherland und Yosjinori Ohshumi erhielten die seit 1985 vergebene Auszeichnung im Bereich Wissenschaft

Kyoto - Seit 1985 vergibt die japanische Inamori-Stiftung jährlich den renommierten Kyoto-Preis. Für seine bahnbrechenden Entwicklungen in der Computergrafik ist am Samstag der US-Informatiker Ivan Sutherland mit dem renommierten Kyoto-Preis für Hochtechnologie ausgezeichnet worden. Der Wissenschafter hatte 1963 das Programm Sketchpad entwickelt, das als erste interaktive Grafikanwendung gilt.

Der Preis für Grundlagenforschung ging an den Molekularbiologen Yoshinori Ohsumi. Der Japaner wurde für seine "bahnbrechenden zellgenetischen Untersuchungen zur Autophagie in Hefen" ausgezeichnet. Dieser als "zelluläre Selbstkannibalisierung" bekannte Prozess wurde von ihm 1992 erstmals in Hefezellen nachgewiesen. Er könnte bei der Behandlung von neurodegenerativen Erkrankung wie Alzheimer helfen. Das System hilft auch Neugeborenen, sich an die Hungersituation während der Geburt anzupassen. "Seine Forschung ebnete den Weg, um die molekularen Mechanismen dieses Prozesses zu entschlüsseln", heißt es in der Würdigung.

Der Preis für Kunst und Philosophie ging an die indische Literaturkritikerin Gayatri Chakrovoty Spivak. Sie arbeitete unter anderem in der vergleichenden Literaturwissenschaft. Die 70-Jährige setze sich zudem für die Alphabetisierung in ländlichen Gebieten und die Übersetzung lokaler Literatur in Indien und Bangladesch ein.

Preis für ihr Lebenswerk

Für ihr Lebenswerk erhalten die Preisträger jeweils 50 Millionen Yen - umgerechnet rund 500.000 Euro. Der Kyoto-Preis gehört zu den wichtigen Ehrungen in Wissenschaft und Kultur. Ausgezeichnet wurden bisher unter anderem die Philosophen Jürgen Habermas und Sir Karl Popper, die Primatenforscherin Jane Goodall oder der Linguist Noam Chomsky. wird der Preis seit 1984 durch die nach dem Gründer des japanischen Technologiekonzerns Kyocera benannte Inamori-Stiftung. (APA/red, 10.11.2012)

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2 Postings

Toller Preis. Schade, dass er allgemein nicht so eine Aufmerksamkeit genießt wie der Nobelpreis. Immerhin trifft man den Tenno auch nicht jeden Tag. Mein Glückwunsch an die Preisträger. =)

Wahrscheinlich bekommt man nur bei uns

davon wenig mit. Ich kenne auch die indische Preistraegerin nicht. Indien wurde in unseren Medien noch nicht entdeckt.
Was wird ein Theater ueber die US-Wahl gemacht. Ich bin oefters in Abu-Dhabi. Die dortigen Zeitungen schreiben sehr viel ueber die indische Politik. Ich versteh nix, weil ich die Parteien und die handelnden Personen nicht kenne.
Es sind auch die Bollywood Superstars bei uns weitgehend unbekannt. Bollywood macht aber mehr Umsatz als Hollywood.

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