Hoffnung auf Kompromiss für Flüchtlingsfamilie

9. November 2012, 19:02
146 Postings

Tschetschenischer Familienvater im Hungerstreik, Behörde in Bregenz sucht Lösung

Bregenz - Im Fall von Danial M. könnte es einen Kompromiss geben. Der tschetschenische Asylwerber ist seit acht Tagen im Polizeianhaltezentrum Wien im Hungerstreik. Er sollte nach Russland abgeschoben werden, müsste in Bregenz seine schwangere Frau und seinen kleinen Sohn zurücklassen, die bereits anerkannte Flüchtlinge sind. Vier Asylanträge von M. wurden abgelehnt, weil er wegen einer Rauferei in Traiskirchen zu einer bedingten Strafe verurteilt worden ist.

Ein Antrag auf humanitäres Aufenthaltsrecht liegt noch unerledigt bei der Bezirkshauptmannschaft Bregenz. Dort wird kommenden Montag sein Schwiegervater Lomali M. erneut vorsprechen. "Ich hoffe, dass wir einen Kompromiss finden", sagt M., der mit fünf Freunden ebenfalls im Hungerstreik ist. Ernst Schedlberger, Leiter der Abteilung Fremdenrecht: " Wir werden besprechen, welche Alternativen es noch gibt, damit wir nicht unbedingt abschieben müssen." Keine Möglichkeit sieht Schedlberger " derzeit" für eine Verlegung des Schubhäftlings nach Vorarlberg. Ehefrau Makka M. (22) sorgt sich um den Gesundheitszustand ihres Mannes. Der sei stabil, ein Polizeiarzt untersuche M. zweimal täglich, lautet die Stellungnahme der Polizei Wien.

Am Freitagnachmittag forderten Familie und Freunde bei der vierten Demonstration in Bregenz erneut Freiheit für Danial M. (jub, DER STANDARD, 10.11.2012)

  • Freunde von Danial M. gingen in Bregenz erneut auf die Straße und 
forderten eine humanitäre Lösung für den jungen Mann und seine Familie.
    foto: stiplovsek

    Freunde von Danial M. gingen in Bregenz erneut auf die Straße und forderten eine humanitäre Lösung für den jungen Mann und seine Familie.

Share if you care.