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Tübingen - In der Entwicklung eines Impfstoffs für Kinder in Malariagebieten scheint die Forschung einen großen Schritt vorwärts gemacht zu haben. Diesen Schluss legen zumindest die Daten über den experimentellen Malaria-Impfstoff RTS,S nahe, die jetzt im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden.
"Die Ergebnisse der Studie sind ein Meilenstein in der Malariaforschung, denn ein wirksamer Impfstoff könnte eine neue Ära der Malariabekämpfung einleiten.", so Peter Kremsner, Leiter des Instituts für Tropenmedizin am Universitätsklinikum Tübingen.
Dabei handelt es sich um die größte je durchgeführte klinische Prüfung eines Impfstoffkandidaten gegen Malaria. Zur Messung des Impfeffekts wurden insgesamt 15.460 Kinder entweder mit dem neuen Impfstoff RTS,S oder einem Kontrollimpfstoff geimpft.
Die meisten der jährlich rund 650.000 Todesopfer der Malaria sind Säuglinge und Kleinkinder in Gebieten, wo die Krankheit heimisch ist. Für sie gibt es bislang keinen medizinischen Schutz. Deshalb konzentriert sich der Hersteller von RTS,S - der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline - auf Kinder im Alter von 1,5 bis 3 Monaten sowie von 5 bis 17 Monaten.
Die Daten der Studie zeigen, dass die Impfung in der jüngeren Altersgruppe das Risiko einer schweren Malaria um ein Drittel senken konnte. Beim britischen Pharmakonzern zeigte man sich darüber enttäuscht. Der Ausgang der dritten Testphase sei "ein wenig frustrierend", sagte Konzernchef Andrew Witty. Bei Kindern im Alter zwischen 5 und 17 Monaten lag der Impfschutz gegen Malaria allerdings im Bereich von 50 Prozent. (APA/red, derStandard.at, 9.11.2012)
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