Gefesselte Leiche in Wien: Ermittlungen auch in Russland

11. November 2012, 18:49
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54-Jähriger dürfte bereits mehrere Tage in der Wohnung gelegen sein

Wien - Freitagfrüh ist die Leiche eines gefesselten Mannes in einer Wohnung in Wien-Ottakring gefunden worden. Bei dem Toten handelt es sich um einen 54-jährigen gebürtigen Villacher, der seit einigen Jahren in Wien lebt. Laut Polizeisprecherin Adina Mircioane ergab die Obduktion, dass er erstickt ist. Von Mord wollen die Ermittler noch nicht sprechen.

Ein Geschäftspartner, der mit dem Mann regelmäßig Kontakt hatte, hatte sich Sorgen gemacht und den 54-Jährigen abgängig gemeldet. Beamte fuhren zur Wohnung des Mannes und entdeckten dort die Leiche. Der Tote lag mit gefesselten Händen und Füßen im Bett.

Keine Kampfspuren

Woran der Mann erstickt ist, war zunächst unklar. Etwa drei bis vier Tage dürfte der Tote bereits in der Wohnung gelegen sein. Er wies Hämatome im Kopf- und Gesichtsbereich auf.

Am Sonntag wurde bekannt, dass die Ermittlungen auch bis nach Russland reichen. Der Mann soll laut Polizei auch Geschäftspartner in Russland gehabt haben.

Vor einigen Jahren war der Villacher nur knapp einem Anschlag in Russland entgangen. Der 54-Jährige wurde in Moskau von Unbekannten niedergestochen und schwer verletzt. Die Täter wurden damals nie gefunden, sagte Mircioane und bestätigte damit einen Bericht der Tageszeitung "Österreich". Nach damaligen Angaben des Opfers sei das ein "gezielter Angriff" gewesen, so die Polizeisprecherin. 

Auto gesucht

Nun sucht die Polizei nach dem Fahrzeug des Opfers. Der 54-Jährige benutzte einen dunkelblauen oder schwarzen Dacia Duster (Baujahr 2011) mit der deutschen Zulassung PAN-LP800. Sowohl Auto als auch Papiere und Schlüssel waren verschwunden, berichtete die Exekutive am Sonntag.

Das Fahrzeug wurde von dem 54-Jährigen normalerweise in einer versperrten Garage in der Nähe der Wohnung abgestellt, konnte aber dort nicht aufgefunden werden. Zudem hoffen die Ermittler auf Hinweise, wer den gebürtigen Villacher nach dem 2. November gesehen hat.

Zeugen werden gebeten, sich bei der Landeskriminalamt Wien-Gruppe Stöckelhuber unter der Telefonnummer 01/31310/DW33113 oder DW33800 (Journaldienst) zu melden. (APA, 11.11.2012)

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