Wienerberger mit durchwachsenen Zahlen erwartet

9. November 2012, 17:38
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Umstellungen bei der Bilanzierung machen Vergleich schwer

Wien - Analysten von Erste Group, Kepler Capital Markets und Raiffeisen Centrobank (RCB) rechnen damit, dass der heimische Baustoffkonzern Wienerberger im dritten Quartal einen Umsatzanstieg sowie höhere Ergebnisse verbuchen konnte. Gleichzeitig dürfte der Nettogewinn zurückgegangen sein. Das Unternehmen legt am Dienstag seine Zahlen zum dritten Quartal vor.

Insgesamt weisen die Analysten auf einige Veränderungen bei der Bilanzierung von Wienerberger hin, die Vergleiche erschweren würden: Wienerberger berichtet erstmals in einer neuen Struktur, die sich aus vier Divisionen zusammensetzt. Zudem wird das 50%-Joint Venture Tondach Gleinstätten and Schlagmann at equity konsolidiert (bisher proportional). Außerdem wird Pipelife im dritten Quartal voll konsolidiert.

Im Durchschnitt prognostizieren die Experten unter Berücksichtigung aller Veränderungen einen Umsatzanstieg von 34 Prozent auf 765,03 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) wird im Mittel mit 41,83 Mio. Euro geschätzt, und liegt damit um 19 Prozent über dem Vorjahreswert. Das durchschnittliche Ebitda liegt um acht Prozent höher bei 97,43 Mio. Euro.

Das Nettoergebnis hingegen dürfte sich laut Konsensschätzung um sechs Prozent von 19,10 auf 18,03 Mio. Euro abschwächen. Franz Hörl von der Erste Group sieht die Ursache hier vor allem bei einer schwachen Kapazitätsauslastung sowie höheren Finanzierungskosten.

Kepler-Experte Stephan Trubrich erwartet bei Wienerberger insgesamt einen ähnlichen Trend wie im ersten Halbjahr, gekennzeichnet von einem anhaltenden Rückgang des europäischen Immobilienmarktes. So hätten sich in Westeuropa die Märkte in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien weiter abgeschwächt. Auch Osteuropa sei schwach geblieben, mit der positiven Ausnahme Russland. In Nordamerika gehe der Trend weiter nach oben - mit zweistelligem Wachstum, so Trubrich weiter.

Laut Erste Group-Analyst Hörl dürfte der Umsatzrückgang von Wienerberger in Europa bei fünf bis sechs Prozent liegen, während sich die Entwicklung am nordamerikanischen Markt um etwa 25 Prozent verbessert haben dürfte. Auch die RCB sieht eine ähnliche Tendenz: Abseits von der Verbesserung in den USA, dürfte das dritte Quartal bestimmt sein von allgemein "glanzlosen" Marktbedingungen in Europa, meint Markus Remis von der RCB. Das Management dürfte seiner Ansicht nach daher "eine vorsichtige Botschaft" für Rest des Jahres übermitteln. (APA, 9.11.2012)

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