Europäer pfeifen auf Groupon-Schnäppchen: Aktie auf Allzeittief

9. November 2012, 10:24

Nach enttäuschenden Geschäftszahlen bricht die Aktie um mehr als 15 Prozent ein -

Groupon fällt es immer schwerer, neue Kunden für seine Schnäppchen-Angebote zu begeistern. Das einst steile Wachstum der Internetfirma ist im dritten Quartal weiter abgeflaut. Während die Amerikaner und Kanadier noch zuschlugen, stagnierte das internationale Geschäft beinahe. Gründer und Firmenchef Andrew Mason verwies am Donnerstag auf "anhaltende Herausforderungen in Europa".

Einbruch

Nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen brach die Aktie nachbörslich um 15 Prozent auf 3,33 Dollar (2,6 Euro) ein. Das ist ein neuer Tiefstand. Beim Börsengang vor einem Jahr hatte das Papier noch 20 Dollar gekostet. Groupon galt sogar als Wegbereiter für das Soziale Netzwerk Facebook an den Kapitalmarkt. Auch Facebooks Aktie steht im Keller, wenngleich der Absturz weniger dramatisch als bei Groupon ausfiel.

Gewerbetreibende können bei Groupon Rabattcoupons anbieten. Der Deal kommt zustande, wenn eine bestimmte Anzahl von Interessenten zuschlägt. Das Unternehmen erhält dann einen Teil der Einnahmen. Ende September hatte Groupon 39,5 Millionen aktive Kunden.

Umsatz

Was die Anleger verstimmte, war das abflauende Wachstum: Im dritten Quartal setzte Groupon 569 Mio. Dollar (446,8 Mio. Euro) um - das war ein Plus von 32 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal hatte Groupon dagegen noch um 45 Prozent zulegen können und im ersten Quartal sogar um 89 Prozent. Dabei versucht das Unternehmen fieberhaft, das Geschäft über die Rabattcoupons hinaus auszuweiten.

Immerhin konnte Groupon seinen Quartalsverlust auf 3 Mio. Dollar eindämmen, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Minus von 54 Mio. Dollar aufgelaufen war. Groupon steckt viel Geld ins Gewinnen von Unternehmen wie Restaurants oder Dienstleistern für die Rabattangebot und das Verwalten der Schnäppchen.

Schon seit einiger Zeit hegen die Anleger Zweifel daran, dass das Geschäftsmodell überhaupt auf Dauer funktionieren kann. Einige Konkurrenten haben bereits die Segel gestrichen. Amazon schrieb jüngst fast seine gesamte Investition in den Groupon-Rivalen LivingSocial ab.

Groupon hatte von Anfang an einen schweren Stand an der Börse. Das Schnäppchenportal verspielte viel Vertrauen durch schlampige oder allzu kreative Buchführung. Auf Druck der Börsenaufsicht SEC musste Groupon seine Geschäftszahlen mehrfach korrigieren.(APA, 09.11.2012)

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Groupon

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2 Postings
grrrrrrrrrrrr

kann man "schnäppchen" den piefke zeitungen lassen und hierzulande in einer österreichischen zeitung sowas wie

schnäppchen
tschüss
tunke
dufte
quark

der frankfurter allgemeinen zeitung würde nie einfallen "topfen" zu schreiben.

also

vor ein paar jahren, als google sie um 6-7 mrd. dollar kaufen wollten, und dies abschlugen weil es ihnen zu wenig war (haha) hab ich mir schon gedacht dass das nix werden kann auf dauer - nicht in dieser größe und umsatz/gewinn wie sich alle erhofft hatten, 1/10 von dem was geplant war ist realistisch

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