40 Jahre Haft wegen Handels mit Rhinozeroshörnern

9. November 2012, 13:23
  • Zwei Nashörner in Südafrika, die im Sommer von Wilderern wegen ihres Horns getötet wurden.
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    foto: apa/riaan kotze / inkwe valley game

    Zwei Nashörner in Südafrika, die im Sommer von Wilderern wegen ihres Horns getötet wurden.

Hohe Strafe für 44-jährigen Thailänder trotz Geständnisses

Pretoria/Bangkok - Wegen illegalen Handels mit Rhinozeroshörnern ist ein Thailänder in Südafrika zu 40 Jahren Haft verurteilt worden. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, verhängte ein Gericht in Johannesburg am Freitag gegen Chumlong L. die ungewöhnlich harte Strafe, obwohl der Angeklagte ein Geständnis abgelegt hatte. Der 44-Jährige hatte zugegeben, dass er sich auf betrügerische Weise Jagdgenehmigungen für Nashörner verschafft habe.

Prostituierte als Jägerinnen ausgegeben

Der Verurteilte war im Juli 2011 festgenommen worden. Er hatte nach eigenen Angaben Prostituierte als Jägerinnen ausgegeben, um die wertvollen Hörner als Jagdtrophäe exportieren zu können. So wurden nach Erkenntnissen der Ermittler 26 Hörner außer Landes gebracht und auf dem asiatischen Schwarzmarkt verkauft. In der traditionellen asiatischen Medizin werden dem Horn heilende Kräfte zugeschrieben.

Staatsanwaltschaft: "Starkes Signal"

Bei der Urteilsverkündung sagte der Richter laut der Radioagentur EyeWitness News, er wolle nicht, dass seine Enkel keine Nashörner mehr zu sehen bekämen. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Phindi Louw, begrüßte das Urteil. "Es wird ein starkes Signal aussenden, dass wir als Südafrikaner alles in unserer Macht Stehende tun werden, um unser Erbe zu bewahren", sagte sie. Das Strafmaß sei "angemessen", um Schwarzmarkthändler aus dem Land fernzuhalten. Der Thailänder kann gegen das Urteil jedoch noch in Berufung gehen.

Nach Angaben der südafrikanischen Behörden wurden im laufenden Jahr 528 Nashörner getötet. Die Nashorn-Jagd ist in Südafrika grundsätzlich erlaubt, allerdings nur unter Auflagen. Der Export des Horns ist eingeschränkt möglich. (APA, 9.11.2012)

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6 Postings
Fein.

Gut so. Nur durch entsprechende Abschreckung kann dem Einhalt geboten werden.

Abschreckung funktioniert aber leider nur punktuell. Ein indirekter Effekt sind unerwünschte Wirkungen wie plötzlich steigende Gewinnaussichten im jeweiligen illegalen Geschäft.

Es entsteht zwar eine Verknappung der illegalen Ware, und der Verknappung folgt logischerweise eine Preissteigerung, die wiederum die Gewinnchancen enorm erhöht. So finden sich dann mehr Glücksritter, die sich von den hohen erzielbaren Gewinnen locken lassen - von Gewinnen, die es ohne die Abschreckung nicht gegeben hätte. Wollen wir das?

Wollen wir das?

Diese Frage ist Nonsens. Was ist die Alternative? Alle Tier einfach abknallen lassen, dass es am Gott Markt genug gibt und die Nachfrage zu dem Preis sinkt? Und diese Tiere dann halt einfach bald ausgerottet sind? Wollen Sie das?

Ja, aber wenn es die Behörden ernst meinen würden, müssten sie die Jagd ausnahmslos verbieten.

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