Verwirrung um russisch-irakischen Waffendeal

11. November 2012, 10:09
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Premier verkündete Absage von 4,2 Mrd. Geschäft mit Russland, Interimsverteidigungsminister dementierte

Bagdad/Washington - Verwirrung herrscht im Irak rund um die Absage eines 4,2 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro) schweren Waffendeals mit Russland. Nachdem ein Sprecher von Premierminister Nuri al-Maliki am Samstag erklärt hatte, die Verträge seien aufgrund von Korruptionsverdacht annulliert worden, dementierte der interimistische Verteidigungsminister Sadoun al-Dulaimi dies kurze Zeit später.

Interimsverteidigungsminister Sadoun al-Dulaimi, der die Verhandlungen mit der russischen Seite geführt hatte, sagte auf einer eilends einberufenen Pressekonferenz, al-Maliki habe "nichts annulliert". Wenn ein Korruptionsverdacht bestehe, übernehme er dafür "vor Gott und dem Gesetz" die Verantwortung. "Wir verhandeln weiter", fügte der Minister hinzu. Der Irak habe "nur ein Angebot" gemacht. Es sei "noch kein einziger Dinar überwiesen" worden, und es gebe "keinen abschließenden Vertrag".

Kampfhubschrauber und Boden-Luft-Raketen

Al-Malikis Sprecher, Ali Mussawi, bekräftigte daraufhin, dass die Verträge "annulliert" wurden. Bagdad habe neue Verhandlungen begonnen, denn der Irak benötige Waffen, ergänzte er. Ein ranghoher Verantwortlicher der russischen Rüstungsindustrie, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti, die USA hätten den Irak zur Annullierung der Verträge gezwungen.

Russischen Medienberichten zufolge sollte Bagdad 30 Mi-28 Kampfhubschrauber und 42 Boden-Luft-Raketen erhalten, im Gespräch waren demnach auch mehrere MiG-29 Kampfflugzeuge und weitere Hubschrauber. Mit dem Geschäft wäre Russland zum zweitgrößten Waffenlieferanten des Irak nach den USA aufgestiegen. Verhandlungen über den Abschluss des Geschäfts liefen bereits seit April.

In den vergangenen Wochen drängte die irakische Regierung wiederholt ihren Bündnispartner USA, ihre Rüstungslieferungen zu beschleunigen und unter anderem F-16-Kampfflugzeuge zu liefern. (APA, 11.11.2012)

 

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