Antarktis-Flughafen schmilzt weg

9. November 2012, 11:12
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Der Klimawandel hat Folgen für Australiens Antarktis-Forscher, die Versorgung muss zukünftig möglicherweise via Schiff erfolgen

Der Klimawandel hat Folgen für Australiens Antarktis-Forscher, berichtet „Deutschlandradio". Die nahe der australischen Station Casey liegende Start- und Landebahn schmilzt. Über diese Landebahn werden die drei australischen Antarktis-Stationen versorgt. Die Flüge in die Antarktis starten auf dem Hobart International Airport in Tasmanien auf einen etwa viereinhalbstündigen Flug. Im antarktischen Sommer können rund 30 Flüge mit maximal 40 Wissenschaftlern und Angestellten sowie Fracht der Australian Antarctic Division je Flug stattfinden. 2008 wurde der Antarktis-Flughafen eröffnet. Gekostet hat er 45 Millionen australische Dollar, umgerechnet mehr als 35 Millionen Euro.

Jetzt schmilzt er in der wärmer werdenden Sonne, heißt es in einem Bericht bei „Deutschlandradio." Sechs Versorgungsflüge für die drei australischen Antarktis-Stationen sind in den kommenden Monaten noch geplant. Tony Fleming, Direktor der Australian Antarctis Division sagt in dem Bericht, dass man ab Januar mit der Start- und Landebahn zu große Probleme haben werde, weil die Temperaturen zu hoch sein werden. Es sei grundsätzlich nicht einfach, ein vollbeladenes Versorgungsflugzeug auf Eis zu landen. Wird das Eis in der Sonne weich, steige die Gefahr einer Bruchlandung.

In den vergangenen 50 Jahren ist die Temperatur in der Antarktis um zwei Grad gestiegen, wie an den dortigen Stationen gemessen wurde. Die Landebahn ist nur bei Temperaturen unter minus fünf Grad Celsius hart genug, um eine Versorgungsmaschine zu verkraften. Minus fünf Grad sei aus Sicherheitsgründen die Grenze, sagt Fleming in dem Bericht. Darüber sei die Sicherheit nicht gewährleistet.

80 Mitarbeiter der Antarktisstationen sollen nun in den nächsten Wochen in den Süden geflogen werden. Tony Flemming spricht von einem langfristigen Trend zur Erwärmung, der zu erkennen sei. Es werde zukünftig wohl immer schwieriger, die Start- und Landebahn bei Casey zu nutzen. Laut Flemming sei dann eine Alternative der Schiffsweg. Allerdings brauche ein Versorgungsschiff zwei Wochen für die Reise ins Eis. (red, derStandard.at, 9.11.2012)

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    Die Klimaerwärmung bringt ganz praktische Probleme mit sich.

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