Wiener Sportstätten-Chaos: Lauter Baustellen

Kommentar9. November 2012, 18:32
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Ob Hanappi-Stadion oder Stadthallenbad, die Sanierung von Sportstätten schafft in Wien immer neue Baustellen

Immerhin sind die verantwortlichen Bauherren vor Beginn der Arbeiten draufgekommen, dass sich die budgetierten Kosten nie und nimmer halten lassen. Das ist schon das einzig Positive, das es im Skandal um den möglichen Aus-, Um- oder Neubau des Wiener Hanappi-Stadions zu berichten gibt. Üblicherweise explodieren die Kosten - Stichwort AKH, Skylink, Prater-Vorplatz - erst überraschend und knapp vor der Fertigstellung.

Die altehrwürdige Arena in Hütteldorf ist viel baufälliger als bisher angenommen. Die lapidare Begründung von Rapid: weil das eine genauere Untersuchung ergeben hat. Schlussfolgernd heißt das auch, dass beauftragte Firmen schlampig gearbeitet haben - und man dennoch der Stadt 17,7 Millionen Euro abringen konnte. Fast ebenso viel Steuergeld hat die Stadt in die versemmelte Sanierung des Stadthallenbades gesteckt. Wann und ob das seit Mai 2010 geschlossene Bad wieder aufgesperrt werden kann, weiß kein Mensch. Das Becken tröpfelt munter vor sich hin.

Mit Sanierungen von Sportstätten werden in Wien erst recht Baustellen geschaffen. Die Chance, ein neues Stadion für die Fußball-EM 2008 zu errichten, wurde grandios vergeigt. Das renovierte Happel-Stadion ist ein Auslaufmodell, Endspiele der Champions League finden woanders statt. Eine Multifunktionshalle für Handball, Basketball oder Volleyball fehlt. Dabei ist eine anständige Infrastruktur Voraussetzung für sportlichen Erfolg. Beides ist nicht in Sicht. (David Krutzler, DER STANDARD, 10./11.11.2012)

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