Eurofighter-Millionen: Dubiose Geldflüsse

Kommentar

In Summe sollen für den Ankauf der 18 Eurofighter 180 Millionen verteilt worden sein

Gianfranco Landes, ein Spezialist für Briefkastenkonstruktionen, hatte vor einem italienischen Gericht gestanden, für den Eurofighter-Konzern EADS mehr als 80 Millionen Euro nach Österreich transferiert zu haben. In Summe sollen für den Ankauf der 18 Eurofighter 180 Millionen verteilt worden sein. Wohin, ermittelt jetzt die Justiz. Ein Geldfluss könnte in Kärnten münden, glaubt die Staatsanwaltschaft, einem weiteren geht die Justiz jetzt in der Steiermark, der Stationierungsregion der Kampflieger, nach. Zehn Millionen sollen über die ominöse EADS-Verteilerfirma Vector Aerospace an das Motorsport-Projekt Spielberg gegangen sein, 20 Millionen scheinen im Dunstkreis der Spielberg-Gegengeschäfte auf.

Wurde die steirische Politik damals gütig gestimmt? Erinnerungen werden wach: Man hatte seinerzeit in Graz die Entscheidung der schwarz-blauen Regierung für die Eurofighter überraschend wohlwollend zur Kenntnis genommen. Es gab einmal Zeiten, als die Steirer gegen die Vorgängerjets Draken noch ein Volksbegehren organisiert hatten.

In der Landesregierung will aktuell jedenfalls niemand etwas von EADS-Zahlungen wissen. Die Millionen können sich aber nicht in Luft aufgelöst haben, also ist Landeshauptmann Franz Voves in der Pflicht, umgehend für Aufklärung und einen reinen Tisch zu sorgen.

Auch wenn es seinem Reformpartner ÖVP, der politisch stets für Spielberg zuständig war, vielleicht wehtut. (Walter Müller, DER STANDARD, 10.11.2012)

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