Bis September gab es fast 13.000 Insolvenzen

9. November 2012, 11:07
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Die Firmenpleiten steigen leicht an, bei Privatinsolvenzen ist dagegen ein kleiner Rückgang zu verzeichnen

Wien - Die Zahl der Insolvenzen in Österreich ist heuer bis September erneut bei fast 13.000 gelegen, bei Firmen gab es ein leichtes Plus, bei Privaten einen geringfügigen Rückgang, geht laut Creditreform aus den endgültigen Daten hervor. Bei Privaten gibt es gemessen an der Einwohnerzahl die meisten Insolvenzen in Wien, fast viermal so viel wie im Burgenland. Pro Tag schlittern in Österreich im Schnitt 43 Privatpersonen in die Zahlungsunfähigkeit, bei Firmen sind es täglich 25.

Bei den Gesamtinsolvenzen sank die Anzahl in den ersten drei Quartalen im Jahresabstand um 0,6 Prozent auf 12.774. Dabei erhöhte sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 1,6 Prozent auf 4.721, während die Privatinsolvenzen um 1,9 Prozent auf 8.053 zurückgingen.

Durchschnittsverschuldung: 80.000 Euro

Neu eröffnet wurden im Firmenbereich 2.666 Insolvenzen (+8,7 Prozent), davon der Großteil Konkursverfahren (2.177, +9,9 Prozent), der Rest Sanierungsverfahren mit (95) bzw. ohne Eigenverwaltung (394). Mangels Vermögen abgewiesen wurden bis Ende September 2.055 Firmen-Insolvenzen (-6,3 Prozent). Für das Gesamtjahr 2012 rechnet Creditreform-Geschäftsführer Rainer Kubicki mit einem Anstieg der Firmeninsolvenzen (Eröffnungen und Abweisungen) auf über 6.300.

Im Privatbereich waren bis Ende September von den insgesamt 8.053 Insolvenzen 7.258 neu eröffnete Schuldenregulierungsverfahren (-0,2 Prozent), während 795 Insolvenzanträge mangels Vermögen abgewiesen wurden (-15,5 Prozent).

"Im falschen Umgang mit Geld, in Einkommensverschlechterungen sowie im familiären Bereich" liegen laut Creditreform die Hauptursachen für Insolvenzen im Privatbereich. Die durchschnittliche Verschuldung zahlungsunfähig gewordener Privatpersonen blieb stabil bei zirka 80.000 Euro.

Am meisten Privatinsolvenzen in Wien

Relativ die meisten Privatinsolvenzen gibt es in Wien: In den neun Monaten waren es pro 10.000 Erwachsene insgesamt 23,2 Fälle, gefolgt von Vorarlberg mit 17,7 und Kärnten mit 12,8. Am niedrigsten war die Insolvenzquote Privater mit 6,0 im Burgenland, vor der Steiermark mit 7,0. Im Österreich-Schnitt lag die Quote bei 12,0.

Bei Firmeninsolvenzen betrug die Insolvenzquote heuer bundesweit bisher 12,8 - hier bezogen auf jeweils 1.000 Unternehmen. Mit Werten zwischen 17,3 (Wien) und 9,3 (Tirol) ist die Bandbreite im Firmenbereich geringer als bei Privatpersonen.

Nach Branchen wurden im Berichtszeitraum die meisten Insolvenzen bei "Unternehmensbezogenen Dienstleistungen" registriert mit 1.153 Fällen (+49 Prozent), gefolgt vom Handel mit 878 (-6,5 Prozent) und dem Bauwesen mit 685 (-7,2 Prozent). Die höchste Insolvenzquote wies - noch vor dem Bau mit 28,4 - die Sparte "Verkehr- und Nachrichtenübermittlung" mit 30,1 auf, bezogen auf je 1.000 Firmen.

Die größten Insolvenzen bis 30.9. waren heuer: CE Gas Marketing & Trading (Wien), Kappa Thermenbeteiligung (Steiermark), Bogner Edelstahl (Wien), Neckermann Versand Österreich (Steiermark), Bioenergie Burgenland Service (Burgenland) sowie M-Poil Trading (Oberösterreich), mit Ausnahme von Kappa (Konkurs) allesamt Sanierungsverfahren. (APA, 9.11.2012)

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    Der private Pleitegeier kreist in Wien am stärksten, am niedrigsten war die Quote  im Burgenland. Im Österreich-Schnitt lag sie bei 12 Prozent.

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