Kabelbetreiber müssen ORF-Spartenkanäle in analoge Netze einspeisen

9. November 2012, 14:52

ORF gewinnt Rechtsstreit um ORF Sport + - Digitales Kabelnetz laut KommAustria und BKS zu wenig

Wien - TV-Kabelbetreiber müssen den Spartenkanal ORF Sport + in ihren analogen Netzen zeigen. Nach der Medienbehörde KommAustria kam nun auch der Bundeskommunikationssenat (BKS) zu diesem Schluss. Der zweitgrößte österreichische Kabelnetzbeteiber Liwest hatte den Sportsender nur im digitalen Kabelnetz eingespeist. Die KommAustria hatte darauf hin festgestellt, dass ORF Sport + aufgrund der gesetzlichen Must Carry-Regelung auch in analogen Netzen verbreitet werden muss. Die Berufung der Liwest hat der BKS nun abgewiesen.

"Auf Grund der eindeutigen gesetzlichen Vorgaben, bleibt kein Raum für eine Wahlfreiheit des Kabelnetzbetreibers, in welcher technischen Form er seiner Verpflichtung nachkommen möchte", so der BKS. Die Kosten einer analogen Einspeistung seien laut BKS kein "unverhältnismäßiger Aufwand".

"ORF Sport + bereichert mit seinen Live-Übertragungen vom Sportgeschehen in Österreich aber auch mit Magazinen wie 'Schule bewegt' und 'Ohne Grenzen - Das Behindertensport-Magazin' die heimische Medienlandschaft um Mehrwert in bester öffentlich-rechtlicher Tradition. Die Entscheidung des BKS ist daher sehr zu begrüßen", erklärte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Gleichzeitig appellierte der ORF-Chef an die Kabelnetzbetreiber, "im Sinne aller heimischen Sportfans und Kabelkunden dem Bescheid des BKS Folge zu leisten und ORF Sport + in ihre analogen Netze einzuspeisen, wie das etwa beim größten österreichischen Kabelanbieter UPC bereits im Juli 2012 erfolgt ist".

Der Bescheid der KommAustria ist mit dem BKS-Spruch rechtskräftig, die Liwest kann sich nun noch an den Verfassungs- oder Verwaltungsgerichtshof wenden. (APA, 9.11.2012)

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5 Postings

"Der zweitgrößte österreichische Kabelnetzbeteiber Liwest "

Mit 125.000 Kunden liegen sie in meiner Überschlagsrechnung schon einmal hinter UPC und A1.

Weg mit der Grundverschlüsselung

Die Kabelnetzbetreiber sollten lieber die Grundverschlüssselung ihrer digitalen Programme aufheben anstatt die analogen Kanäle auszubauen. Nur so kann man TV-Geräte mit integrierten DVB-C Dekodern sinnvoll nutzen und ist nicht and die Zwangsbox gebunden , noch dazu mit Einschränkung auf meist nur 2 (!) Dekodern. Haben die Betreiber jemals was von Haushaltsverkabelung mit durchschnittlich 4 Teilnehmern gehört?

Wenn das nicht bald passiert, dann wechsle ich zum digitalen Satellitensignal DVB-S. Kommt auf Dauer eh billiger, da keine monatliche Wuchergebühr.

1) Sowas macht doch nur UPC, oder?
2) Hätte lieber DVB-IPI und nicht einfach vom Sat umgemuxte Bitraten-Monster in einem geteilten Medium das ich dann nicht einmal so routen darf wie es mir gerade passt.
3) Durch (2) würden sich auch auch die Limits pro Line ändern.
4) Als Sparefroh warte am besten gleich auf DVB-T2, wer mit den bestehenden Angeboten zufrieden ist wird sich auch von diesen Inhalten bestens unterhalten fühlen.
5) Was auf Dauer billiger kommt wird sich von Fall zu Fall unterscheiden, ab € 4,90 / Monat kann diese "Dauer" schon etwas länger werden.

"die Betreiber"?

Wieso "die"? Gibt ja nur einen, der das tut.

wenn sie von der upc sprechen - dann hebt die in kürze ebenfalls die grundverschlüsselung im digital kabel für einen teil der programme auf. grundsätzlich sollte jedoch wie z. b. in nö nichts grundverschlüsselt sein.

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