Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Wien - Dank seines umfassenden und reumütigen Geständnisses hat sich der Hauptangeklagte im Stradivari-Prozess am Wiener Landesgericht eine noch höhere Haftstrafe erspart: Der 63-Jährige wurde vom Schöffensenat unter der Leitung von Richterin Claudia Moravec-Loidolt wegen Veruntreuung und betrügerischer Krida zu sechs Jahren verurteilt, seine Ex-Frau und deren Mutter zu einem Jahr bedingt. Alle Urteile sind noch nicht rechtskräftig.
"Sie haben hoch gespielt und hoch verloren, aber die Einsicht gezeigt, dass sie dafür die Verantwortung übernehmen müssen", so Moravec-Loidolt , in ihrer Urteilsbegründung. Allerdings müsse man den enormen Schaden bedenken. Der gebürtige Deutsche hatte sich mit der Vermittlung kostbarer, historischer Streichinstrumente befasst und war 2010 mit seinen Gesellschaften in die Pleite gerutscht. Allein ein Privatbeteiligtenvertreter meldete vor Gericht eine Forderung 80 Millionen Euro an.
Weiters soll der 63-Jährige Streichinstrumente, die ihm in Kommission zum Verkauf anvertraut worden waren, unterschlagen oder zur Besicherung neuer Kredite verwendet haben. Ein Betrugsvorwurf bezüglich eines inhaltlich unrichtigen Wertgutachtens, auf dessen Basis ein Darlehen aufgenommen wurde, musste ausgeschieden werden, da der diesbezügliche Hauptbeschuldigte erkrankt ist. Zudem soll der Geigenhändler Bestandteile seines Privatvermögens, darunter eine Kamera- und Uhrensammlung sowie Geigen, beiseitegeschafft haben, um die Interessen seiner Gläubiger zu schmälern. In diesem Zusammenhang waren auch die beiden Frauen angeklagt, da sie dabei behilflich gewesen waren.
"Ich bin gescheitert, auch im persönlichen Leben und habe meine geliebte Frau verloren", so der Angeklagte in seinem emotionalen Schlusswort. Der einstmals renommierte Professor hatte am Vortag seinen 63. Geburtstag hinter Gittern begangen und sich von Beginn an schuldig bekannt: "Hier gibt es nichts zu deuteln und dafür werde ich zu bestrafen sein." Er habe nicht aus Not um das eigene Brot gehandelt, "sondern weil ich das verhindern wollte, was jetzt eingetroffen ist". Es sei sein größtes Anliegen, von seiner Schuld möglichst viel wieder gut zu machen, so der ehemalige Schlossbesitzer, der sich u.a. auch eines umfangreichen Fuhrparks erfreute.
Zuvor hatte Staatsanwalt Herbert Harammer in seinem Vortrag festgestellt: "Was ein Drama interessant macht, ist die Fallhöhe der Hauptfigur - in diesem Fall selbst erzeugt durch Hybris (Hochmut, Anm.)." Auch die vorgebrachte Notsituation wollte der Ankläger Dietmar M. unter Verweis auf viele andere, die aus Hunger bzw. wirklicher Not straffällig werden, nicht so recht abnehmen. Der Geschäftsmann wäre zuletzt auch nicht ins Anatolische Hochland oder nach Rumänien geflüchtet, sondern nach Zermatt, "einem der teuersten Pflaster auf unserem Planeten".
Mildernd wertete die Richterin die bisherige Unbescholtenheit sowie das reumütige Geständnis des 63-Jährigen. Erschwerend wog hingegen die enorme Schadenssumme sowie dass er seine Geschäftspartner "ziemlich gelegt" hat wie es Moravec-Loidolt formulierte. Ex-Frau und Ex-Schwiegermutter waren zwar nicht geständig, kamen aber dennoch mit der Mindeststrafe davon, da der Schöffensenat annahm, dass auch sie vom Angeklagten lange hinters Licht geführt worden waren. Alle Verurteilten sowie die Staatsanwaltschaft gaben keine Erklärungen ab. (APA, 9.11.2012)
Wissen
Einen spannenden Hintergrund über Machold und das Geschäft mit Musikinstrumenten liefert die "Washington Post".
Der Zoll hat im Vorjahr weniger gefälschte Produkte abgefangen, Medikamente werden besonders gern gefälscht
Ehemalige französische Finanzministerin "Zeugin mit Rechtsbeistand"
Aktivisten rufen für 31. Mai zu "massenhafter Blockade" der EZB-Zentrale in Frankfurt auf
Wenn man den Schätzungen von Bloomberg Glauben schenkt, ist Bill Gates wieder der reichste Mensch der Welt
Das Bruttoinlandsprodukt wuchs bei den Nachbarn von Jänner bis März dank steigender Konsumausgaben um 0,1 Prozent
KSV-Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner kritisiert erneut heftig die geplante Senkung des Mindeststammkapitals
Entschädigungszahlungen aus Staatsgeldern an Geschäftsmann Bernard Tapie am Tapet
Wie in der gesamten OECD stagnierte die Kluft zwischen Arm und Reich auch in Österreich, das im besten Viertel zu liegen kommt
Der Oberste Gerichtshof bestätigte einen Schiedsspruch von 2010 und wies die Aufhebungsklage Ex-Vorstands Thomas Ridder ab
Eine Studie bescheinigt, dass die Steuerleistungen der angesiedelten Betriebe die Kosten der Ansiedlungsagentur bei weitem übersteigen
Zudem wurden die Finanzschulden im Ausland per saldo abgebaut
Um den Treibstoffverbrauch zu senken, sollen Transporter bis 3,5 Tonnen künftig maximal 120 km/h fahren dürfen
Familien-Privatstiftung beteiligt sich an Signa – Conwert-Engagement wirft immer mehr Fragen auf
In Europa spielen unkonventionelle Gasvorkommen - insbesondere Schiefergas - im Gegensatz zu den USA noch keine bedeutende Rolle
Jene der zweiten und dritten Ebene haben aber laut dem Wirtschaftsforum der Führungskräfte zulegen können
Kroatischer Ex-Außenminister Granic lobbyierte für von Österreichern geführtes Einkaufszentrum Westgate
Ein schlechtes Zeugnis stellt eine Studie dem Sanierungsscheck der Regierung aus. Die 100 Millionen gehen demnach am Ziel vorbei
Auch der Adel ist vor schlechten Geschäften nicht gefeit, dass weiß jetzt auch Großbritanniens vornehmster Bauer
Beim Zahlenschönen werden die heimischen Firmenlenker nur von den Osteuropäern übertroffen. Die Krise führt zu mehr Korruption
Das kleine Fürstentum unternimmt einen neuerlichen Anlauf, um im Meer vor seiner Küste Land zu gewinnen
Nur noch neun Prozent der Bürger wollen in die Währungsunion, nur noch 42 Prozent bekennen sich zur politischen Union
... Der name des geigenhändlers stehen?
Nicht das mir persönlich genugtuung verschaffen würd wenn ein übergspritzter, gieriger betrüger an den pranger gestellt wird, Aber eigenartig ist das schon.
Dietmar machold.
http://akiroom.com/redbook-e... 06-04.html
(NHS = Nikon Historical Society)
http://www.spiegel.de/spiegel/p... 30949.html
http://www.spiegel.de/kultur/ge... 31104.html
Ich hoffe doch, daß sich die Schöffen mit dem Fall ausreichend vertraut gemacht haben.
Dr. Heinz Anderle, ultra-jakobinischer Freigeist
... mit - lt. Washington Post - 14 Bentleys, 10 Rolls-Royces und 6 Aston Martins (die meisten "nur" geleast), dazu die "exzentrische, aber harmlose" Kamerasammlung...
http://derstandard.at/128504249... erfentiefe
... sowie die Schadenersatzforderungen in dreistelliger Millionenhöhe sollten eigentlich für den Staatsanwalt Anlaß zur Bedenkzeit geben, ob das Schmalz nicht noch ein bißchen großzügiger ausgeteilt werden sollte; und für die dritte Ex bei der Gelegenheit ebenso (Schwarzau ist auch ein Schloß).
Schloß und Autos sind weg, und die Kamerasammlung hat heute praktisch nur noch Briefbeschwererwert, aber vielleicht nimmt jeder Gläubiger ein Erinnerungsstück...
Dr. Heinz Anderle, Freigeist
jene, die bei ihm fälschlicherweise eine Stradivari abgekauft haben, waren keine Musikkenner. Sie taten dies nur, um damit anzugeben, sie zu besitzen. Aber investiere ich vieles Geld in Dinge, wovon ich nichts verstehe? Sorry, diese Käufer tun mir nicht leid!
Der 63-jährige soll bestraft werden wegen Betrugs.
Fertig.
Als bereuender Ersttäter kommt er eh nach drei Jahren auf Bewährung raus. Und wenn er sich im Häfen gut aufführt, hat er offenen Strafvollzug, darf untertags raus und ist nur zum Schlafen da. Nach einiger Zeit bekommt er eine Fussfessel und das wars. Alles halb so schlimm.
sorry, aber sie haben echt keine Ahnung ...
der Typ hat ein paar dutzend MEUR schaden verursacht und verjubelt.
wäre Ihnen lieber wenn er dafür ihre paar Monate bekommt? Wenn das so ist sollte ich mir das auch überlegen - die Risiko-Ertrags komponente schaut dann nämlich ganz anders aus.
@ Vergewaltigung. Ja es gibt urteile bei Sexualdelikten die nicht nachvollziehbar sind.
Trotzdem hat das eine nichts mit dem anderen zu tun. Es gibt auch keine Wertung a la "dieses ist schlimmer als jenes".
Der einzige der Vergleicht sind sie.
Wen hat er vergewaltigt?
Auf jeden Fall ist es eine Verhöhnung von VergewaltigungsopferInnen, wenn Sie meinen, dass er das besser machen sollte? Besser als was? Glauben Sie, es nützt dem Opfer, wenn er in irgendeiner Form "besser" vergewaltigt? Abartig!
einschalten wenn sie die tastatur maletrieren. der poster hat total recht unsere rechtsprechung ist total aus den fugen wenn man sich das verhaeltniss ansieht von koerperlichen straftaten zu wirtschaftlichen straftaten, das ist genau so mit steuersachen etc. wenns ein paar euro nicht melden bekommens wesentlich mehr strafe als wie wenns einen todschlagen, da stimmt was nicht.
nicht, dass ich finanzdelikte bagatellisieren will. die strafe ist sicher gerechtfertigt, aber im vergleich mutet drei monate unbedingt plus fussfessel für vergewaltigung wie ein kavaliersdelikt an.
besonders interessant ist natürlich, dass diese "ungerechtigkeit" von einem grossteil der bevölkerung erkannt und kritisiert wird. wie kommt es dann trotzdem in einer demokratischen gesellschaft zu solchen auswüchsen?
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.