Berufseinsteiger werden immer unzufriedener

  • Der Blick in die Zukunft fällt bei den Jungen pessimistischer aus.
    foto: apa/dpa/carstensen

    Der Blick in die Zukunft fällt bei den Jungen pessimistischer aus.

  • Zahlen aus dem Arbeitsklima-Index.
    grafik: apa

    Zahlen aus dem Arbeitsklima-Index.

Nur 54 Prozent der jungen Beschäftigten sind mit ihren beruflichen Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten zufrieden

Wien - Berufseinsteiger werden immer unzufriedener. Das zeigt der aktuelle Arbeitsklima-Index, der von der Arbeiterkammer präsentiert wurde. Bei jungen Arbeitnehmern ist er von 118 auf 109 Punkte abgestürzt. Nur mehr 54 Prozent sind mit ihren beruflichen Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten zufrieden. Das ist eine Verschlechterung um 17 Prozentpunkte.

Auch der Optimismus für die wirtschaftliche Zukunft des Landes ist von 72 Prozent im Herbst 2010 auf aktuell 63 Prozent gesunken. Nur noch 68 Prozent sind mit dem Führungsstil der Vorgesetzten zufrieden (minus zehn Prozentpunkte seit Herbst 2010). Der Anteil der Berufseinsteiger, die wegen des Jobs psychisch sehr oder ziemlich belastet sind, hat sich in den letzten zwei Jahren von fünf auf zehn Prozent verdoppelt.

Die jungen Beschäftigten blicken pessimistischer in die wirtschaftliche Zukunft des Landes als im Vergleich zum Herbst 2010. Aktuell sind nur 63 Prozent optimistisch, was ein Minus von 9 Prozentpunkten ist.

Wiener sind unzufriedener

Der allgemeine Arbeitsklima-Index liegt aktuell bei 108 Punkten. Der Index stagniert seit zwei Jahren bei 107 bis 108 Punkten. Auffallend ist eine deutlich niedrigere Zufriedenheit bei den Beschäftigten im Wien. Hier liegt der Arbeitsklima Index aktuell bei nur 100 Punkten, das ist ein Rückgang um sechs Punkte seit dem Herbst 2010. Ebenfalls leicht gesunken ist der Arbeitsklima Index in der Steiermark und Kärnten (auf 106 Punkte). In Oberösterreich und Salzburg ist der Arbeitsklima Index in den letzten beiden Jahren von 102 auf 108 Punkte gestiegen, in den westlichen Bundesländern Tirol und Vorarlberg von 109 auf 111 Punkte. Am höchsten liegt die Arbeitszufriedenheit in den östlichen Bundesländern: in Niederösterreich und Burgenland ist der Index zuletzt auf 114 Punkte gestiegen. Die Wiener sind im Vergleich zu 2010 vor allem unzufriedener mit dem Einkommen (minus neun Prozentpunkte), mit den Weiterbildungsmöglichkeiten (minus neun) und mit den Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten (minus zehn).

Unter Qualifikation beschäftigt

Knapp jeder fünfte Beschäftigte in Österreich hat einen Migrationshintergrund. Diese 690.000 Personen haben am Arbeitsmarkt nach wie vor mit vielen Hürden zu kämpfen, geht aus dem Arbeitsklima-Index hervor. Migranten sind außerdem häufig unter ihrer Qualifikation beschäftigt. Die größte Gruppe sind dabei die 90.000 Personen (28 Prozent) aus dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei, die trotz Matura als Arbeiter beschäftigt sind. Im Vergleich dazu sind zwei Prozent der Österreicher mit Matura als Arbeiter beschäftigt.

Die Hälfte aller Beschäftigten mit Migrationshintergrund sind Arbeiter, 45 Prozent sind Angestellte und nur 3 Prozent im öffentlichen Dienst tätig. Im Vergleich dazu sind nur 25 der Österreicher ohne Migrationsmigrationshintergrund Arbeiter, 62 Prozent Angestellte und 13 Prozent im öffentlichen Dienst tätig. (red, APA, 12.11.2012)

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