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Renditen sind nicht alles - wenn man Pech hat, kommt man unter die Räder.
Sie geistern durch die Finanzmärkte, sind der breiten Öffentlichkeit nahezu unbekannt und entstanden in den 1990er Jahren in den USA. Genauer gesagt, als im Jahr 1992 Wirbelsturm Andrew über Florida hinwegfegte und zwei Jahre später ein schweres Erdbeben Northridge in Kalifornien verwüstete. Zwei Naturkatastrophen, die für zahlreiche Versicherer zu viel waren. Sie gingen pleite. Gleichzeitig waren die Rückversicherer, die die Versicherungen versichern, immer weniger bereit, Risiken, die mehrere Milliarden Dollar abdecken, zu übernehmen. Dieser Cocktail war die Geburtsstunde der so genannten Cat (Catastrophe) Bonds. Diese Anlageklasse der "Insurance Linked Securities" ist darauf spezialisiert, Naturkatastrophen abzudecken, die beispielsweise einerseits so heftig sind, dass sie nur alle 250 Jahre auftreten oder ganz bestimmte Regionen betreffen.
Die Anleger, neben Versicherern auch große Industrieunternehmen, zeichnen die Anteile und bekommen, sofern die zuvor definierte Naturkatastrophe ausgeblieben ist, am Ende der Laufzeit ihr Geld inklusive Zinsen zurück. Dazu kommt eine Prämie, die der Emittent als Ausgleich für die Risikoabsicherung bereit ist, einzuzahlen. Mit anderen Worten: Katastrophen-Anleihen sind eine Wette gegen das Wetter. Sie werden vorrangig von Rückversicherern (z.B. Munich Re, Swiss Re und Hannover Rück, American International Group) angeboten. Darüberhinaus auch von Lebensversicherungen zur Absicherung bei Extremmortalität, die durch Pandemien, Erdbeben oder Wirbelstürme ausgelöst werden kann, oder von großen Industrieunternehmen. Die Emission erfolgt über ein Special Purpose Vehicle (Zweckgesellschaft): Der Investor zeichnet Anteile und bringt so sein Kapital ein. Das Risiko wird somit auf den Zeichner der Anleihe übertragen. Anleger sind also gut beraten, auf Diversifikation zu achten.
Nach der Hurrikan-Saison 2005 in den USA legte die Nachfrage signifikant zu und führte zu einer Vielzahl von Neuemissionen. Die Cat-Bonds wurden erwachsen. Sie zeichneten sich durch geringe Korrelationen mit traditionellen Anlageklassen und einem attraktiven Zinssatz zwischen drei und sieben Prozent über dem aktuellen Geldmarktzins aus. Das Interesse an den Cat Bonds brach allerdings 2008 zusammen, als sich große Hedge-Fonds nach Fehlspekulationen aus dem Markt zurückzogen. Die Finanzkrise und der schwindende Risikohunger von Anlegern sorgten für einen zusätzlichen Dämpfer.
Seit gut einem Jahr wächst das Interesse an den Katastrophen-Anleihen wieder. Denn selbst nach Hurricane Sandy, wegen seines gigantischen Ausmaßes und seiner schweren Verwüstungen, auch "Frankenstorm" genannt, hatten Investoren nichts zu fürchten. Der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister Eqecat schätzte kürzlich, dass Sandy der Versicherungsbranche zehn bis 20 Milliarden Dollar kosten würde. So hoch diese Zahlen auch sind, sie haben keine Auswirkungen auf Cat Bonds.
Der Markt soll weiter wachsen, rechnen Experten. 2011 liefen Cat-Bonds im Volumen von knapp vier Milliarden Dollar aus, während ein Volumen von rund fünf Milliarden Dollar ausgegeben wurde. Letzteres soll Ende 2012 bereits bei sieben Milliarden liegen.
Dass Investoren auch leer ausgehen können, zeigte das Erdbeben in Japan im vergangenen Jahr: Munich Re transferierte damals für den japanischen Versicherer Zenkyoren Erdbebenrisiken mit einem Volumen von 300 Millionen Dollar an den Kapitalmarkt und erlitt einen Totalverlust. Allerdings mussten bislang erst acht der weltweit 232 aufgelegten Bonds an einen Rückversicherer ausbezahlt werden. Für den Anleger heißt das: Im schlimmsten Fall fällt er entweder um Kapital, samt Zinsen und Prämie, um. Je nachdem, wie der Bond aufgelegt ist, können aber auch Rückzahlungen von einem bestimmten Prozentsatz vereinbart bzw. aufgeschoben werden. (Sigrid Schamall, derStandard.at, 12.11.2012)
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und schaffen den versicherungsschutz für naturkatastrophen schlicht und ergreifend ab, weil nach einem starken jahr kein RV die mittel hat wieder risken zu zeichnen und die direktversicherer sie daher nicht mehr annehmen.
sie fahren dann nach dem hochwasser durch die wohngebiete österreichs und sagen den ehemaligen hausbesitzern, dass ihr haus nicht versichert wurde, weil derzeit grad eine "hau-ma-drauf" stimmung gegen alles ist, was mit bonds zu tun hat.
Wetten gegen das Wetter? Wenn die Frau Schamall einmal durch Muren, Überflutung, etc. an ihrem Haus einen Totalschaden hat, kann sie froh sein, wenn ihr geholfen wird.
Wenn diese Risiko-Bonds dazu führen, dass solche Schäden auch abgedeckt werden (früher hat es geheissen: Naturkatastrophe, Schadenersatz Null), kann man dagegen nichts sagen.
Es hat einen guten Grund, warum Versicherungen und auch Rückversicherer bei Naturkatastrophen sensibel sind: Sie sind hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit schlecht kalkulierbar. Hier wird dann das Risiko ausgelagert, vielfach wohl wieder hin zu "indirekten Investoren", die keine Ahnung haben, dass etwa ihre Rentenfonds gegen Sandy & Co. zocken, um es platt zu formulieren. Viel mehr Sinn würden in Risikogebieten Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit machen => not for profit, but for security. Genau das war die ursprüngliche Idee hinter Versicherungen - und nicht Profitmaximierung, die in diesem Fall wie auch in anderen sensiblen Branchen zu "Interessenskonflikten" führt, um es sanft zu formulieren...
mit verlaub: selten so einen mist gehört. vereine auf gegenseitigkeit sind ein schönes mittel, um kleine risken in kleinen gegenden abzusichern.
aber bei naturkatastrophen? wie stellen sie sich das vor? wenn die eintritt, stehen alle mitglieder des vereins vor dem ende ihrer existenz. da gibts genau ein schadenereignis und der verein ist weg, da gerade mal geld für 3-4 versicherungsnehmer da ist.
solche katastrophen können nur über den globalen ausgleich versichert werden. und auch da - wie man sieht - nur sehr schwer.
jeder versicherer ist froh, wenn er sein portfeu ganz einfach am RV markt an den mann bringt.
CAT Bonds kommen zum einsatz, wenn den RV die mittel fehlen, weitere risken zu zeichnen
Das "Auslagern" von Risken sollte im Finanzsektor generell unterbunden werden. Ich meine, dass der Käufer keine Ahnung davon hat, was er eigentlich hier ersteht. So gesehen, haben Sie recht.
Ich frage mich, ob das aber bei der zunehmenden Katastrophen-Neigung in der Natur auf der ganzen Welt so wie bisher - nur mit Versicherung und Rückversicherung - klappen wird. Da ja jetzt schon die Rückversicherer eher zu Schaden kommen, als dass ihnen noch was bleibt.
Eintrittswahrscheinlichkeit auf seriöse Weise versicherungsmathematisch wohl nicht kalkulierbar - klar korreliert das nicht, machen Spielautomat, Online-Poker und Roulette ja auch nicht; die würde ich aber auch nicht als sinnvolle Portfolioergänzung ansehen, wiewohl es beim Poker zumindest viele Fische gibt, die man abziehen kann, wenn man das Spiel beherrscht...oha, woran erinnert mich das bloß.
wenn nicht mehr gepokert wird tut das keinem weh.
wenn keine cat-bonds aufgelegt werden, wenn rückversicherer nach einem starken katastrophenjahr keine solche risiken zeichnen, verschwindet der versicherungsschutz.
fahrens mal eine runde durch österreich und fragens die bauernschaft, wie es ihnen in einem durchschnittlichen jahr ohne die hagelversicherung gehen würde. und von privatpersonen nach hochwasser/sturm schäden reden wir noch nicht einmal.
aber he... das sind ja bonds... da wird ja angelegt und es gibt risiko... muss einfach schlecht sein, oder?
Muahuahua. Was mir spontan dazu einfällt: Kann mich noch gut an ein Mitarbeitergespräch erinnern, in dem trotz exzellenter Leistungen im abgelaufenen Jahr die Höchstnote verweigert worden war, weil diese solchen Ausnahmegenies wie dem Göth vorbehalten wäre.
Immobilienaktien (auch wenn sie als lustige Zertifikate verpackt werden) sind selbstverständlich mit dem Aktienmarkt korreliert.
Wie bei jedem Investment: wer sich nicht informieren will, soll lieber die Finger davon lassen. Wer die Werbung der Unternehmen für neutrale Information hält, auch. Wer sich informiert, die Risiken kennt und damit absäuft, soll nachher nicht jammern.
Echt?
Phöse phöse Versicherungen.
Aber nicht ärgern Fr. Redakteuering, wenn niemand mehr Ihr Versichungsrisiko tragen will, nur weil man, Ihren "Argumenten" folgend, Risikofonds verboten hat.
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