Syrische Rebellen erschießen Gefangenen vor laufender Kamera

9. November 2012, 12:40
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Opfer soll Offizier gewesen sein - Fotografin begleitete Aufständische

Syrische Rebellen haben Anfang November in der Stadt Harem nahe dem umkämpften Aleppo einen Gefangenen vor laufender Kamera erschossen. Die Reuters-Reporterin Erika Solomon und die Fotografin Asmaa Waguih begleiteten damals Aufständische, die nach der Einnahme eines Stadtteils Häuser nach verbleibenden Truppen der syrischen Armee durchsuchten.

Aus einem Gebäude zerrten sie einen bärtigen Mann, der Zivilkleider trug. Drei Rebellen schossen ihn mit ihren Schnellfeuergewehren in den Rücken, bis er zusammenbrach, und töteten ihn schließlich mit einem Kopfschuss. In seinen Taschen seien Papiere gefunden worden, die ihn als Offizier der syrischen Armee auswiesen, gaben die Aufständischen an.

Immer wieder Vorwurf von Kriegsverbrechen

Nicht nur die syrische Armee, auch die Rebellen werden immer wieder mit dem Vorwurf von Kriegsverbrechen konfrontiert. Erst vor einer Woche tauchte ein Video auf, das die Erschießung von Gefangenen zeigt.

Brigadekommandant Basel Eissa, der die Patrouille in Harem anführte, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er erinnere seine Männer immer wieder daran, dass es sowohl aus moralischen als auch aus strategischen Gründen schlecht sei, Gefangene zu töten, weil man von diesen im Verhör wertvolle Informationen erhalten könne.

Der aus der Armee desertierte Major Mohammed Al-Ali gab gegenüber Reuters an, in jeder Schlacht komme es zu Übergriffen. Diese würden aber streng bestraft, um Exempel zu statuieren. Die Männer, die den Gefangenen in Harem getötet hatten, setzten ihre Suche nach der Schießerei unbehelligt  fort. (red, derStandard.at, 9.11.2012)

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