Klein, rot und gar nicht weit weg: Supermans Heimatstern "entdeckt"

US-Astronom Neil deGrasse Tyson half DC Comics dabei, den Ursprung des Kryptoniers im realen Universum zu finden


Quelle: DC Comics

Jeder Superman-Fan, der etwas auf sich hält, hat sich sicher schon des öfteren gefragt, wo denn nun eigentlich das Heimatsystem des Kryptoniers genau zu finden wäre; die Comic-Autoren von DC Comics blieben diesbezüglich bisher etwas vage. Das soll sich in der kommenden "Superman"-Ausgabe ändern: Niemand geringerer als der bekannte US-Astronom Neil deGrasse Tyson erhält dort einen gezeichneten Gastauftritt und hilft Superman im Hayden Planetarium in New York City bei der Beobachtung seines Heimatsternes. Aber nicht nur das: Tyson übernahm für CD Comics die Aufgabe, Supermans Ursprung im realen Universum zu verorten.

In Supermans fiktionaler Biographie ist wohlbekannt: Kurz nachdem der Held als Kind zur Erde geschickt wird, explodiert seine Heimatwelt Krypton, die einen rot leuchtenden, nicht allzuweit entfernten Stern ("Rao") umkreist. Viel mehr wird in den Comics nicht verraten. Die Größe von roten Sternen reicht von schwachen Zwergen bis zu Roten Überriesen, zu denen beispielsweise Beteigeuze im Sternbild Orion zählt. Für Supermans Heimatsonne kommen derartige Giganten aber nicht in Frage, zu kurz wäre ihre Lebenszeit, um die Entstehung einer hochentwickelten Zivilisation vom Schlage der Kryptonier zu ermöglichen.

Auf der Grundlage von Farbe, Größe und Distanz wählte Tyson schließlich den roten Zwergstern LHS 2520 im Sternbild Rabe (Corvus) aus. Der Stern ist etwas kleiner und kühler als unsere Sonne und liegt rund 27 Lichtjahre entfernt. Mit nackten Augen ist der Stern nicht zu sehen, wer aber per Teleskop einen Blick darauf werfen möchte, findet ihn unter diesen Koordinaten: Rektaszension: 12 Stunden, 10 Minuten, 5.77 Sekunden - Deklination: -15 Grad, 4 Minuten, 17,9 Sekunden. Tysons Kollege und Freund Phil Plait verrät in seinem Blog "Bad Astronomy" ein paar mehr Details über den "neu entdeckten" Heimatstern von Superman. Als gestandener Astronom kann er allerdings auch nicht umhin, auf einige wissenschaftliche Inkorrektheiten in der neuen "Superman"-Ausgabe hinzuweisen...

--> Bad Astronomy: DC comics pins Krypton to the star map

(red, derstandard.at, 10.11.2012)

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