Rundgang gegen das Vergessen

9. November 2012, 17:06
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Antifaschistische AktivistInnen organisieren Gedenken in Wieden und Margareten

Die Pogrome am 9. und 10. November 1938 gegen die jüdische Bevölkerung und ihre Einrichtungen waren weder spontan noch auf diese Tage beschränkt. Die Ausschreitungen und "Arisierungen" beschränkten sich auch nicht auf einzelne Bezirke, sondern betrafen die ganze Stadt, das ganze Land.

Während des November-Pogroms 1938 wurden 27 Menschen ermordet, es gab 88 Schwerverletzte, dutzende Selbstmorde, mehr als 6.500 Festnahmen. 3.700 verhaftete Jüdinnen und Juden wurden direkt in das Konzentrationslager Dachau transportiert. 4.000 Geschäfte wurden geplündert und zerstört. Mehr als 2.000 Wohnungen geraubt.

Die AktivistInnen, seit 2003 in wechselnden Besetzungen aktiv, bieten den Rundgang in diesem Jahr gegen das Vergessen durch den vierten und fünften Wiener Gemeindebezirk an. Die AktivistInnen wollen aufzeigen, wie flächendeckend die antisemitischen Ausschreitungen und "Arisierungen" in Wien stattfanden. Dabei wollen sie die antisemitischen Kontinuitäten hervorstreichen, die nicht nur den 9. und 10. November 1938, sondern die Zeit davor ebenso wie die Zeit danach prägten. Der antifaschistische Rundgang findet am 11.11.2012 ab 15 Uhr bei der U-Bahnstation Taubstummengasse (Ausgang Taubstummengasse/Floragasse). Danach laden die VeranstalterInnen zu einem gemeinsamen Abend in der Rosa Lila Villa. (red, dieStandard.at, 9.11.2012)

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